Kaufen, ohne zu zahlen
 
H&M
Neue Zahlungsmöglichkeiten für Mitglieder des H&M-Treueprogramms.
Neue Zahlungsmöglichkeiten für Mitglieder des H&M-Treueprogramms.

H&M lädt seine Kunden zum Shoppen, ohne (sofort) bezahlen zu müssen. Die alte Ratenzahlung feiert damit in digitaler Form ihr Comeback.

Mit „Spätherbst“ 2019, also rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft, führt die zuletzt an den Börsen schwächelnde schwedische Modekette Hennes & Mauritz (H&M), die eigenen Angaben zufolge das Internetgeschäft „verschlafen“ hat, auch in Österreich eine neue Zahlungsmöglichkeit ein. Das bestätigt Österreichs H&M-Sprecherin Kerstin Siller auf HORIZONT-Anfrage.
H&M-Kunden können so ihre Einkäufe mit einer eigens in Zusammenarbeit mit dem globalen Zahlungsdienstleister Klarna, an dem H&M mit einem Prozent beteiligt ist, entwickelten Zahlungslösung bezahlen. Klarna arbeitet aktuell mit 130.000 Händlern wie Asos, Spotify, Media Markt und Deutsche Bahn zusammen und versteht sich als eine „lizenzierte Bank, die das Bezahlerlebnis für Käufer und Händler grundlegend verändert“. Für H&M bedeutet das, dass man Kleidung im stationären Handel holen und erst später bezahlen kann. Was beim Shopping im Internet längst usus ist, führt H&M nach den USA, dem UK, Skandinavien, den Niederlanden und der Schweiz damit auch hierzulande ein.

Volljährigkeit und Smartphone

Kunden sollen so auf allen Kanälen „reibungslos und flexibel“ bezahlen können. „Mit dem Kauf auf Rechnung können neue und bestehende Mitglieder des H&M-Treueprogramms ihre Artikel sowohl online als auch in den Stores kaufen und erst zu einem späteren Zeitpunkt sofort oder in Raten bezahlen“, heißt es in einer Aussendung. Zum Bezahlen mit Klarna am PoS müssen Kunden „lediglich  volljährig und im Besitz eines Smartphones“ sein. Nachdem der Kunde den Wunsch geäußert hat, mit Klarna zu bezahlen, sendet das Kassenpersonal via Klarna-Händler-App oder aus dem bestehenden POS-System des Händlers einen Zahlungslink zur Zahlungsseite. Diesen Link erhält der Kunde via E-Mail, QR-Code oder SMS. „Hier kann der Kunde seine gewünschte Zahlungsart, also Rechnungs- oder Ratenkauf, auswählen und gibt anschließend seine persönliche Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Geburtsdatum an. Sobald diese Informationen eingetragen sind, ist der Bezahlvorgang abgeschlossen“, erklärt Siller.

Im Rahmen seines „Retail Reports“ prognostiziert das Wiener Beratungsunternehmen Advicum, dass die Umsätze des Modesektors in Österreich in den nächsten Jahren um 1,7 Prozent steigen werden. „Wer überleben will“, so Advicum, der müsse „den Kunden ins Zentrum stellen (Customer Centricity) – und nicht Produkte, Prozesse oder das Unternehmen“. Demnach ist H&M nun auf der richtigen Spur.

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