Swatch: Innovators of Time
 
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Innovators of Time

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Der Portugiese Bernardo Tribolet ist Vice President Marketing bei Swatch.
Der Portugiese Bernardo Tribolet ist Vice President Marketing bei Swatch.

Seit 1983 herrscht in der Uhrenindustrie ein neuer Takt: Mit der Swatch haben die Schweizer nicht nur die Kunststoffuhr salonfähig gemacht und laufend neue ­Funktionen kreiert, sondern auch Impulse im Marketing gegeben.

Bernardo Tribolet ist seit 2013 bei Swatch Ltd., seit 2019 als Vice President Marketing. Der Portugiese ist gelernter Architekt. Als solcher war sein Credo immer, Design mit hoher Kompetenz und Kreativität zu verbinden, um so einen Mehrwert zu erzeugen. Womit sich die Frage erübrigt, warum jemand, der Häuser entwirft, Uhren vermarktet. Bei beidem geht es darum, Formen mit Funktionen zu füllen.

Horizont: Herr Tribolet, Swatch stellt Uhren her – warum nun ein Payment-Tool?

Bernardo Tribolet:
Die SwatchPay ist eigentlich wie eine Leinwand, die wir für den Bezahlservice zur Verfügung stellen. Unser Ziel ist es, alle Menschen mit dieser Uhr zu erreichen und sie für alle verfügbar zu machen, ganz demokratisch. Swatch war immer Vorreiter und Provokateur. 1993 haben wir mit der Pager-Uhr die erste „connected“ Watch vorgestellt. Dann kam die Swatch Access, die auch als elektronischer Skipass fungierte. Mit der Paparazzi haben wir dann 2004 mit Microsoft die Ur-Mutter der Smartwatch erfunden. Vor 17 Jahren bot sie mit Internet- und E-Mail-Zugang absolut revolutionäre Technologie. Wir wollen unsere Kunden aber nicht mit ständigen Softwareupdates konfrontieren, wir gehen immer unseren eigenen Weg und setzen auf Innovation. Das beste Beispiel sind die neuen Uhren aus Bioceramic, ein Material biologischen Ursprungs. Es besteht aus zwei Dritteln Keramik und einem Drittel Bio-Plastik und ist trotz seiner geschmeidigen Haptik robust und ­widerstandsfähig. Und es ist natürlich nachhaltig.

Alle machen momentan auf nachhaltig – ist das der neue Trend?

Das ist eine Haltung, kein Trend. Wir waren schon immer sehr verantwortungsvoll, aber es ist ein enorm wichtiges Thema, denn immer mehr Kunden wollen wissen, was hinter den Produkten steht. Ganz ehrlich, Uhren werden kaum weggeworfen und selbst ein paar entsorgte Plastikuhren verschmutzen nicht die Meere, aber es zeigt es gut unseren Innovationssinn. Ohne den wären wir nicht dort, wo wir heute sind. Und es wird noch viel mehr kommen. 1983 haben wir die ersten modischen Plastikuhren auf den Markt gebracht, heute sind wir bei Bioceramic, das ist schon eine erstaunliche Entwicklung.

Swatch fällt nicht nur durch die innovativen Produkte, sondern auch durch sein besonderes ­Marketing auf. Was ist die Philo­sophie dahinter?

Unser Markenclaim lautet „Time is what you make of it“. Eine Swatch soll ständiger Begleiter sein und kann daher auch besondere Erinnerungen wachrufen. Man sieht auf die Uhr, denkt an ein besonderes Erlebnis, das man mit ihr hatte und sagt sich: „Was hatte ich da für eine großartige Zeit!“ Dazu gehört auch unser Engagement bei Events wie der Beach-Volleyball-EM in Wien, den Olympischen Winterspielen oder der Expo in Dubai. Damit setzen wir ein ganz großes Statement.

Das klingt nach Storytelling …

Ohne Storytelling ist heute kein Marketing möglich, das ist der absolute Keypoint. Hinter all unseren Uhren steckt eine Geschichte, daher sind unsere Kollektionen und Drops von Sport, Kunst, Musik und vielem mehr inspiriert. Wir wollen die Dinge feiern, die relevant sind. Eine tolle Geschichte, die ich kürzlich gehört habe: Ein Mann hat als Jugendlicher seine Swatch an einem Badesee verloren. 16 Jahre später war er wieder an dem See und findet durch einen unglaublichen Zufall seine alte Uhr. Die Batterie hat natürlich nicht mehr funktioniert, aber plötzlich war dieser wunderbare Sommer wieder da. Wir kreieren ein Narrativ, die Zeit ist aber der gemeinsame Nenner, denn: It’s more than telling the time, Swatch tells a story!

Kontaktlos, immer, überall
Die neue SwatchPay ist nicht nur eine Uhr, sondern auch Zahlungsmittel am Handgelenk. Das Prinzip ist simpel: Der NFC-Chip, den man von seiner Bankkarte kennt, wurde einfach unter dem Zifferblatt der Uhr verbaut.  Zum Bezahlen hält man die Uhr einfach an das Zahlterminal an der Kasse. Das Lesegerät tauscht dann mit dem Chip der Uhr die Zahlungsinformationen aus. Dort, wo man mit seiner Bankkarte, kann man auch mit der SwatchPay zahlen.

Die benötigte Energie dazu liefert das Terminal – die Uhr kann, anders als ein Smartphone, daher auch bei leerer Batterie zum Bezahlen eingesetzt werden. Partner für die Zahlungsabwicklung im Hintergrund sind die Erste Bank und Sparkassen (Visa und Mastercard) sowie ab sofort auch die Debit Mastercard der Volksbank. Kunden anderer Banken steht das kostenlose Zahlungsapp Vimpay zur Verfügung. Die Aktivierung der Uhr kann ganz einfach im Zuge der Online Bestellung oder in den Swatch Stores bzw. im Fachhandel erledigt werden.
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