‚Unternehmen investieren wieder verstärkt in ...
 

‚Unternehmen investieren wieder verstärkt in Marketingbudgets‘

A Kawka
Marcin Kotlowski, Geschäftsführer des Regional-TV-Vermarkters R9 und des Wiener Stadtsenders W24.
Marcin Kotlowski, Geschäftsführer des Regional-TV-Vermarkters R9 und des Wiener Stadtsenders W24.

R9- und W24-Geschäftsführer Marcin Kotlowski über Werbespendings im regionalen Fernsehen, den inhaltlichen USP der Regionalität und wie sich das gemeinsame Format ‚ÖsterreichBlick‘ entwickelt.

Dieses Interview ist zuerst in Ausgabe Nr. 46 des HORIZONT erschienen.

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Das 2013 gegründete R9 ist der Vermarkter der größten Regionalsender der österreichischen Bundesländer. Marcin Kotlowski, Geschäftsführer des Wiener Stadtsenders W24 und zugleich Geschäftsführer des R9-Vermarkters, im Interview über steigende Marketingbudgets, neue Werbekunden, den Faktor Addressable TV, und das gemeinsame Format „ÖsterreichBlick“.


Horizont: TV-Werbung verbuchte laut Focus von Jänner bis September diesen Jahres brutto ein Spendingplus von 5,3 Prozent. Wie stellt sich diese Entwicklung bei W24 beziehungsweise auch bei R9 dar? 


Marcin Kotlowski: Trotz aller Unkenrufe ist der TV-Werbemarkt eben stabil mit leichter Tendenz nach oben. Die breite Zielgruppe bleibt hier immer noch am nachhaltigsten erreichbar. Bei W24 merken wir, dass Unternehmen wieder verstärkt in Marketingbudgets investieren. Vor allem setzen Unternehmen gerade vermehrt auf Bewegtbild, weshalb wir auch im letzten Jahr, 2016, unser Verkaufsteam im Sender verstärkt haben. Dank des Zusammenschlusses der erfolgreichsten Regionalsender Österreichs kann R9 seinen Kunden erfolgversprechende österreichweiteWerbemöglichkeiten bieten. Unser Vertriebspartner IP Österreich sorgt zuverlässig und erfolgreich dafür, dass unsere Kunden mit nur einem Ansprechpartner ihre TV-Spots und regional mutierten Produkte bei allen R9-Sendern österreichweit oder nur in bestimmten Bundesländern buchen können. Mit IP Österreich als Vermarkter und auch direkt haben wir heuer beim Regionalverbund R9 viele neue Kunden gewonnen. So sind wir beispielsweise eine schöne Kooperation mit Stiegl eingegangen, bei der wir mit regionalen Gastronomen Imagefilme drehen.Die Kunden reichen von Mjam bis Mister Spex. Wir freuen uns über jeden neuen zufriedenen Kunden. 


Buzzwords der TV-Branche sind Addressable und Programmatic TV. Spielt das auch für die Regionalsender beziehungsweise den R9-Verbund eine Rolle? 


Wir haben uns das gemeinsam mit dem ORF intensiv angeschaut, es wird in Österreich immer wieder über ein qualitatives Angebot im Bereich Programmatic nachgedacht. Da gibt es ja manchmal Schwierigkeiten, dass man sich in einem ungewünschten Umfeld wiederfindet. R9 verbindet die Stärke des österreichischen Regionalfernsehens und ist näher dran an ganz Österreich: Das heißt, national buchen und regional ausstrahlen. Die Mutationsproduktionen werden je nach Region und Bundesland angepasst und österreichweit über Teletest als R9-Senderverbund ausgewertet. Beim Wiener Stadtsender ist Smart-TV bereits seit längerem integriert. Auch HbbTV ist für 2018 in Planung. 


 


Sie haben im Frühjahr die Wichtigkeit regional verankerter Nachrichten im Fernsehen betont. Zugleich findet beispielsweise auch politische Berichterstattung national gesehen großen Zuspruch. Welche inhaltlichen Trends orten Sie für Regionalsender?


So nahe dranzubleiben an der Region wie möglich ist unser USP und wird es bleiben. Das ist unsere Nische. Der überregionale Fernseh- und Contentvermarkter R9 fasst die wichtigsten Regionalfernsehsender aus allen Bundesländern Österreichs unter einem Dach zusammen. Das Fernsehen ist die insgesamt am weitesten verbreitete Quelle für Nachrichten. Politik auf nationaler Ebene hat immer auch Zusammenhänge beziehungsweise Auswirkungen auf die Regionalpolitik, nur wird darüber nie ausführlich auf nationalen Sendern berichtet. Hier liegt die große Chance für regionale Medien, insbesondere für TV-Sender. Eine Hintergrundberichterstattung aus erster Hand mit Bezug auf die einzelnen Regionen – das kommt beim regionalen Publikum an und verschafft einen deutlichen Mehrwert.


Wie performt das R9-Zugpferd „ÖsterreichBlick“? Können Sie exakte Zahlen zu Quoten und Marktanteilen nennen? 


Wir sind sehr stolz auf unser Format „ÖsterreichBlick“, bei dem die Highlights aller Bundesländer wöchentlich gezeigt werden. W24, Schau TV, LT1, Kanal3, KT1, Tirol TV, Ländle TV, N1 TV und RTS Regionalfernsehen Salzburg erreichen im R9-Verbund über 2,5 Millionen Österreicher im Monat. Gemeinsam mit der IP Österreich und der GfK Austria arbeiten wir gerade daran, „ÖsterreichBlick“ als „Fenster“ auszuwerten, das heißt alle neun Regionalsender und R9-HD strahlen „ÖsterreichBlick“ zu den gleichen Zeiten (Freitag 20:00 Uhr, Samstag und Sonntag 10:00 Uhr und 21:30 Uhr) aus und werden somit auch gemeinsam ausgewertet. Mit exakten Zahlen kann ich hier also mit Jänner 2018 aufwarten.
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