Studie zum Thema Glaubwürdigkeit
 

Studie zum Thema Glaubwürdigkeit

Kommunikationsagentur klar und die Marktforscher von Sona haben eine Studie zum Thema Glaubwürdigkeit veröffentlicht. Worauf es bei der Glaubwürdigkeit ankommt und welche Personen und Unternehmen besonders glaubwürdig sind…

79 Prozent aller Österreicher halten den Papst für glaubwürdig, auf Rang zwei folgt Angela Merkel mit 70 Prozent. Heinz Fischer (68 Prozent) ist der erste Österreicher, der es in das Ranking schafft, er kommt auf Rang drei. Die Kommunikationsagentur klar und die Marktforscher von Sona haben eine Glaubwürdigkeits-Studie veröffentlicht und kommen dabei zu interessanten Ergebnissen.

Neben der "Personen"-Kategorie gibt es nämlich noch Glaubwürdigkeitswerte zu Unternehmen und anderen Institutionen. Bei den Unternehmen halten die meisten Österreicher ihren eigenen Stromversorger am glaubwürdigsten - 85 Prozent. Dahinter folgen mit Hofer (81), Spar (77) und Billa (71) Lebensmitteleinzelhändler. Auf den letzten drei Plätzen: Erste Bank (42), Bank Austria (38) und BAWAG (36) - alle drei haben während der Finanzkrise an Glaubwürdigkeit eingebüßt, sagt Sepp Tschernutter, Geschäftsführer von klar.

Bei den Institutionen liegt das Rote Kreuz mit 95 Prozent Glaubwürdigkeit weit vorn. Aber auch die Poliezi in Österreich schneidet mit 77 Prozent vergleichsweise gut ab. Schlecht weg kommen die katholische Kirsche (35) sowie die EU-Kommission (24).

Nicht in der Studie eingeschlossen sind Daten über die Glaubwürdigkeit von Medien. Dies sei ohne Frage auch interessant, betont Christoph Hofinger, Geschäftsführer von Sora. Wenn man eine neue Studie mache, dann sicher auch mit Blick in diesen Bereich. Bei den Personen allerdings gibt es ein paar wenige mit Medienbezug. Dietrich Mateschitz (Red Bull) kommt beispielsweise auf 62 Prozent Glaubwürdigkeit, Conchita Wurst und Andreas Gabalier erreichen immerhin noch 54 und 52 Prozent.

"Glaubwürdigkeit ist ein zentraler Wert der Zukunft", sagt Sepp Tschernutter. Einige Unternehmen hätten aufgrund der Medialisierung einfachste Regeln vergessen, sagt Tschernutter und erklärt noch einmal die wichtigsten Basics, wenn es um Glaubwürdigkeit geht. Wichtig ist es ehrlich zu sein und immer das zu tun, was man sagt. "Man kann auch offen sagen wenn man etwas nicht weiß oder kann, das ist gut für die Glaubwürdigkeit." Außerdem wichtig: Eine klare Linie zeigen, Fehler offen eingestehen und sich nicht besser darstellen als man ist. Wenn man diese einfachen Regeln einhalte sei das der beste Weg zu mehr Glaubwürdigkeit, sagt Tschernutter. Umgekehrt heißt das: Wer unehrlich ist und seine Versprechen nicht hält, wird unglaubwürdig.

Durchgeführt wurde die Studie zwischen dem 27. April und dem 20. Mai 2015 in Telefoninterviews. 750 Menschen wurden befragt. Die Antwortmöglichkeiten wurden den befragten Personen vorgegeben, daher ist auch beispielsweise der ORF nicht in der Kategorie "Unternehmen" zu finden. Für Christoph Hofinger sind die Ergebnisse in einem Punkt ganz entscheidend: "Es gibt nach wie vor Vertrauen in der Gesellschaft. Es ist längst nicht so, dass alles verspielt ist." Das dürfte wohl vor allem für die Unternehmen und Personen ein Lichtblick sein, die besonders in den sozialen Netzwerken teils harscher Kritik ausgesetzt sind.
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