Events: ‚Museumszeit‘ statt ‚Lange Nacht‘
 
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‚Museumszeit‘ statt ‚Lange Nacht‘

ORF

Neues Konzept: Aufgrund der Coronaepidemie ersetzt der ORF dieses Jahr die ‚Lange Nacht der Museen‘ durch die ‚Museumszeit‘.

Rund 400.000 Besucher konnte die „Lange Nacht der Museen“ (LNDM) des ORF im vergangenen Jahr österreichweit bewegen. Aufgrund der Entwicklung rund um die Coronaepidemie war zu erwarten, dass dieses Eventkonzept dieses Jahr nicht zu halten sein wird. Der ORF hat darauf nun reagiert und setzt die Erfolgsgeschichte aus – für Ersatz ist jedoch gesorgt.

Unter dem Motto „Neues erkunden, Bewährtes erleben“ wird der öffentlich-rechtliche Sender von 3. bis 10. Oktober die „ORF-Museumszeit“ veranstalten: Österreichweit eine ganze Woche lang Kunst und Kultur entdecken, mit zahlreichen Benefits der Museen und einem bunten Programm für die Besucher. Unter dem Label „ORF-Ticket“ wird es dazu eine Woche lang besondere Aktionen wie beispielsweise Ermäßigungen, Sonderprogramme, Kinderextras und vieles mehr geben. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: „Seit Monaten stellt uns die Coronapandemie vor große Herausforderungen. Der ORF ist dabei ein verlässlicher Partner der Österreicherinnen und Österreicher. Auch als größte Kulturplattform des Landes wollen wir unserem Auftrag – soweit es die aktuelle Situation erlaubt – weiterhin gerecht werden.“

‚Keine leichte Entscheidung‘

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Im Juli mussten wir überlegen, ob eine Durchführung der ‚ORF-Langen Nacht der Museen‘ heuer stattfinden kann. Die Corona-Infektionszahlen waren damals noch ganz andere als jetzt, aber es war klar, dass der Herbst schwierig werden würde“, sagt Martin Biedermann, ORF-Konzernsprecher und Marketingchef, gegenüber HORIZONT. „Mit der ‚ORF-Langen Nacht der Museen‘ geht der ORF jedes Jahr ein wirtschaftliches Risiko ein, denn diese Großveranstaltung finanziert sich zum überwiegenden Teil aus Ticketerlösen und ist damit nicht zuletzt vom Wetter abhängig. Heuer kommt noch ein Gesundheitsrisiko dazu, das wir als Veranstalter gemeinsam mit den Museen natürlich auch sehr ernst nehmen müssen.“ Die Entscheidung fiel dem ORF auch insofern nicht leicht, „als die österreichischen Museen ja gerade in einem Krisenjahr wie heuer auf jede Form der Unterstützung und Promotion angewiesen sind.“

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Im Juli mussten wir überlegen, ob eine Durchführung der ‚ORF-Langen Nacht der Museen‘ heuer stattfinden kann. Die Corona-Infektionszahlen waren damals noch ganz andere als jetzt, aber es war klar, dass der Herbst schwierig werden würde“, sagt Martin Biedermann, ORF-Konzernsprecher und Marketingchef.
ORF/Thomas Ramstorfer
„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Im Juli mussten wir überlegen, ob eine Durchführung der ‚ORF-Langen Nacht der Museen‘ heuer stattfinden kann. Die Corona-Infektionszahlen waren damals noch ganz andere als jetzt, aber es war klar, dass der Herbst schwierig werden würde“, sagt Martin Biedermann, ORF-Konzernsprecher und Marketingchef.


Bettina Leidl, Österreichisches Nationalkomitee des International Council of Museums (ICOM), betont zudem die wichtige Rolle von Museen: „In einer Zeit der Umbrüche genießen Museen hohe Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Museen liefern Fakten und Kontext, sie beziehen Position für Diversität und Nachhaltigkeit und sie sind Teil der Gesellschaft und lokaler Communitys.“

Enttäuschung und Verständnis

Die Benchmarks der Events aus den Vorjahren sind dieses Jahr für Biedermann nicht im Vordergrund: „Es geht uns nicht um die Anzahl der Besuche, sondern darum die österreichischen Museen zu unterstützen. Wir wollen die Museen wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen bringen und sie animieren, ein Museum zu besuchen – ohne dass wir das Risiko eingehen, das ein Event mit Hunderttausenden Besuchern mit sich bringen würde.“

Wie viele Institutionen teilnehmen werden, steht noch nicht fest. Die Anzahl der teilnehmenden Museen wird laut Biedermann täglich größer. „Natürlich war da im ersten Moment Enttäuschung zu spüren, aber gleichzeitig auch Verständnis für die Absage und ein großes Interesse an der ‚ORF-Museumszeit‘, mit der der ORF den Museen coronaadäquat zu Seite stehen will“, so der Kommunikationschef des ORF.

„Knapp 800 Museen und mehr als mehr als 100 Millionen Sammlungsobjekte gibt es in Österreich. Es ist wichtig, dass Museen offene und lebendige Orte sind, Leuchttürme, die Orientierung in der modernen Welt geben und anhand ihrer Objekte und Sammlungen Dialoge initiieren können“, ist auch Wolfgang Muchitsch vom Museumsbund Österreich von der Wichtigkeit der Veranstaltung überzeugt.

Comeback der LNDM

Im kommenden Jahr soll die „Lange Nacht der Museen“ jedenfalls wieder ein Comeback feiern „und wir hoffen sehr, dass es schon im kommendes Jahr möglich sein wird, sie in gewohnter Form zu veranstalten“, so Biedermann, der weiters ergänzt: „Darüber hinaus ist der ORF als größte Kulturplattform des Landes immer offen für neue Kooperationen und Unterstützer für die österreichischen Kulturinstitutionen.“

Der ORF bewirbt die ORF-Museumszeit ab 19. September mittels TV-, Radio- und Onlinespots sowie mit Inseraten in den heimischen Tageszeitungen und Magazinen. Informationen zu den teilnehmenden Museen und den speziellen Programmen unter dem Label „ORF-Ticket“ finden sich im Internet unter https://langenacht.orf.at/.

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