Messbarkeit als Schlüssel zum Erfolg?
 

Messbarkeit als Schlüssel zum Erfolg?

Beim allerersten corporate Expert space der SMMC diskutierten Experten, wie die kreative Idee und die Messbarkeit zueinander stehen

Am 15. Oktober veranstaltete Styria Multi Media Corporate, kurz SMMC, erstmals den corporate Expert space. In der neuen Expertenrunde werden Fragen des Corporate Business auf den Prüfstand gestellt. Das Titelthema lautete „Egal was, Hauptsache, es wirkt? Muss eine Idee messbar sein, um erfolgreich zu sein?“. Nachdem sich die Gäste in der Landtmann’s Bel Etage im ersten Wiener Bezirk eingefunden hatten, erklärten die beiden SMMC-Geschäftsführer Martin Distl und Erich Schönberg in einer einführenden Rede, dass das Diskussionsthema bewusst provokant gewählt wurde. Künftig sei außerdem angedacht, dass der corporate Expert space zwei Mal jährlich stattfindet.

Die Idee zum neuen Format stammt von Daniela Sonn, Projektentwicklung SMM: „Ich bin begeistert, dass wir es in dieser Flut an Talks, Tagungen und Foren geschafft haben, mit profunden Themen zu überzeugen. Sehr erfreulich war auch, dass viele Menschen einschließlich der Experten anschließend noch lange geblieben sind, reflektiert und diskutiert haben.“ Das Kernthema der Corporate Unit ist Content Marketing, also maßgeschneiderte Kommunikation. Mit corporate Expert space hat diese Unit nun eine Bühne erhalten. „Die SMMC ist Gastgeber und wird dadurch erlebbar“, so Sonn.

Kreative Idee und Erfolgsmessung unzertrennlich

Die Keynote hielt Florian Zühlke, Head of Community Management bei der deutschen Agentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr. Seiner Ansicht nach gehen die kreative Idee und Erfolgsmessung Hand in Hand. Schließlich wisse man ohne Erfolgsmessung auch gar nicht, ob eine Kampagnenidee erfolgreich war. Heute müsse Kundenzentrierung im Fokus stehen, und um das hinzubekommen, gelte es herauszufinden, wer der Kunde ist. Das führe zu einer engen Verbindung mit einer Datenbasis. „Unternehmen brauchen eine Datenbasis, die von einer Kreation kreativ ausgefüllt wird“, so Zühlke.

Es geht um die Bedeutung

Im Rahmen der anschließenden ­Podiumsdiskussion äußerte sich Helene Karmasin von Karmasin.Motivforschung zur Thematik: „Um ein Produkt mit Werten auszustatten, braucht man mehr, man kann das nicht aus der Datenmenge extrahieren. Letztlich geht es immer noch um die Bedeutung. Beispielsweise verkauft sich so manch teure Creme sehr gut, etwa weil sie magische Schönheit dank des Extrakts einer edlen Blume verspricht. So etwas kann man nicht erfragen.“

Mehrwert für den Nutzer

Robert Dassel, Art Director und Digital Creative bei Demner, Merlicek & Bergmann, erklärte: „Im Endeffekt geht es darum, dass der Nutzer einen Mehrwert trägt und wie wir etwas über alle Kanäle hinweg auf die Beine stellen können.“ Ohne Messbarkeit gehe es nicht, aber man müsse auch integriert denken. Dieter Pivrnec, Mitglied der Geschäftsführung und Art Director Lowe GGK: „Die Idee ist nicht messbar, bevor sie zur Kam­pagne wird. Die Begeisterung, die einen Menschen zum Kauf bewegt, stammt meist von der kreativen Idee ab.“

Einfachstes Messinstrument: Geldbeutel

Gregor Almássy, Director Corporate Marketing + Customer Service Samsung Elec­tronics Austria, meinte dazu aus unternehmerischer Sicht: „Alle reden über Messbarkeit und Big Data, aber wenige wenden sie wirklich sinnvoll an. Das einfachste Messinstrument eines Unternehmers ist sein Geldbeutel. Wenn ich die Mitarbeiter nicht mehr bezahlen kann, sagt das alles.“ Und Susanne Soumelidis, CMO Lead, Central Marketing, Microsoft Österreich: „In meinem Alltag kommen viele mit Ideen auf mich zu. Man muss immer entscheiden, was relevant ist, und da helfen natürlich auch Zahlen und Nutzerdaten.“

Schönberg fasste die Aussagen der Runde zum Schluss prägnant zusammen: „Auf die Frage des Abends gibt es keine richtige Antwort. Messbarkeit ist immer als Teil des Ganzen zu sehen.“
stats