Werberische Berater: Umfrage zeigt sinkendes ...
 
Werberische Berater

Umfrage zeigt sinkendes Interesse an Unternehmensberatern im Marketing

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Innerhalb von fünf Jahren ist die werberische Rolle von Unternehmensberatern laut der Umfrage um ein Viertel kleiner geworden.
Innerhalb von fünf Jahren ist die werberische Rolle von Unternehmensberatern laut der Umfrage um ein Viertel kleiner geworden.

Eine aktuelle Umfrage wirft ein neues Licht auf das Konfliktfeld rund um Unternehmensberater, die im Feld von Werbern und Marketern "wildern". Demnach weist das Interesse an Marketing-Dienstleistungen durch Beratungsunternehmen eine deutlich sinkende Tendenz aus - wenn auch bei hoher Kundenzufriedenheit.

Ohnehin sind laut der Umfrage im Auftrag der Berufsgruppe Unternehmensberatung in der Wiener Wirtschaftskammer Marketing-Agenden nur von untergeordneter Bedeutung im Beratergeschäft: Nur 15 Prozent aller von Kunden in Anspruch genommenen Beratungsleistungen sind laut der Erhebung des Marktforschungsinstituts TQS der Sparte Marketing, Vermarktung und Vertriebsunterstützung zuzuordnen. Wichtiger aus der Sicht der Beratungsunternehmen ist demnach Beratung im Personalwesen (17 Prozent), vor allem aber bei "Controlling, Finanzen und Rechnungswesen" (66 Prozent).


Entgegen landläufigen Annahmen verblasst allerdings die werberische Rolle von Unternehmensberatern im Fünfjahresvergleich. Bei einer 2015 nach gleichen Methoden - also der Befragung von Kunden und potenziellen Kunden - durchgeführten Umfrage gaben noch 21 Prozent an, sich mit Marketing-Anliegen an Unternehmensberater gewandt zu haben. Das bedeutet damit einen Rückgang von einem Viertel innerhalb von fünf Jahren.

Hohe Werte bei Zufriedenheit

Die Resultate sollten Agenturen, Marketer und Werber allerdings nicht dazu verführen, die Konkurrenz auf die leichte Schulter zu nehmen, denn die Zufriedenheit der Kunden mit den Marketing-Empfehlungen der Unternehmensberater ist relativ hoch: 51 Prozent zeigten sich sehr zufrieden und weitere 35 Prozent zufrieden damit. Unzufrieden mit den Beratungsleistungen waren nur vier Prozent, sehr unzufrieden kein einziger der befragten Kunden. Gemäß einer Schulnotenskala ergibt das einen Score von 1,7 für Berater als Marketer/Werber. Zum Vergleich: Die höchste Zufriedenheit wurde bei Controlling/Finanzen/Rechnungswesen mit einem Wert von 1,4 erzielt.

Umso bedeutender ist die hohe Zufriedenheit, da das Geschäft der Unternehmensberater laut der Umfrage am ehesten durch Mundpropaganda und Weiterempfehlung wächst. Zudem erfreuen sich Unternehmensberater generell steigenden Zuspruchs: Hatten im Jahr 2015 erst 36 Prozent der bestehenden Kunden mehr als zehn Mal pro Jahr Unternehmensberatung in Anspruch genommen, sind es laut der aktuellen Umfrage bereits 41 Prozent. Bedeutsam für die Konkurrenzsituation zwischen Agenturen und Beratungsunternehmen sind schließlich auch die Motive, warum Befragte noch nie Berater konsultiert haben: Zwei Drittel haben dabei keine grundsätzlichen Bedenken, sondern haben den Schritt zum Berater nur deshalb nicht getätigt, weil sie die angebotenen Dienstleistungen im Unternehmen selbst vorfinden.

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