Stellungnahme der IAA zur Punktation zur No...
 

Stellungnahme der IAA zur Punktation zur Novelle des Rundfunkgesetzes

IAA-Präsident Buxbaum für Einbindung der Werbewirtschaft in ORF-Stiftungsgremien und gegen generelle Einschränkung der Sonderwerbeformen.

IAA-Präsident Buxbaum für Einbindung der Werbewirtschaft in ORF-Stiftungsgremien und gegen generelle Einschränkung der Sonderwerbeformen.



Der Präsident der International Advertising Association – Austrian Chapter (IAA), Dkfm. Erich Helmut Buxbaum, nimmt zur Punktation der Bundesregierung zur Novelle des Rundfunkgesetzes Stellung. Buxbaum begrüßt grundsätzlich die Initiative zur Neuordnung der heimischen Medienlandschaft im Sinne einer dynamischen Marktentwicklung. Er fordert außerdem eine Einbindung der Werbewirtschaft in den ORF-Stiftungsgremien und im "Weisenrat" zur Ausformulierung der Rundfunkgesetzesnovelle. Kritisch äußert sich Buxbaum bezüglich der geplanten Einschränkung der Sonderwerbeformen.



Die IAA nimmt in Österreich eine zentrale und wichtige Rolle bei der Vertretung aller Werbetreibenden ein. Ihre 270 österreichischen Mitglieder repräsentieren einen jährlichen Gesamtumsatz von 140 Milliarden Schilling, die Agenturmitglieder der IAA stehen für ca. 85 Prozent der klassischen Werbeausgaben, was etwa 23 Milliarden Schilling entspricht, und für rund 70 Prozent (ca. 42 Milliarden Schilling) des gesamten Aufwandes für kommerzielle Kommunikation in Österreich.



Mitsprache für werbetreibende Wirtschaft bei Stiftungsrat und "Weisenrat"



Die IAA begrüßt die angekündigte Entparteipolitisierung und Professionalisierung in den Aufsichtsgremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – ein Stiftungsrat mit Rechten und Pflichten, die jenen eines AG-Aufsichtsrats vergleichbar sind, ist ohne Zweifel ein richtiger Schritt für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung des ORF.



IAA-Präsident Buxbaum: "Aus diesem Grund tritt die IAA dafür ein, bei der Zusammensetzung des Stiftungsrats die Wirtschaft und insbesondere die werbetreibende Wirtschaft angemessen zu berücksichtigen." Darüber hinaus regt die IAA an, dass Vertreter der Medien und der werbetreibenden Wirtschaft jenem "Weisenrat" angehören sollen, der unter anderem auch zu den Regelungen betreffend Werbung und Sponsoring detaillierte Punktationen erarbeiten wird.



Qualität UND Quote müssen stimmen



Die IAA als Vertreterin der Werbewirtschaft, die erheblich zum Funktionieren einer modernen Medienlandschaft beiträgt, sieht in der Adaptierung des öffentlich-rechtlichen Auftrags des ORF ein wichtiges Signal, weist jedoch zugleich darauf hin, dass für den "Werbewert" eines Mediums, egal ob dieses öffentlich-rechtlich oder privat ist, Qualität UND Quote der Programme entscheidend sind. Für die werbetreibende Wirtschaft ist die Attraktivität im Umfeld eines Programmangebots relevant, nicht jedoch die Rechtsform eines Medienpartners.



Werbewirtschaft entscheidet selbst, wo sie bucht



Werbeeinschränkungen bei einem reichweitenstarken Medium schaffen nach Ansicht der IAA nicht automatisch Finanzierungspotentiale für neue kommerzielle Anbieter, da die Werbewirtschaft dort bucht, wo sie entsprechende Gegenleistungen erhält. Von der Politik kann daher nur der Rahmen bezüglich Werbezeiten vorgegeben werden, Umfang und Platzierung von Werbeausgaben liegen im Entscheidungsbereich von Unternehmen und Agenturen.



Gegen Einschränkung der Sonderwerbeformen



Auf Kritik von IAA-Präsident Buxbaum stoßen die geplanten Änderungen im Bereich der Sonderwerbeformen: "Eine pauschale Einschränkung von Sonderwerbeformen, insbesondere aber das geplante Verbot von Product Placement und Themensponsoring, hätte gravierende Auswirkungen für die werbetreibende Wirtschaft Österreichs. Abgesehen davon, dass Sonderwerbeformen auch international ein erprobtes und vor allem etabliertes Mittel der Produktbewerbung darstellen, stellen sie in zahlreichen Fällen für kleinere und mittelständische Unternehmen die

einzige Möglichkeit dar, mit verhältnismäßigen Mitteln Werbepräsenz im TV zu erreichen. In den Bundesländern stellen Sonderwerbeformen im TV aufgrund des Verbots von regionaler TV-Werbung im ORF im übrigen die einzige Möglichkeit von werblicher Präsenz mit interessanten Reichweiten dar. Jede weitere diesbezügliche Einschränkung geschähe daher zum Schaden der werbetreibenden Unternehmen."



Buxbaum-Appell an Schüssel: IAA-Argumente berücksichtigen



IAA-Präsident Dkfm. Erich Helmut Buxbaum hat Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und die zuständigen Mitglieder der Bundesregierung sowie die Mediensprecher der Parteien in einem Schreiben über den Standpunkt der IAA informiert und appelliert, diese Argumente bei der Detailausarbeitung des neuen Rundfunkgesetzes zu berücksichtigen. Für weiterführende Gespräche mit der Bundesregierung und den Parlamentsparteien steht die IAA zur Verfügung.

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