ÖBB-Werbung: Zuschlag für Aandrs
 

ÖBB-Werbung: Zuschlag für Aandrs

Julie Brass
Robert Dassel, Roman Steiner, René Pichler und Arno Reisenbüchler.
Robert Dassel, Roman Steiner, René Pichler und Arno Reisenbüchler.

Während die ÖBB-Werbung ihre Inhouse-Kreativkompetenz weiter ausbaut, setzt sich die Agentur Aandrs als Creative Lead im Pitch durch und folgt FCB Neuwien nach. ‚Projektbasierte Arbeit‘ ist das neue Stichwort.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 26/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Wir brauchen keine Full-Service- Agentur mehr“, hatte ÖBBWerbung Geschäftsführerin Karin Seywald-Czihak bereits im März gegenüber HORIZONT bestätigt. Auch hatte sie einen Kreativagentur-Wechsel angekündigt, der nun besiegelt ist, wie HORIZONT exklusiv in Erfahrung bringen konnte: Statt wie bis Ende März FCB Neuwien wird künftig Aandrs die ÖBB-Werbung unterstützen, und zwar bei deren Kompetenzaufbau als Inhouse-Agentur. Die Wiener Agentur konnte sich in einem Ausschreibungsverfahren durchsetzen und fungiert als neuer Creative Lead und Kooperationspartner des unternehmenseigenen Kreativteams. Statt besagter Full-Service-Agentur hole man sich nun mit Aandrs Kreativleistungen projektbezogen ins Haus, schildert Seywald-Czihak den aktuellen Schritt: „Arno Reisenbüchler und René Pichler werden unser Team als Creative Directors unterstützen und zu neuen kreativen Höchstleistungen führen.“ Für Aandrs wiederum bedeute die ÖBB mehr als nur Zug, Gleis und Bahnhof, „die ÖBB ist ein Stück österreichische Identität und eine ikonische Marke“. Zusätzlich will Seywald-Czihak den Vertrieb der ÖBB-eigenen Werbeflächen ausbauen.

Auslöser ‚Fragmentierung‘

Die ÖBB-Werbung greift bereits seit Längerem auf vier eigene Grafiker zurück, wobei diese kreative Unit aufgestockt werden soll. Mit dem Abstand von Full-Service folge man einem internationalen Trend, durch den neue Formen in der Zusammenarbeit mit kreativen Dienstleistern, wie Customized Agencys oder Decoupling alltäglich würden (bei Letzterem kauft das Unternehmen Leistungen direkt statt mittelbar über eine Agentur zu). Einen Inhouse-Trend, den die ÖBB-Werbung der Mediaagentur (MediaCom) anvertraut, ist Programmatic. Abgesehen davon möchte sich die ÖBB-Werbung noch mehr in Richtung digitale Kommunikation bewegen. Hierbei und in puncto Content Marketing wird das Unternehmen seit Februar von Virtual Identity unterstützt, ein Schwerpunkt liegt auf Bewegtbild.

Als Auslöser für die neue Art der Zusammenarbeit führt Seywald- Czihak die zunehmende Fragmentierung von Mediakanälen und Zielgruppen ins Treffen, dadurch gebe es kein zentrales Medium, keine zentrale Kampagne mehr, sondern vielseitige Kommunikation. „Mit den neuen Kreativ-Teams stellt sich die ÖBB-Werbung für die künftigen Herausforderungen auf“, zeigt sich Seywald- Czihak überzeugt: „360-Grad- Kampagnen, anspruchsvollere Zielgruppenbedürfnisse und deutlich mehr Kontaktpunkte mit Kunden und Stakeholdern.“

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