Telekom-Affäre: Deutscher Google-Vertriebsche...
 

Telekom-Affäre: Deutscher Google-Vertriebschef pausiert

Stefan Tweraser wird seine Tätigkeit "zunächst" ruhen lassen - Anklage wegen Untreue - Mutmaßlich halbe Million Euro über Agentur geschleust

Der Vertriebschef von Google Deutschland, Stefan Tweraser, lässt seine Aufgaben wegen der Anklage in der österreichischen Telekom-Kursmanipulations-Affäre vorerst ruhen. Tweraser wird Beitrag zur Untreue vorgeworfen. "Google hat sich mit Stefan Tweraser darauf verständigt, dass er angesichts einer Anklage gegen ihn im Zusammenhang mit der Tätigkeit für seinen früheren Arbeitgeber Telekom Austria seine Aufgaben für Google Deutschland zunächst ruhen lässt," sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur dpa. Die Geschäfte werde bis auf weiteres der Sales Director von Google Deutschland, Alastair Bruce, führen.

Verdacht: Gelder über Agentur veruntreut, Anklage

Das Magazin "Format" hatte vergangene Woche über die Anklage berichtet. Die Staatsanwaltschaft habe eine Verhandlung gegen Tweraser und drei weitere mutmaßliche Beteiligte beantragt, schrieb das Magazin. Konkret soll es um mehr als eine halbe Million Euro gehen, die beim Ausscheiden Twerasers bei der börsenotierten teilstaatlichen Telekom Austria veruntreut worden seien. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, bestätigte am Freitag eine Klage gegen Tweraser. "Es geht dabei um den Beitrag zur Untreue", sagte sie.

Insgesamt vier Personen im Visier der Anklage

Insgesamt sind vier Personen im Visier der Anklage: "Stefan Tweraser, Gustav E., Albert E. und Robert M. haben das Verbrechen der Untreue begangen", zitierte das Magazin aus der Anklageschrift vom 4. Dezember 2012. Zwei der Herren leiteten zum relevanten Zeitpunkt die Werbeagentur Euro-RSCG (heute: Havas Worldwide Wien). Diese managte viele Jahre den 2,5 Millionen Euro schweren Werbeetat der Telekom Austria (A1).

Tweraser soll mit Hilfe der Euro-RSCG mehr als eine halbe Million Euro von der Telekom in die eigene Tasche geschleust haben, schreibt "Format". Zu diesem Zweck sei im Juli 2007 von der Euro-RSCG eine Scheinrechnung für die Erstellung einer "Strategischen Konzeption des Sponsoring Auftrittes im Rahmen Euro 2008" an die Telekom gelegt worden. Obwohl die Leistung nie erbracht wurde, wie es in der Anklageschrift heißt, überwies die Telekom 585.600 Euro an Euro-RSCG. Das gesamte Geld landete später in drei Tranchen bei Tweraser Gekko Beratungs Gmbh.

Telekom bestätigt

Die Telekom bestätigte die Anklage, sie habe sich als Privatbeteiligter angeschlossen um das Geld zurück zu erhalten. Tweraser will laut "Format" nun alles zurückzahlen. Die Staatsanwaltschaft anerkannte seine Reue, klagt aber dennoch an, wie es heißt: „Die geständige Verantwortung von Tweraser wird – in Verbindung mit seinem ernstlichen Bemühen um Gutmachung des Schadens – als maßgeblicher Milderungsgrund zu beurteilen sein.“

(APA/dpa/red)
stats