YOC launcht Programmatic-Plattform VIS.X
 

YOC launcht Programmatic-Plattform VIS.X

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Mit VIS.X wollen YOC-CEO Dirk Kraus und YOC-CEE MD Maximilian Pruscha auf das Zurückgehen von StandardAd-Formaten reagieren und mehr kreativen Spielraum schaffen.
Mit VIS.X wollen YOC-CEO Dirk Kraus und YOC-CEE MD Maximilian Pruscha auf das Zurückgehen von StandardAd-Formaten reagieren und mehr kreativen Spielraum schaffen.

Die neue Plattform VIS.X von YOC soll programmatisch geschaltete Sonderwerbeformen automatisiert statt im Standardformat ausliefern – und so die Awareness erhöhen.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 3/2018 erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Programmatic ist ein wachsender Zukunftsaspekt der Werbewirtschaft, ebenso Mobile-Werbung. Laut dem Zenith Programmatic Forecast werden bis 2019 zwei Drittel der weltweiten digitalen Displaywerbung programmatisch abgewickelt werden. Und glaubt man dem Zenith Advertising Expenditure Forecast, werden heuer global 59 Prozent aller Online-Ads auf mobiler Aussteuerung basieren. Die Herausforderung, die sich nun wohl für Vermarkter und Werbetreibende stellt, ist nach wie vor: online mit der eigenen Werbung aufzufallen und dabei Prozesse möglichst zu vereinfachen.

‚Risiko, KPI nicht zu erreichen‘ 

Der AdTech-Anbieter YOC hat diese Woche mit VIS.X in Österreich, Deutschland und UK eine eigene Programmatic-Plattform gelauncht, „welche das Werbeinventar zusammen mit den von YOC entwickelten mobilen Werbeformaten bündeln und programmatisch handelbar machen soll“, wie YOC-Gründer und CEO Dirk Kraus gegenüber HORIZONT erklärt. Standard-Ad-Formate, wie etwa ein Interstitial, können von der Plattform in Echtzeit in ein Sonderwerbeformat wie ein YOC Understitial Ad umgewandelt werden. Es bedarf keiner weiteren Anpassung seitens des Werbetreibenden und der DemandSide-Plattform (DSP). „Wollte man bisher programmatisch handeln, war man in der Regel auf klassische Standardformate wie Banner oder Interstitials beschränkt. Darin liegt aber auch die Herausforderung des Marktes: Der Anteil der seitens der Werbetreibenden nachgefragten High-Impact-Formate, wie sie YOC entwickelt, ist in den vergangenen anderthalb Jahren stark gewachsen. Bei YOC macht dieser Anteil bereits etwas mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Nur noch 40 bis 50 Prozent belaufen sich auf Standardformate“, führt Kraus aus. Verlasse man sich in der programmatischen Welt auf Standardformate, „habe ich ein hohes Risiko, in der Werbewelt unterzugehen und meine KPI nicht zu erreichen“, ergänzt Maximilian Pruscha, Managing Director YOC CEE Austria. Die neue Plattform solle den Kunden mehr Flexibilität und Awareness ermöglichen, und zudem nicht nur mobil, sondern auch via Desktop funktionieren. Generell sei Viewability ein großes Thema, wie Pruscha meint: „Mit bestehenden Plattformen gibt es auf Publisher-Seite nur sehr bedingte Steuerungsmöglichkeiten, um Viewability programmatisch zu beeinflussen. Im Laufe des Jahres wollen wir nicht nur im Direktgeschäft, sondern auch programmatisch ViewabilityProdukte anbieten.“ Viewability solle auch im Namen der Plattform VIS.X ersichtlich sein: Visio (Latein für „Ansicht“) oder Visibility stehen für „VIS“, Exchange (auf einem Marktplatz) für das X.

Testlauf für Nissan 

Der erste Testlauf für die Plattform habe bereits im Dezember in Deutschland erfolgreich stattgefunden, gemeinsam mit den Agenturen Omnicom und Accuen für den Kunden Nissan. Der erste Österreich-Test soll Pruscha zufolge in den kommenden Wochen folgen. YOC setzt hierbei vor allem auf Premiuminventar und die Kooperation mit rund 400 Publishern. In Österreich finden sich darunter unter anderem VGN, Kurier, Heute, GMX und Shazam. Pruscha rechnet, auch befeuert durch VIS.X, für 2018 mit einem Programmatic-Umsatzanteil von 20 bis 30 Prozent (in der zweiten Jahreshälfte 2017 waren es noch 15 bis 20 Prozent gewesen). Außerdem sieht er nach wie vor eine Kluft zwischen der mobilen Nutzung und den mobilen Werbespendings: „Laut der ÖWA kommen 70 Prozent der digitalen Zugriffe über mobile Browser. Der Mediashare sieht aber noch nicht entsprechend aus, wird sich aber 2018 sukzessive angleichen.“ Nachdem VIS.X in Österreich, Deutschland und UK gelauncht ist, sollen in vier Wochen auch Spanien, Polen und die Schweiz folgen. Derzeit sehe sich YOC zudem in europä- ischen Märkten nach einem weiteren Unternehmensstandort um – mindestens ein Land wolle man 2018 noch erschließen, so Kraus.

iab: Reichweite und Effizienz 

Dass Werbung nach wie vor ein Reichweiten- und Effizienzthema ist, sieht auch Andreas Martin, Vorstand des iab Austria. Beim Thema Effizienz würden auch Kreationskosten eine wichtige Rolle spielen, weshalb Standards über viele Plattformen oder Ökosysteme hinweg Gültigkeit haben sollten. Akzeptiere eine Plattform seitens der Advertiser Standardformate und wandle diese über einen Automatismus in eigene Formate um, werde dadurch „dem Skalierungsgedanken Rechnung getragen, weil keine manuellen und kostenaufwendigen Workflows dazwischen notwendig sind“, so Martin zu HORIZONT. Sehe der Output der Werbeformen in der Programmatic-Plattform dann auch noch ansprechend aus „und wird den Grundanforderungen des Mediums Mobile im Bereich der Usability Rechnung getragen, sind hoffentlich die Kunden und letztlich auch die Advertiser entlang der gesamten Wertschöpfung glücklich.“ 

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