WIFO-Werbeklimaindex: Stabilität statt Dynami...
 

WIFO-Werbeklimaindex: Stabilität statt Dynamik

Sabine Starmayr
Angesichts der Prognosen fordert Fachverbandsobfrau Angelika Sery-Froschauer von der kommenden Regierung "steuerliche und bürokratische Entlastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer".
Angesichts der Prognosen fordert Fachverbandsobfrau Angelika Sery-Froschauer von der kommenden Regierung "steuerliche und bürokratische Entlastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer".

Nur verhaltenen Optimismus in der Werbebranche weist der aktuelle Wifo-Werbeklimaindex aus. Trotz positiver Erwartungen hinsichtlich der Nachfrage erwarten viele Kreative negative Auswirkungen auf die Geschäftslage. Vorerst stimmen die Zahlen aber jedenfalls noch.

„Die österreichische Werbekonjunktur ist stabil", schlussfolgert Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), aus den jüngsten Zahlen des Wirtschaftsforschungsinstituts. Auch wenn der Werbeklimaindex zum ersten Mal in diesem Jahr leicht gesunken sei, liege er "deutlich über dem Durchschnittswert der letzten fünf Jahre“. Auch im nächsten Quartal werde die Werbekonjunktur nur "etwas an Schwung verlieren. Ein starker Einbruch zeichnet sich aber momentan nicht ab.“

Wifo-Experte Werner Hölzl konstatiert, dass die befragten Unternehmen ihre Geschäftlage "zwar etwas weniger positiv als noch im Vorquartal, aber dennoch günstig" beurteilten. Die Nachfrage sei gestiegen, ebenso fielen die Erwartungen diesbezüglich positiv aus. "Auch die aktuelle Auftragslage ist über dem Durchschnitt des letzten Jahres. Die Auftragsbücher sind nach wie vor gut gefüllt. Dies alles deutet auf ein stabiles Wachstum der heimischen Kommunikationsbranche“, so Hölzl.

Steigender Kosten- und Preisdruck erwartet

Bemerkenswert ist ein Auseinanderklaffen der Erwartungen von hoher Nachfrage bei zugleich schlechter werdender Geschäftslage für die kommenden zwei Quartale. Als möglichen Grund dafür ortet Hölzl gestiegenen Kosten- und Preisdruck: Ein Mangel an Arbeitskräften könne zu Engpässen im Abarbeiten von Aufträgen und damit Lohndruck führen. Gleichzeitig setze "die schwächere Konjunktur in anderen Sektoren aber die Preise unter Druck."

Sery-Froschauer sieht die Werbebranche vor allem im IT-Bereich "mit dem Problem des Mangels an qualifizierten Fachkräften konfrontiert. Durch eine Verknappung der Arbeitskräfte rechnen die befragten Unternehmer damit, dass die Personalkosten steigen und damit der Kostendruck weiter zunehmen wird.“

'Etwas langsameres Wachstum'

Für das vierte Quartal 2019 und das erste Halbjahr 2020 gehen Sery-Froschauer WIFO-Experte Hölzl dennoch von einer stabilen Entwicklung der Werbekonjunktur aus. Hölzl: „Wir erwarten, dass die Kommunikationsbranche etwas langsamer wächst als in den letzten Quartalen. Das steht im Einklang mit der unternehmerischen Einschätzung der aktuellen Geschäftslage der Werbewirtschaft, die auf eine geringer werdende Dynamik hindeutet.“

Gerade vor diesem Hintergrund einer sich verlangsamenden wirtschaftlichen Dynamik brauche die Branche gezielte steuerliche und bürokratische Entlastung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. „Damit würde eine neue Bundesregierung den Medien- und Werbewirtschafts-Standort Österreich stärken“, unterstreicht Sery-Froschauer.

stats