Marketing, aufgewacht!
 
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Kommentar von Jürgen Hofer, stv. Chefredakteur.

Zwei Drittel aller Marken haben im vergangen Jahr an Markenkraft verloren. Vor allem Differenzierung zu anderen Marken und Relevanz bei den Konsumenten werden schmerzlich vermisst, zeigt eine repräsentative Erhebung von Young & Rubicam (Horizont berichtete).

Während internationale Vorzeigebeispiele das Markenbewusstsein tief im Mindset verankert hätten, kämpft die österreichische Markenlandschaft mit zurückgehender Markenbedeutung.

Die Zahlen sind alarmierend, die Gründe vielfältig: fehlendes Verständnis auf CEO-Ebene, unzureichende strategische Konzeption gepaart mit mangelhafter Ausführung, intensivierter Kampf um Aufmerksamkeit.

„Wenn ich in meine Marke vorne keine Energie hinein fülle, säuft sie mir hinterher beim Konsumenten ab“, mahnt Studienverantwortlicher Sebastian Bayer.

Die Erkenntnis aus dieser und ähnlichen Studien kann nur lauten: es braucht mehr Bewusstsein für den Faktor Marke, angekratzte Images können nur langfristig und mit dem Einsatz finanzieller Mittel wieder aufpoliert werden.

Oder aber: die Kraft einzelner Marken wird weiter sinken – und diese mit der Zeit in der Bedeutungslosigkeit und damit vom Markt verschwinden. Was angesichts fehlender Relevanz wiederum eine nicht unwillkommene Bereinigung des Markts wäre. 
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