Ursula Riegler: Vom Burger-Brater zum Softdri...
 

Ursula Riegler: Vom Burger-Brater zum Softdrink-Riesen

Christian Husar
Ursula Riegler, künftig Director Public Affairs & Communications bei Coca-Cola HBC, ist voller Lob für ihren vorherigen Arbeitgeber.
Ursula Riegler, künftig Director Public Affairs & Communications bei Coca-Cola HBC, ist voller Lob für ihren vorherigen Arbeitgeber.

Ursula Riegler wechselt von McDonald’s zu Coca-Cola HBC. Was die Kommunikationsexpertin auszeichnet – und welche Themen sie nun auf der Agenda hat.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr.42 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Morgen endet nach achteinhalb Jahren meine Zeit bei McDonald’s Österreich und ich möchte Danke sagen für die gemeinsame, ereignisreiche, lehrreiche, produktive, bewegende, prägende und erfüllte Zeit“, schrieb Ursula Riegler, Department Head HR, Communications & Corporate Responsibility von McDonald’s Österreich, am 12. Oktober an ihre Freunde und Geschäftspartner. Nach einer kurzen Auszeit mit Aufenthalten in Südtirol, Österreich, Sizilien und Hong Kong wird sie am 15. November ihre neue Position als Director Public Affairs & Communications bei Coca-Cola HBC Austria – dem Abfüllbetrieb des international tätigen Konzerns und einem Tochterunternehmen der Coca-Cola Hellenic Group – antreten. Beworben hat sie sich um den neuen Job nicht – sondern wurde von Headhuntern kontaktiert, die auf der Suche nach einer Neubesetzung für die Stelle waren. Die Job Description und die Gespräche mit den Führungskräften weckten Rieglers Interesse, weshalb sie sich für einen Wechsel entschloss. „Ich hatte das Glück, dass die Jobs mich gefunden haben“, sagt Riegler. Denn auch McDonald’s hatte sie im Mai 2009 abgeworben, als sie noch in der politischen Kommunikation für den Salzburger Landesrat Sepp Eisl (ÖVP) tätig war. Im Durchschnitt, so Riegler, hat sie alle sechs bis acht Jahre den Job gewechselt: „Ich bin also eine sehr loyale Mitarbeiterin.“ Ob sie immer abgeworben wurde, weil sie besonders unter anderen Kandidaten hervorsticht? „Ich finde es nicht außergewöhnlich, von einem Headhunter kontaktiert zu werden“, sagt sie bescheiden: Ihr Lebenslauf habe aber für sie gesprochen, die Branche ist in Österreich überschaubar, und zwischen McDonald’s und Coca-Cola gibt es diverse inhaltliche Überschneidungen – Rieglers Erfahrung bei der Fastfood-Kette ist also auch für Coca-Cola, eine der wertvollsten Marken der Welt, nützlich. Lob für McDonald’s Trotz Vorfreude auf den neuen Job verabschiedet sich Riegler schweren Herzens von McDonald’s und ist voll des Lobes für ihren ehemaligen Arbeitgeber: „McDonald’s ist ein unglaublich dynamisches Unternehmen“, sagt sie: „Dort lernt man, was Innovationgeist ist.“ Sie fand es spannend, dort die Marke und den Markt mit zu gestalten, sowie an interner Weiterentwicklung zu arbeiten. Niemals auf dem Erfolg ausruhen, sondern basierend auf dem Erfolg das Geschäft weiterentwickeln – diese Vorgangsweise wird bei McDonald’s ebenso praktiziert wie der „Think global, act local“-Ansatz, bei dem der Konzern zwar Vorgaben gibt, den lokalen Töchterunternehmen aber viel Gestaltungsspielraum lässt. So wurde in Rieglers Zeit etwa der Einkauf regionaler Zutaten ausgebaut: Der Bezug zur heimischen Landwirtschaft ist den österreichischen Gästen wichtig, und Riegler konnte hier ihre Kontakte zur Landwirtschaft aus ihrer vorherigen politischen Tätigkeit nutzen. Weiterentwicklung bedeutet für Riegler auch, Verbesserungen dort zu erreichen, wo man nah am Kernbusiness ist: So wurden etwa auch die Verpackungen reduziert. Überschneidungen zwischen ihrem vorherigen und ihrem zukünftigen Arbeitgeber liegen hier auf der Hand: Auch Coca-Cola ist bekannt dafür, seine Produkte und Strategien an lokale Märkte anzupassen; auch hier wird der Schwerpunkt ihrer Arbeit neben Public Affairs auf Corporate Social Responsibility und Medienarbeit liegen – wiewohl die Zielgruppe beim Abfüllbetrieb weniger aus Endkonsumenten, sondern mehr aus B2B-Kunden besteht. Dafür wird der Bereich CSR Riegler auch in Zukunft begleiten: Gestaltungsmöglichkeiten sieht sie bei Coca-Cola HBC Austria etwa in Sachen Verpackungsgestaltung und -materialien. „Dieses Thema wird sich in den kommenden Jahren noch stark weiterentwickeln, und die Entwicklung wird sich gar beschleunigen,“ sagt Riegler: Gerade große Unternehmen wie McDonald’s und Coca-Cola könnten hier einen großen Impact erreichen. Kritik als Herausforderung „Impact“ und „Responsibility“ sind freilich jene Worte, die bei Kritikern in Bezug auf Konzerne wie Coca-Cola und McDonald’s die Alarmglocken schrillen lassen – sei es in Hinblick auf gesundheitliche Auswirkungen von Soft Drinks und Burgern oder bezogen auf die Konsequenzen für die lokale Wirtschaft. „Ich arbeite gerne für Unternehmen und Produkte, bei denen Kommunikationsbedarf besteht“, sagt Riegler dazu: Das war bei McDonald’s ebenso der Fall wie in der Politik. Oft gehe es um Bilder, die nicht der Realität entsprechen – und hier kläre sie gerne über Klischees und Mythen auf. Rieglers Nachfolger bei McDonald’s sind Wilhelm Baldia, der mit 1. Dezember die Rolle als Senior Manager Communications und Unternehmenssprecher antreten wird, und Yvonne Schulz, die schon jetzt für sämtliche HR-Agenden verantwortlich ist.
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