‚The Next Generation‘
 

‚The Next Generation‘

Beim Event #6 der Marketing Natives sprachen Julian Schmid (Jugendsprecher Die Grünen, Abgeordneter zum Nationalrat), Eva Fischer (Bloggerin, foodtastic.at), Alex Packham (Founder Social Media Marketing Agency ASTP & Social Media Specialist), Susanna Liechtenecker (CMO, Liechteneckers) sowie Thomas Strobl und Thomas Lichtblau (Agentur Wild)

Am 23. Februar lud die DMVÖ-Nachwuchsplattform für junge Marketer, Marketing Natives, zum Event #6 unter dem Titel "The next Generation" in das Learning Center der WU Wien. Im Mittelpunkt der Vorträge stand die Frage, welche Fertigkeiten junge Menschen heutzutage benötigen, um in der Marketing-Branche erfolgreich durchstarten zu können.

Harte Arbeit und ein intaktes Netzwerk

Susanne Liechtenecker, die sich 2009 mit ihrem Mann selbstständig machte und seither die Digitalagentur Liechtenecker führt, eröffnete den Vortragsabend. Egal ob auf Unternehmensseite, oder in der PR-Branche - Liechtenecker waren die digitalen Aspekte ihrer Arbeitswelt immer zu kurz geraten. Und so war es schließlich ihr eigener Blog, der sie letztendlich zur Selbstständigkeit bewegte. Über den Sprung ins kalte Nass wusste die junge Mutter zu berichten: "Manchmal war es einfach nur scheiße und arschkalt, aber ich bin immer geschwommen!" Den jungen Zuhörern gab sie mit auf den Weg, dass nicht bloß ein Studium einen guten Marketer ausmacht, sondern eben auch harte Arbeit, und dass ein intaktes Netzwerk die Grundpfeiler einer erfolgreichen Karriere in der Marketing-Branche sind.

"Plan for it, don't just do it!"

Alex Packham, mittlerweile selbständiger Social Media Spezialist, kam aus London zur Veranstaltung. Seine Zeit auf Unternehmensseite sieht er keineswegs als vergeudet an. Die Vorzüge des "Corporate Effect", die der Brite etwa bei Sky kennenlernte, liegen seiner Ansicht nach an den nahezu unlimitierten Ressourcen und im Erfahrungsschatz der Kollegen, die einen umgeben. Dennoch begann er schon während seiner Anstellung bei Sky an seinem Start-Up zu arbeiten. Aber nicht ohne Plan: "Plan for it, don't just do it!", lautet Packhams Credo in Sachen Selbstständigkeit.

Eigenen Werten treu bleiben

Die Bloggerin und Gewinnerin des AMA Food Blog Award 2014 Eva Fischer kocht nicht nur für ihr Leben gerne, sie hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und ist damit erfolgreich unterwegs. In ihrem Vortrag verdeutlichte Fischer, wie wichtig es ist, authentisch zu bleiben - gerade wenn es um Online-Kommunikation geht. Für Fischer, die erst über ihre Erkrankung an Zöliakie zum Kochen kam, stand somit ein Motto im Vordergrund: "When life gives you lemons, make lemonade!" Den Erfolg von Foodtastic.at sieht Fischer darin, dass sie stets versucht hat authentisch, möglichst unabhängig und ihren Werten treu zu bleiben. Wie sehr die junge Koch-Besessene für das brennt, was Sie tut, verdeutlichte ihr Schluss-Statement, das zugleich auch ein Aufruf ans Auditorium war: "Wenn Euer Traumjob noch nicht existiert - schafft ihn euch selber!"

"Hungrig bleiben, alles wollen"

Julian Schmid, Jahrgang 1989 und damit jüngster gewählter Abgeordneter im österreichischen Parlament, ist ganz und gar nicht der Ansicht, dass die Generation Y sich nicht engagiert und lediglich durch Politikverdrossenheit glänzt. Der Jugendsprecher der Grünen sprach über seinen Eintritt in die Politik und wie er als Schulsprecher die Senkung der Kantinenpreise durchsetzen konnte. Doch ausschlaggebend war für ihn das Wahljahr 2013 wo es vor der Nationalratswahl lediglich eine Abgeordnete unter 30 Jahren gegeben hatte und genau diesen Umstand galt es aus Schmids Sicht zu verändern. Nach Partei-internen Vorwahlen, in denen er erfolgreich gegen "Alt-Grüne" angetreten war, fand sich Schmid als jüngster gewählter Abgeordneter mit Kapuzen-Pullover zwischen doppelt so alten Anzugträgern wieder. Aber genau daran liegt für den jungen Kärntner auch der Reiz. Für Schmid heißt Bewegung Widerstand, auch "wenn man sich dabei allein und nicht immer gut fühlt". Schmid appellierte an das junge Publikum positiv zu bleiben und den gesellschaftlichen Wechsel zu verkörpern, den man selber sehen will. "Hungrig bleiben, alles wollen", so sein Resümee.

Bedürfnisse der Kunden

Thomas Strobl und Thomas Lichtblau von der Agentur Wild verdeutlichten in ihrem abschließenden Vortrag, warum zufriedene Kunden das Um und Auf in der Marketing-Branche sind. Trotz aller Fachkenntnis und Awards, die sie bereits abstauben konnten, stehen die Bedürfnisse ihrer Kunden im Mittelpunkt ihres Schaffens. Auf die Frage warum heimische Unternehmen in Sachen digitalem Marketing noch hinterherhinken, wussten die beiden sofort eine Antwort: "Auf Kundenseite fehlt es eindeutig an Mut. Man muss experimentieren dürfen und dafür wird kein Geld ausgegeben. Zudem fehlt es an technischem Verständnis bei potentiellen, österreichischen Auftraggebern. Da ist man international einfach schon weiter." Auch für Strobl und Lichtblau steht der authentische Umgang mit ihrer Arbeit im Mittelpunkt ihres täglichen Schaffens und der Versuch, Spaß und Arbeit in jeder Lebenslage zu verbinden.

(red)
stats