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Springer-Funke-Medien-Deal kommt neu vors deutsche Kartellamt

Neuer Antrag, ursprünglicher zurückgezogen - Kartellwächtern werden nun vier Einzelpakete vorgelegt - Medienkonzerne haben keinen Zweifel an Genehmigungen

Der Springer-Konzern wird den geplanten Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften an die Funke Mediengruppe noch einmal beim deutschen Bundeskartellamt beantragen. Springer zog seinen ursprünglichen Antrag vom Juli am Montag zurück und will das geplante Geschäft nun in vier Einzelpaketen neu beantragen, teilten die beiden Medienunternehmen mit.

Dieser Schritt erfolge aus formalen Gründen, man folge damit Hinweisen des Bundeskartellamts. Kartellamtssprecher Kay Weidner sagte: "Das ist de facto eine Vereinfachung des Verfahrenes für alle Beteiligten." Weidner verwies aber auch auf Äußerungen von Behördenchef Andreas Mundt, der Fall sei kein Selbstläufer.

Springer-Sprecher Tobias Fröhlich sagte: "Wir halten an der Einschätzung fest, dass wir die gesamte Transaktion für genehmigungsfähig halten." Sollten Voraussetzungen für die Genehmigung nicht vorliegen, werde man sie zeitnah schaffen. Mit einer ersten Entscheidung rechnet der Medienkonzern in diesem Jahr, mit einem Vollzug weiterhin im Frühjahr 2014.

920 Millionen Euro

Springer will für insgesamt 920 Millionen Euro seine Regionalzeitungen "Berliner Morgenpost" und "Hamburger Abendblatt" sowie seine Programm- und Frauenzeitschriften an Funke verkaufen, darunter "Hörzu" und "Bild der Frau". Funke (Essen) gibt unter anderem die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) und die "Braunschweiger Zeitung" heraus. Beide Seiten wollen auch Gemeinschaftsunternehmen für die Vermarktung und den Vertrieb gründen.

Nun wollen sie dem Kartellamt vier Einzelpakete vorlegen: Regionalzeitungen/Frauenzeitschriften, Programmzeitschriften, Gemeinschaftsunternehmen Vertrieb und Gemeinschaftsunternehmen Vermarktung. Springer und Funke erklärten, das ermögliche schrittweise gesonderte Freigaben.

"Werden das intensiv prüfen"

Mundt hatte in der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) gesagt: "Wir werden das intensiv prüfen. Der Fall betrifft eine Vielzahl von Märkten und darunter einige, die man sich aus Wettbewerbssicht sehr genau ansehen muss." Weidner sagte am Montag, gemeint seien die Programmzeitschriften, überregionale Anzeigen in Zeitungen und regionale Anzeigen.

In Österreich hält die Funke-Gruppe 50 Prozent an der "Kronen Zeitung" und 49,4 Prozent am "Kurier".

(APA/dpa)
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