Mohrenbrauerei: Umstrittenes Logo wurde übera...
 
Mohrenbrauerei

Umstrittenes Logo wurde überarbeitet

Mohrenbrauerei

Als Folge immer wieder vorgebrachter Rassismusvorwürfe verpasste sich die Dornbirner Mohrenbrauerei einen neuen Markenauftritt, der am 8. März 2022 offiziell präsentiert wurde.

"Wir haben uns entschieden, unsere Bildmarke zu verändern, den Kopf aber im Logo zu belassen. Das drückt ganz klar aus: Wir stehen zu unserer Tradition, distanzieren uns jedoch ganz entschieden von Rassismus." Mit diesen Worten beschrieb Thomas Pachole, Co-Geschäftsführer der Dornbirner Mohrenbrauerei neben Heinz Huber, der am Tag der Pressekonferenz erkrankt war, die Intention hinter dem neuen Markenauftritt. Das Logo ziert nun die schwarze Silhouette eines Kopfes, wobei das Motto gilt: neutral statt kolonial. "Schwulstige Lippen, stupsige Nase und der etwas gebeugte Halsansatz verschwinden aus der Darstellung", heißt es in einer Unternehmensaussendung.

Weiters neu prangt zukünftigen auf den Etiketten nicht mehr die Jahreszahl 1834 - in diesem Jahr wurde die Brauerei von der Familie Huber übernommen, die sie auch heute noch in sechster Generation führt -, sondern 1763. In diesem Jahr wurde nämlich die von Johann Mohr gegründete Gastwirtschaft inklusive angeschlossener Brauerei erstmals urkundlich erwähnt. Ihr Name "Zum Mohren" leitete sich dabei aus dem Familiennamen des Besitzers ab und das Logo, ein schwarzer Kopf, aus seinem Familienwappen. "Wir können es heute nicht mit absoluter Gewissheit sagen, aber nach intensiver Recherche gehen wir davon aus, dass es sich beim Schutzpatron unseres Gründers um den heiligen Mauritius handelt. Dieser wurde nach Überlieferung bei Theben in Ägypten geboren und starb rund um das Jahr 290 in einem Ort namens Agaunum, im heutigen Wallis in der Schweiz", steht dazu auf der Firmenwebsite.

Darüber hinaus heißt der offizielle Markenname nun "Mohrenbräu" und nicht mehr nur "Mohren". Damit will man unmissverständlich den Bezug zum Bierbrauen in den Vordergrund stellen und andere Assoziationen unterbinden.

Das erste Produkt mit dem überarbeiteten Markenauftritt ist das Mohrenbräu Spezial, das jetzt neu auch in der 2019 eingeführten 0,33-Liter-Mehrweg-Leichtflasche abgefüllt wird. Die Umstellung aller Produkte wird dann voraussichtlich bis Ende 2022 erfolgen. Bis jedoch sämtliche Logos auf Kisten, Lkw-Planen et cetera ausgetauscht sind, werden noch mehrere Jahre vergehen. "Aus Kosten- und aus Umweltgründen werden Materialien immer dann ersetzt, wenn sie tatsächlich erneuert werden müssen", erklärte Geschäftsführer Pachole. Die Kosten für die komplette Umstellung des Markenauftritts liegen laut Mohrenbrauerei in Millionenhöhe.

Im Jahr 2021 erzeilte die Dornbirner Brauerei mit 150 Mitarbeitenden einen Umsatz von 23,3 Millionen Euro. Laut Eigenangabe hat man mit 53 Prozent Marktanteil die Marktführerschaft in Vorarlberg inne.



Dieser Text erschien zuerst auf www.cash.at.

stats