Konjunkturerwartung der Kreativen positiv
 

Konjunkturerwartung der Kreativen positiv

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Sechster ‚Kreativwirtschaftsbericht‘: ‚Seitens der Kreativwirtschaft besteht die wichtigste Aufgabe in einer stärkeren Innovationsorientierung‘

„Trotz der im Herbst 2014 angespannten konjunkturellen Situation blicken die Unternehmen der österreichischen Kreativwirtschaft optimistisch auf das Jahr 2015. Sie rechnen mehrheitlich mit einer Verbesserung der Auftragslage und steigenden Umsätzen“, steht als eine der Schlussfolgerungen auf Seite 174 des sechsten Kreativwirtschaftsberichts.

Seit Gründung 2008 ist die creativ wirtschaft austria eingebettet in die Wirtschaftskammer Österreich, gemeinsam mit Austria Wirtschaftsservice/impuls, Träger und Umsetzer der ­Initiative „evolve“ zur Innovations­förderung in der Kreativwirtschaft des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW). Als „Kreativwirtschaft“ werden die neuen Bereiche/Branchen Architektur, Design, Musik, Buch und künstlerische Tätigkeit, Radio und TV, Software und Games, ­Verlage, Video und Film, Werbung sowie Bibliotheken, Museen und bo­tanische und zoologische Gärten ­definiert.

‚Innovationsdienstleister‘

Eine der Schlüsselempfehlungen an die Branche steht – neben anderen –auf Seite 180: „Seitens der Kreativwirtschaft besteht die wichtigste ­Aufgabe in einer stärkeren Innovationsorientierung. Kreativwirtschaftsunternehmen sollten sich als Innovationsdienstleister verstehen und ihre Angebote viel häufiger, als dies heute der Fall ist, als einen Beitrag zum Innovationsprozess der Kunden sehen.“

Konjunkturerwartung ist positiv

Die rund 39.000 Kreativwirtschaftsunternehmen (das sind rund elf Prozent Anteil an den Wirtschaftskammer-Mitgliedsunternehmen in Österreich) mit rund 140.000 Arbeitnehmern (vier Prozent der Arbeitnehmer), machen rund 20,3 Milliarden Euro Umsatz (rund drei Prozent Umsatzanteil an der Gesamtwirtschaft) und erzielen eine Bruttowertschöpfung von 7,9 Milliarden Euro (rund vier Prozent der Wertschöpfung der österreichischen Unternehmen).

Aber: Rund 43 Prozent sind EPU (Ein-Personen-Unternehmen – in der Gesamtwirtschaft nur 38 Prozent) – und nur elf Prozent haben mehr als fünf Mitarbeiter (Gesamtwirtschaft: 25 Prozent der Unternehmen).
Exakt 8.947 Unternehmen werden der Werbung als drittgrößtem Bereich zugerechnet (mit rund 26.000 Beschäftigten), die rund 21 Prozent der Umsätze machen (größere Bereiche: Musik/Buch mit 10.551 Unternehmen, 18 Prozent Umsatzanteil, und Software und Games mit 9.462 Unternehmen und 42.028 Mitarbeitern und 30 Prozent Umsatzanteil).

Der Ausblick ist helle (Seite 50): „Eine Befragung der Kreativwirtschaftsunternehmen im Herbst 2014 zeigte, dass die Unternehmen der Bereiche Design und Software und Games sowie die Verlage, sowohl die konjunkturelle Lage der vergan­genen zwölf Monate als auch jene für die kommenden zwölf Monate überwiegend positiv und besser als die übrigen Kreativwirtschaftssektoren einschätzen. Für die Zukunft zeigen sich auch die Werbeunternehmen und der Sektor Video und Film – ­ausgehend vom niedrigen Niveau der letzten zwölf Monate – zuversichtlich.“

Dieser Artikel erschien am 8. Mai in der HORIZONT-Printausgabe 19/2015. Hier geht's zur Abo-Bestellung.
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