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Verband Druck & Medientechnik: Durchwachsene Bilanz mit Licht und Schatten

pixabay/honorarfrei

Jahresbericht 2017: Schwaches Q4 hemmt die Entwicklung; Niederösterreich, Vorarlberg und Burgenland mit Aufwärtstrend.

Der Verband Druck & Medientechnik zeigt in seinem diese Woche publizierten Jahresbericht für das abgelaufene Jahr ein schwaches viertes Quartal 2017, welches das zuvor positive Ergebnis in ein leichtes Minus (-1,1%) umgewandelt hatte. Insgesamt setzte die Druckbranche demnach rund 1,634 Milliarden Euro um. Die Bilanz 2017 fällt laut Alexandra Zotter, Geschäftsführerin des Verband Druck & Medientechnik „durchwachsen“ aus. Auf der einen Seite gab es Unternehmensschließungen und Zusammenlegungen, auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die stetig wachsen. Erst diese Woche gab es mit dem Aus der Ueberreuter-Druckerei eine negative Nachricht,auch die Moser Holding musste im Mai eine Druckerei in Salzburg schließen.

Kennzahlen differenziert zu betrachten

Ein Blick auf die Kennzahlen bestätigt, dass die Ergebnisse aus der Branche differenziert betrachtet werden müssen. Die durchschnittliche Branchen-EGT-Marge (2015/16 betrachtet) zeigt einen schlechten Wert (2,22%) im Vergleich zu anderen Branchen. „Auf der anderen Seite erreichen die 25 Prozent der Branchenbesten EGT-Margen von über zehn Prozent, was als erfreulich einzuschätzen ist“, so Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria. Die mageren Ertragszahlen wirken sich auch auf den Cashflow aus (im Durchschnitt 7,5%) was für eine kapitalintensive Branche zu wenig ist“, so Voithuber. Gleichzeitig erreichen die 25% Branchenbesten mit 18,10% Cashflow-Rate ein sehr gutes Ergebnis.

Arbeitskosten: Österreich ist Spitzenreiter

Bei den Arbeitskosten ist Österreich gemeinsam mit Dänemark Spitzenreiter. Beim Export hingegen bleibt Deutschland an der Spitze. Bedingt durch den im deutschsprachigen Raum nach wie vor von deutschen Verlagen stark dominierten Bücher- und Zeitungsmarkt haben die Deutschen als stärkstes Exportland die Nase vorn. Hier hat Österreich ein Minus. Ausgeglichen hingegen die Bilanz der heimischen Druckereien im Bereich Werbedruck. Die durchwachsene Bilanz des Drucker-Jahres zeigt sich auch anhand der einzelnen Bundesländer-Ergebnisse.

Teilweise Starker Westen - Müde Bundeshauptstadt

Auf der Wachstumsseite in der Druckerbranche stehen laut dem Verband Vorarlberg, Niederösterreich und Burgenland (Bewertungs-Basis: NACE-Klasse 18). Das westlichste Bundesland setzte 2017 Druckerwaren im Wert von 132,6 Mio. Euro um, ein Plus von 8,4%. Der Umsatz pro Beschäftigtem stieg um 9,4%. Der Big-Player am Markt bleibt Niederösterreich. 419,7 Millionen an abgesetzter Produktion ergeben ein Plus von 1,7%. Das Burgenland weist ein leichtes Plus (0,9%/272,8 Mio. Euro Umsatz) aus. In Wien und Tirol schlägt das Pendel in die andere Richtung aus. Hier gibt es ein Umsatzminus von 8,7 beziehungsweise 7,1 Prozent.

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