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,VW riskiert 27 Milliarden Markenwert und Deutschlands Ruf‘

Screenshot http://kdvr.com/2015/09/21/value-o
Käufer hätten "unter Umständen folgende Schäden erlitten: - Zahlung eines höheren Kaufpreises für ein ,umweltfreundliches‘ Fahrzeug - Aufwendungen rund um mögliche Rückrufe und Umbauten der Fahrzeuge - Nachzahlung einer höheren Kfz-Steuer (wenn die Finanz dem nachgeht)“.
Käufer hätten "unter Umständen folgende Schäden erlitten: - Zahlung eines höheren Kaufpreises für ein ,umweltfreundliches‘ Fahrzeug - Aufwendungen rund um mögliche Rückrufe und Umbauten der Fahrzeuge - Nachzahlung einer höheren Kfz-Steuer (wenn die Finanz dem nachgeht)“.

Zwischenstand zu einer wahrhaft gigantischen Krise: Markenbewerter Brand Finance bilanziert den Marken-Wertverlust der Schummelmarke VW in den letzten Tagen mit knapp neun Milliarden Euro – VKI bietet VW-Käufern Sammelklage zur Prüfung von Schadenersatzklagen

Wer den Schaden hat, hat den Spott, sagt die Hausweisheit – im Falle der Abgasmanipulationen von VW bleibt der Spott allerdings im Halse stecken: Was geht in Ingenieuren und Managern vor, die augenscheinlich Motoren bauen können, die unter bestimmten Test-Bedingungen, gesteuert von der ominösen Software, Abgasnormen einhalten – im Normalbetrieb jedoch sich als wahre Dreckschleudern erweisen? Leistungsfetischismus, dem jede ethisch-moralische Überlegung geopfert wurde? Wobei anzumerken ist, dass VW ja nicht gerade als Marke profiliert ist, die Speed respektive Leistung um jeden Preis als Merkmal auslobt. Die Folgen der Krise von VW, die hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland und wohl auch einige in Österreichs Zulieferer und Händler-Organisationen betreffen wird, sind unabsehbar.

Markenbewerter Brand Finance geht sogar noch ein Stück weiter: „Der Schaden für Deutschlands ,nation brand‘ könnte kritisch werden“. Brand Finance erstellt auch alljährlich den Nation Brands Report, den Deutschland anführt.

Absehbar erscheint jedoch, welche Werte innert kürzester Zeit da buchstäblich vernichtet wurden:

Der auf Markenbewertung spezialisierte Berater Brand Finance bilanziert, dass allein der Markenwert von VW innerhalb der letzten Woche gut 8,87 Milliarden Euro verloren hat – und analysiert trocken: „Further revelation threaten VWs future existence“ (weitere Enthüllungen gefährden Volkswagens Existenz“.

Nun, so weit muss es nicht kommen, aber die Zeichen stehen auf Drama: Für das Jahr 2014 bewerteten die Markenanalysten allein die Marke VW mit 27,47 Milliarden Euro Markenwert als die dritt-wertvollste Automarke der Welt (hinter Toyota mit 31,17 Milliarden Euro und BMW mit 29,25 Milliarden Euro).

Der VW-Konzern – und für einige der Sub-Marken, in denen VW-Dieselaggregate verbaut sind, könnte sich ebenso Ungemach anbahnen, wurde mit 48,65 Milliarden Euro als stärkster Autokonzern bewertet (vor Toyota – fast ex-aeqo mit BMW - mit einem Markengesamtwert von 35,31 Milliarden Euro). „Die Zukunft der Marke VW steht auf dem Spiel“, formulieren die Analysten, und geben eine sehr naheliegende Empfehlung (allein: Ist einmal das Vertrauen dahin…): Um eine Chance auf Wiederherstellung der Reputation zu haben, muss VW die Ursachen der mutmasslischen Irreführungen aufklären, und sollte sich bestätigen, dass es sich um eine bestimmte Division beziehungsweise Serie von „faulen Äpfeln“ handelt, dies klar kommunizieren, um eine Gefährdung – Brand Financier sagt „Contagion“, das heisst Ansteckung, gerade kommt zum Verseuchungsthema auch ein Spielfilm in die Kinos – zu vermeiden.

Die Berater schlagen vor, dass der Konzern dann klarstellen muss, dass solches nicht wieder vorkommen könne und via „multiple communications channels“, von offiziellen Statements bis zu klassischen Werbekampagnen klarstellen muss, dass der Konzern Umweltschutzvorgaben verpflichtet ist.

VKI überlegt Sammelklagen

Wenn es denn in absehbarer Zeit soweit kommt: Der Verein für Konsumentenschutz VKI „bietet Käufern von Fahrzeugen der Marke VW an, sich kostenlos an einer Sammelaktion zur Prüfung von Schadenersatzansprüchen zu beteiligen. Weitere Informationen zur Teilnahme gibt es ab sofort unter www.verbraucherrecht.at.“ Käufer eines möglicherweise betroffenen Fahrzeuges hätten, formuliert der VKI in einer Aussendung, dadurch unter Umständen folgende Schäden erlitten: - Zahlung eines höheren Kaufpreises für ein ,umweltfreundliches‘ Fahrzeug - Aufwendungen rund um mögliche Rückrufe und Umbauten der Fahrzeuge - Nachzahlung einer höheren Kfz-Steuer (wenn die Finanz dem nachgeht)“.

Die Krise als Chance? Das wird wohl eher ein Wettrennen zwischen Schadenbegrenzung und Klarstellung, Straf- und Schadenersatzansprüchen – und Maßnahmen zum Turnaround.
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