Investitionen: Die Chancen und Herausforderun...
 
Investitionen

Die Chancen und Herausforderungen von Media for Equity

Johannes Brunnbauer

Wie klassische Finanzierungsmodelle im Wechselspiel zwischen Medien und Wirtschaft neu belebt werden können und welche Chancen Media for Equity bietet, diskutierten die Experten im Talk 'Joint Ventures - Cash trifft Medien' auf den Österreichischen Medientagen 2021.

Kooperationen, Beteiligungen und Media for Equity halten immer mehr Einzug ins die österreichische Medienlandschaft. Wie Unternehmen Dienstleistungen aufbauen, die das digitale Geschäft von Medien ergänzen, aber auch bedrängen – und vice versa, darüber diskutierten Ursula Arnold, CEO Mindshare Austria, Thomas Kralinger, Geschäftsführer des Kurier, und Georg Pölzl, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Österreichischen Post.

Das Video wird präsentiert mit Unterstützung der APA-Tech.

Er berichtete von zwei Media-for-Equity-Deals, unter anderem mit Shöpping. Im Rahmen der Kooperationen bekomme die Post Werbung auf allen Kanälen, am Ende der Laufzeit könne das Geld in Anteile am Unternehmen umgewandelt werden. Partner hier ist 7Ventures Austria aus der ProSiebenSat.1 Puls 4-Gruppe.

Der Kurier hat jüngst unter anderem in ein deutsches Start-up, Phase 6, investiert. „Für uns ist Werbeleistung ein essenzielles Gut“, und er schließe nicht aus, so ein digitales Modell auch in Österreich zu skalieren. Zur Auswahl des Start-ups meinte er: „Das haben wir nicht einfach gemacht, um uns an einem Bildungsmodell zu beteiligen, sondern auch als Anknüpfung an unsere Leser. Das passt einfach für unsere Community.“

Die Printmedien hätten natürlich einige Berührungspunkte mit dem traditionellen Post-Geschäft oder Segmenten wie der Werbung, fährt Pölzl fort. „Als wir vor einigen Jahren das Kuvert auf den Markt gebracht haben, wurde das genauestens beobachtet. Wir sind der größte Förderer der Printmedien, wir stellen da zu, wo sie es selbst nicht können.“ Man teile ein gemeinsames Schicksal, Print sei kein Wachstumsgeschäft mehr. Die Herausforderung sei nun, mit neuen Geschäftsmodellen das rückläufige Geschäft zu substituieren.

Ob Media for Equity das Finanzierungsmodell der Zukunft werde, wollte Arnold schließlich wissen. „Nicht das alleinige, wo es aber dazu passt, mag das ergänzend herangezogen werden“, meinte Kralinger. „Wenn es aus dem Geschäft heraus Sinn macht“, antwortete Pölzl. Man habe ja auch nach den aktuellen Kooperationen nicht aktiv gesucht. Bei Shöpping beispielsweise würde das gut funktionieren, weil die Post auf elektronische Werbung angewiesen sei.

„Es können sich also noch Möglichkeiten auftun“, fasste Arnold zusammen. „Es gibt eine große Bereitschaft in österreichischen Unternehmen, Start-ups zu unterstützen. Das ist doch ein schönes Resümee.“

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