Plädoyer für neue Strukturen im Event-Managem...
 

Plädoyer für neue Strukturen im Event-Management

Opus/Hross
WKO-Eventbranchenvertreter Erik Kastner mit Keynote Speaker Colja M. Dams
WKO-Eventbranchenvertreter Erik Kastner mit Keynote Speaker Colja M. Dams

Der jüngste "Event-Day" der WKO Wien als Treffpunkt der Event-Branche weit über das Bundesland hinaus konnte mit dem deutschen Event-Veranstalter Colja M. Dams als Keynote Speaker aufwarten. Dams erläuterte die Vorteile und Fallstricke von "Agilem Eventmanagement", das gerade in Zeiten der digitalen Flankierung von Live-Events unumgänglich sei.

Dams ist als CEO von Vok Dams eine der führenden Kräfte im deutschen und zusehends auch asiatischen Event-Management. Große Produktlaunches und Präsentationen etwa der Autoindustrie liegen in den Händen der Agentur. Dams nutzte seinen Auftritt für den Eventday, zu dem Erik Kastner, Bundesbranchensprecher und Initiator der Veranstaltung, nach der erfolgreichen Premiere zum zweiten Mal geladen hatte, zu einem dezidierten Eintreten für neues Denken im Eventmanagement, konkret das Konzept Agilen Managements.

Gleich zu Beginn räumte Dams ein, dass Agiles Management gerade im Eventbereich kein einfaches Rezept sei, sondern eine ständige herausfordernde Entwicklung, die auch Fehler und Rückschläge beinhalte. Gerade die immer bedeutendere digitale Begleitung von Live-Events lasse jedoch de facto keine andere Wahl: Um diese nicht nur auf dem Reißbrett zu planen, sondern auch wirklich umsetzen zu können, bedürfe es eines neuen Zugangs: „Kunden wissen oft nicht, was sie brauchen. Das bedeutet, dass wir oft gar kein Briefing erhalten, was dazu führt, dass wir mit ihnen gemeinsam das Projekt entwickeln, laufend abstimmen und jeder und jede von uns dabei immer wieder in unterschiedliche Rollen schlüpft.“ 

Post-Its als Schlüssel zur Flexibilität

Es gebe in seinen Teams keine vordefinierte Rollen- und Aufgabenverteilung mehr, sondern die Möglichkeit, bestimmte Aufgaben selbst zu wählen, schilderte Dams. Die Arbeitspakete werden auf kleine Post-it-Zettel geschrieben und die Abstimmung erfolge täglich, ob ein Paket bereits erledigt oder „noch in Arbeit“ sei. Dams gab zu, dass diese „gelebte Flexibilität“ und diese „nicht mehr vorhandene Hierarchie“ ein großer Change-Prozess gewesen sei und zunächst zu einer Mitarbeiterfluktuation geführt habe. Schließlich habe man "jedoch erkannt, dass wir vor allem selbst an der Sache, an der Arbeit Spaß haben wollen, dadurch ist es auch gelungen, eine höhere Effizienz, mehr Innovation und eine bessere Lebensqualität zu erhalten“. Ganz generell wertete Dams die Digitalisierung als positive Entwicklung für die Eventbranche, da dadurch das Live-Erlebnis eine neue Bedeutung erhalten habe, da es sowohl Motivation stärke als auch Inspiration bei den Gestaltern ebenso wie bei den Kunden auslöse.

Um aktuelle Fragen der Wiener Eventbranche ging es in der Podiumsdiskussion bei der Veranstaltung. Als "Leuchtturmprojekt" setzte man dabei auf die geplante Eventhalle in Neu Marx. In Arbeitskreisen ging es zudem unter anderem um Fragen zum neuen Lehrberuf „Eventkaufmann/Eventkauffrau“ sowie Arbeitszeiten und Eventsicherheit.

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