ProSiebenSat.1-Eigentümer machen weiteres Akt...
 

ProSiebenSat.1-Eigentümer machen weiteres Aktienpaket zu Geld

Insider: KKR und Permira verkaufen 11 Prozent für 767 Millionen Euro - Stückpreis von 30,67 Euro - Hauptversammlung hatte im Juli Weg für schrittweisen Ausstieg freigemacht

Die Haupteigentümer des deutschen Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 haben ein weiteres Aktienpaket versilbert. Die Finanzinvestoren KKR und Permira verkauften einen elfprozentigen Anteil für rund 767 Millionen Euro an institutionelle Investoren, wie zwei mit der Transaktion vertraute Personen am Mittwoch sagten. KKR und Permira verringerten ihre gemeinsame Beteiligung auf 33 Prozent. Sie setzen damit ihren schrittweisen Ausstieg fort, nachdem die Aktionäre im Juli die nötigen Formalien abgesegnet hatten.

Die Aktien seien zum Stückpreis von 30,67 Euro an Investoren hauptsächlich aus den USA und Großbritannien gegangen, sagten die Insider. Das entspricht einem Abschlag von fünf Prozent auf den Schlusskurs vom Vortag und ist etwas weniger, als KKR und Permira Finanzkreisen zufolge erhofft hatten: Demnach waren 31 Euro angepeilt. Die beiden Investoren äußerten sich nicht zu dem Preis. Mit dem Erlös sollen Schulden der gemeinsamen Beteiligungs-Holding Lavena abgebaut werden, die die ProSiebenSat.1-Anteile hält.

Die ProSiebenSat.1-Titel gaben am Mittwoch entsprechend auf 30,67 Euro nach. Die Aktie hat damit aber seit Jahresbeginn immer noch 40 Prozent zugelegt, überdies haben die Anteilseigner für jede Aktie mehr als 5,60 Euro Dividende kassiert. Sie profitierten vom guten Geschäftsverlauf angesichts wachsender Online-Aktivitäten des Konzerns und vom Verkauf der Fernsehsender in Nordeuropa. Mit zunehmendem Streubesitz steigen für ProSiebenSat.1 die Chancen auf einen Aufstieg vom Nebenwerteindex MDax in den Leitindex Dax.

Bereits im Februar hatten KKR und Permira einen ersten Anteil für eine fast halbe Milliarde Euro an der Börse abgestoßen. Danach besaßen die beiden Investoren nur noch sämtliche stimmberechtigten Stammaktien. Die Hauptversammlung gab im Juli grünes Licht für die Umwandlung der seit Langem börsennotierten Vorzugsaktien in Stammaktien und die Zulassung dieser Gattung zum Börsenhandel, so dass KKR und Permira nun weitere Anteile verkaufen können.

Die Finanzinvestoren hatten den Fernsehkonzern vor rund sechs Jahren übernommen. Weil sie keinen strategischen Käufer fanden, der den gesamten Anteil oder zumindest ein wesentliches Paket hätte übernehmen können, entschieden sie sich für einen Ausstieg in kleinen Schritten. Weiterer Großaktionär ist die niederländische Mediengruppe Telegraaf, die sechs Prozent der Anteile hält.

(APA/Reuters)
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