Wie sicher sind unsere Daten?
 

Wie sicher sind unsere Daten?

Niklas Stadler
Thomas Masicek (Head of Security Management, T-Systems Austria) sprach auf der Bühne über Cybercrime.
Thomas Masicek (Head of Security Management, T-Systems Austria) sprach auf der Bühne über Cybercrime.

Event #4 der Marketing Natives: „Beware of the Beast“ ging am 9. Oktober in Wien über die Bühne

Die Marketing Natives (powered by DMVÖ), eine Nachwuchsplattform für junge Marketing-Experten, luden am Donnerstagabend zu Event #4 mit dem Themenschwerpunkt „Beware of the Beast“. Vier Experten diskutierten die „dunkle Seite des Internets“. 

David gegen Goliath

Medienberaterin und Digital Immigrant Marcela Atria (Atrium Consulting) erläuterte in ihrem Vortrag, wie es dazu kommt, dass man im Internet vom roten Sofa, das man kürzlich gekauft hat, vom Flug nach Mallorca, über den man sich kürzlich informiert hat, oder die blauen Schuhe, die seit Wochen im Warenkorb liegen, auf Klick und Tritt verfolgt wird. „Daten werden auf unterschiedlichen Ebenen gesammelt“, betont Atria. „Geheimdienste sammeln Daten über Bürger, Firmen sammeln Daten über Menschen zu Werbezwecken, Banken sammeln Daten über potenzielle Kreditnehmer und Arbeitgeber sammeln Daten über potenzielle Dienstnehmer.“ Wie mächtig der „Goliath“ ist, sei abhängig von der jeweiligen Ebene. Fakt sei, dass jene, die sich dem Biest stellen, dem mächtigen Goliath aufgeschlossener und gelassener gegenüberstehen, denn: „The evil I know is better than the evil I don’t know“ bemerkte Atria zum Abschluss.

Hacken 1.0.1

Thomas Masicek (Head of Security Management, T-Systems Austria) entführte die jungen Marketing-Aficionados zunächst in die Welt von Geheimdiensten, Hackern und Nachrichtendiensten. In Österreich stelle man sich in diesem Zusammenhang häufig die Frage: „Was sollte der Staat tun um sich zu schützen?“, so Masicek. Der Staat solle seine Funktion in Sachen Sicherheit auch im Internet durchsetzen. „Technisch zieht man gegen den Staat den Kürzeren, denn Cybercrime ist inzwischen ein sehr großes Geschäft.“ Unwirksame Sicherheitsmaßnahmen, Überforderungen der IT, Fehlverhalten der Mitarbeiter seien die häufigsten Gründe. Und auch für die Wirtschaft verheiße dieses kriminelle Verhalten nichts Gutes, wenn man bedenke, dass in China bereits zwei Monate vor dem offiziellen Release eine exakte, billigere Kopie des iPhone 6 herausgebracht wurde. Betroffen seien aber nicht die großen Konzerne, denn diese können sich in der Regel gut schützen. KMUs hingegen verfügen nicht über die nötigen Ressourcen, was zu Datenverlust, Produktionsausfall, Missbrauch von Ressourcen und Datendiebstahl führen könne. Im Darknet existiere ein gigantischer Markt für Cybercrime, eine Art „Amazon für Kriminelle“. Um wenig Geld können Hacker eingekauft werden, die um läppische 500 US-Dollar anonym Hack-Angriffe durchführen und Mitbewerber oder Gegner gezielt für mehrere Stunden lahmlegen können.

Für eine Überraschung sorgte Masicek, als er seine Ausführungen über die Sicherheitslücken im Netz mit einem Live-Beispiel belegte: So holte er einen seiner Mitarbeiter auf das Podium, der dem Publikum vorführte, wie einfach es ist, einen Account oder eine Website zu hacken, um Schadsoftware auf vertrauenswürdigen Plattformen zu platzieren, wenn im CMS nur ein einziges Update fehlt. Auch das Hacken der Webcam sei ein Leichtes, bemerkte er, ehe er dies dem schockierten und zugleich faszinierten Publikum live vorzeigte. Die Quintessenz sei laut Masicek ganz eindeutig: „Updates durchführen, und zwar ohne Wenn und Aber!“

Netzneutralität

Thomas Lohninger (activist on net neutrality and privacy, socialhack.eu) gab nach der Pause einen Einblick in die Netzpolitik. „Das Internet ist eine Universaltechnologie. Es zu regulieren ist sehr schwierig“, meint der Netzaktivist Lohninger. „Aktivisten wie Snowden haben es geschafft dieses Problem weltweit in die Medien zu bringen“. Umso wichtiger sei es, eine Netzneutralität herzustellen, denn diese bedeute einen Diskriminierungsschutz. „Der Kampf um Netzneutralität ist sehr aktuell, in der EU wird gerade darüber entschieden“, erklärt Lohninger. So befürchtet er, dass es in Zukunft „digitale Überholspuren“ geben werde, man also für viele Leitungen im Internet in Zukunft extra zahlen müsse.

Von der Marketing Mary zum Lead

Inken Kuhlmann (Country Marketing Manager DACH, HubSpot) erklärte in ihrem Vortrag, dass die Ziele der Marketer allesamt ähnlich seien, und zwar Traffic zu generieren und Kontakte zu sammeln. Klassisches Profiling funktioniere im Internet heutzutage nicht mehr, da jeder Kunde individuell angesprochen werden möchte. Die Aufgabe der Marketer sei es daher, mehr Wissen über die einzelnen Kunden zu sammeln. „HubSpot generiert detaillierte Profile ausschließlich über Content wie Blogs oder eBooks“, erklärte Kuhlmann. So schaffe man eine 360°-Ansicht eines qualifizierten Kontaktes und könne diesen in einen Lead verwandeln, der ausschließlich mit den relevanten Informationen und Produkten angesprochen werde. Kuhlmann gab den Anwesenden abschließend einige wesentliche Tipps mit auf den Weg: „Deine Leads ticken alle unterschiedlich, schlechte Inhalte vernichten die Reputation, gekaufte Adresslisten sind ein No-go und Opt-outs eine Pflicht!“

(red)
Die Speaker des Abends: Thomas Masicek (Head of Security Management, T-Systems Austria), Marcela Atria (Atrium Consulting), Inken Kuhlmann (Country Marketing Manager DACH, HubSpot) ud Thomas Lohninger (activist on net neutrality and privacy, socialhack.eu)
Niklas Stadler
Die Speaker des Abends: Thomas Masicek (Head of Security Management, T-Systems Austria), Marcela Atria (Atrium Consulting), Inken Kuhlmann (Country Marketing Manager DACH, HubSpot) ud Thomas Lohninger (activist on net neutrality and privacy, socialhack.eu)
Das Team der Marketing Natives gemeinsam mit den Speakern; (hinten): Jacqueline Resch, Victoria Kreutzer, Marcela Atria, Inken Kuhlmann, Thomas Lohninger und Monika Thomasberger; (vorne): Thomas Masicek, Ivana Baric-Gaspar, Ines Sieder und Thomas Limbüchler.
Niklas Stadler
Das Team der Marketing Natives gemeinsam mit den Speakern; (hinten): Jacqueline Resch, Victoria Kreutzer, Marcela Atria, Inken Kuhlmann, Thomas Lohninger und Monika Thomasberger; (vorne): Thomas Masicek, Ivana Baric-Gaspar, Ines Sieder und Thomas Limbüchler.
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