Wirtschaftsministerium: 40 Millionen für Krea...
 

Wirtschaftsministerium: 40 Millionen für Kreative

Michele Pauty
Staatssekretär Harald Mahrer und WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz.
Staatssekretär Harald Mahrer und WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz.

Österreichs erste Kreativwirtschaftsstragie soll die heimische Innovationskraft befeuern

Nach britischem, dänischem und niederländischem Vorbild wurde – dies präsentierten Staatssekretär Harald Mahrer und Wirtschaftskammer Österreich-Vizepräsidentin Martha Schultz am 15. Juni im Showroom der preisgekrönten Tischlerei "Die Koje"  – Österreichs allererste Kreativwirtschaftsstragie erarbeitet. 42.000 Unternehmen und 150.000 Beschäftigte sind in der heimischen Kreativwirtschaft tätig, seit Beginn der Finanzkrise gab es in diesem Sektor so viele Gründungen, wie in keinem anderen Bereich. Dieser "Kreativwirtschaftseffekt", wie ihn Mahrer nennt, sei Grund genug gewesen, das Kreativpotenzial Österreichs zu fördern – mit einer Strategie und satten 40 Millionen Euro Investition seitens des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft.

Die drei Säulen des Fahrplans bis zum Jahr 2025 lauten "Empowerment", "Transformation" und "Innovation":

  • Empowerment: In diesem Bereich soll die Internationalisierung und Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Kreativwirtschaft durch Stärkung der unternehmerischen Kompetenz verbessert werden. Entbürokratisierung und finanzielle Entlastungen sollen zudem bessere Standortbedingungen schaffen.
  • Transformation: Diese Säule fokussiert auf ein erfolgreiches Ausschöpfen der transformativen Wirkung der Kreativen auf andere Wirtschaftszweige, die öffentliche Verwaltung und die Gesellschaft. Hier sollen einerseits Anreize für Crossover-Effekte geschaffen, andererseits das Wissen und Bewusstsein über das Transformationspotenzial und den Beitrag der Kreativwirtschaft für Gesellschaft bzw. Gesamtwirtschaft erhöht werden.
  • Innovation: Durch verstärkten Zugang zu Innovationsräumen, Wissens- und Vernetzungsformaten soll mit der dritten Säule das Innovations-Know-how der Kreativschaffenden verbreitert werden. Ein verbesserter Zugang zu Finanzierungen und Kapital soll die Bereitschaft für Experimente und Innovationen erhöhen. 



Die genannten drei Säulen umfassen insgesamt 22 konkrete Maßnahmen und reichen von Förderungen im Aus- und Weiterbildungsbereich über einen Investitions- und Beteiligungsfreibetrag, den Aufbau von globalen Netzwerken bis hin zu einem verstärkten Abbau bürokratischer Hürden.

Erarbeitet wurde die Strategie, so betont Mahrer, nicht "im Elfenbeinturm des Ministeriums", sondern in einem dreimonatigen Open-Innovation-Prozess in Kooperation mit der Kreativwirtschaft Austria, der Wirtschaftskammer Österreich und der Austria Wirtschaftsservice GmbH - insgesamt waren mehr als hundert Kreativschaffende beteiligt. "Unser Ziel ist es, Österreich zurück in die Spitzengruppe der Innovationsführer in Europa zu bringen. Die Kraft der Kreativwirtschaft hilft uns dieses Ziel zu erreichen", so der Staatssekretär. WKÖ-Vizepräsidentin ergänzt: "Die Branche spielt für die Innovation eine entscheidende Rolle, denn sie schafft neue Produkte und neue Dienstleistungen und unterstützt ihre Kunden in allen Bereichen der Wirtschaft bei der Umsetzung ihrer eigenen Innovationen. Sie ist damit auch ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen." Mit der erarbeiteten Strategie will man all das so gut es geht beschleunigen. "The sky is the limit", schloss Mahrer ambitioniert.
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