PR-Ethik-Rat kämpft gegen Intrasparenz in dig...
 

PR-Ethik-Rat kämpft gegen Intrasparenz in digitalen Medien

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"Der Kodes war genau der richtige Schritt zur richtigen Zeit", so Gabriele Faber-Wiener, Vorsitzende des PR-Ethik-Rats in Österreich.
"Der Kodes war genau der richtige Schritt zur richtigen Zeit", so Gabriele Faber-Wiener, Vorsitzende des PR-Ethik-Rats in Österreich.

Bei einer Pressekonferenz zog der PR-Ethik-Rat seine Jahresbilanz.

Der Österreichische PR-Ethik-Rat ist in seiner Tätigkeit zunehmend mit unzureichender Absender-Transparenz in digitalen Medien konfrontiert. Immer mehr Beschwerden betreffen einerseits inhaltliche Übergriffe und andererseits Intransparenz von Absichten und Absendern in Online-Medien. So das Fazit der am 7. Juni stattfindenden Pressekonferenz zur Jahresbilanz des Österreichischen Ethik-Rats für Public Relations.

Weiters scheine der im September 2016 publizierte „Kodex für Digitale Kommunikation“Wirkung zu zeigen, meint Gabriele Faber-Wiener, Vorsitzende des PR-Ethik-Rats. Viele Agenturen, Unternehmen und NGOs würden den Kodex inzwischen als Leitlinie für ihre PR-Arbeit in digitalen Medien nutzen. Im März wurde der Kodex anlässlich der Generalversammlung zudem in den Ehrenkodex des PRVA aufgenommen, womit er für alle PRVA-Mitglieder verbindlich ist.

Darüber hinaus wurde er ins Englische übersetzt und bei internationalen Gremien präsentiert. „Die nationale und internationale Akzeptanz des Kodex zeigt, dass Prävention gerade in der Digitalen Kommunikation der größte Hebel ist. Letztendlich geht es um Eigenverantwortung, die gerade dort, wo die rechtliche Situation noch unzureichend ist, von großer Bedeutung ist“, so Faber-Wiener. 

Neben dem Schwerpunkt Digitale Kommunikation wurde im Frühjahr eine Branchenbefragung zum Thema „Ethik im Alltag“ durchgeführt. Das Ergebnis: Zunehmende Ökonomisierung, Wettbewerbs- und Erfolgsdruck sowie kurzfristiges Denken würden in der Kommunikationsbranche immer öfter Grenzüberschreitungen bewirken. "Branchendruck bzw. Branchenusus wird oft als Erklärung bzw. versuchte Rationalisierung für ethisch problematisches Handeln angeführt", heißt es von seiten des Ethikrats.

Zahl der Beschwerden auf mehr als das Doppelte angestiegen  

Insgesamt hat der PR-Ethik-Rat im vergangenen Jahr 34 Beschwerden behandelt – doppelt so viele wie seit 2015. Darunter waren auch teilweise umfangreiche Fälle, in die zahlreiche Unternehmen verwickelt waren. Die Themen reichten von nicht gekennzeichneten Schaltungen und Koppelungsgeschäften über Vorwürfe im Hinblick auf rassistische oder pietätlose Berichterstattung, sexistischen Content in Owned Media bis hin zu gezielter Irreführung von Medien (Fall „Seefelder Pistenraupe“).   
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