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Nationalratswahl: ÖVP gab am meisten für Wahlwerbung aus

APA

Laut aktuellen Daten von Focus Media Research hat die ÖVP im vergangenen Wahlkampf deutlich mehr für Wahlwerbung ausgegeben als SPÖ und FPÖ.

Von Juli bis Oktober hat die ÖVP laut vorliegenden Zahlen des Marktforschungsunternehmens Focus Media Research 6,3 Millionen Euro in Werbung investiert. Damit lag die Partei rund um Sebastian Kurz um gut eine Million Euro vor der SPÖ (5,2 Millionen Euro) und deutlich vor der FPÖ (4,2 Millionen Euro). Die Grünen kamen auf 2,5 Millionen Euro, die NEOS auf 1,2 Millionen Euro. Die Liste Pilz verfügte bekanntermaßen über nur ein einziges Wahlplakat und wird daher von den Marktforschern gar nicht ausgewiesen.

In Summe liegen die Werbeausgaben der Parteien mit 20 Millionen Euro aber deutlich unter 2013 (32,5 Millionen Euro), obwohl der Wahlkampf damals kürzer war. Der Grund: Allein das Team Stronach investierte 10,7 Millionen Euro, das BZÖ weitere 2,1 Millionen Euro. Beide Parteien haben nicht mehr kandidiert. Auch die SPÖ hat trotz des längeren Wahlkampfs deutlich weniger ausgegeben.

Stark fokussiert haben die Parteien dabei ihre Aktivitäten auf die letzten Wochen von der Wahl: Allein 10 der 20 Millionen Euro flossen in den zwei Wahlkampfwochen im Oktober.

Endgültiger Bericht erst Herbst 2018

Bei den Daten des Marktforschers handelt es sich um Bruttopreise ohne Rabatte. Nicht erfasst wird außerdem Werbung über US-Unternehmen wie Facebook und Google. Philipp Maderthaner, Gründer und Geschäftsführer des Campaigning Bureau, hatte hierzu vor wenigen Tagen auf einer Veranstaltung Zahlen rund um das Onlinebudget der ÖVP verraten: Drei Viertel der Onlinespendings der ÖVP gingen an Facebook, zwölf bis 15 Prozent des gesamten Media-Budgets gingen an digitale Kanäle, sagt er.

Die offizielle Abrechnung steht noch aus, sie steht mit den Rechenschaftsberichten für das Wahljahr im Herbst 2018 an. Dabei geht es auch darum, ob alle Parteien die gesetzliche Kostengrenze eingehalten haben: Während die SPÖ vorerst davon ausgeht, die sieben Millionen Euro nicht überschritten zu haben, wollten sich ÖVP und FPÖ auf APA-Anfrage noch nicht festlegen und verweisen auf die noch ausstehenden endgültigen Abrechnungen – bei diesen werden auch Ausgaben für Personal und Veranstaltungen berücksichtigt, sowie die gesamten Social Media-Kosten.

Der Media-Mix der Parteien

Die Sozialdemokraten haben 2017 vergleichsweise wenig in Print-Inserate gesteckt (1,9 Millionen Euro gegenüber 3,6 Millionen Euro bei der ÖVP und 2,4 Millionen Euro bei der FPÖ). Dafür haben sie deutlich mehr Werbung im Privat-TV gekauft (0,9 Millionen Euro gegenüber 0,6 Millionen Euro bei der ÖVP und 0,3 Millionen Euro bei der FPÖ). Die höchsten Plakat-Kosten hatten die Grünen (1,8 Millionen Euro gegenüber je 1,7 bei SPÖ und ÖVP). Die Grünen haben dafür deutlich weniger inseriert (0,7 Millionen Euro).

Die Grünen hatten die höchsten Werbekosten pro Wählerstimme, sie zahlten für jeden ihrer 192.638 Wähler 13,2 Euro. Die NEOS investierten 4,6 Euro pro Wähler, die ÖVP 3,9, die SPÖ 3,8 und die FPÖ 3,2 Euro pro Stimme.

(Red.)
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