Journalisten sind aktive Online-Worker
 

Journalisten sind aktive Online-Worker

Ikp-Studie bestätigt Bedeutung des Internets für Medienarbeit

Das Internet ist aus dem Alltag der journalistischen Tätigkeit nicht mehr wegzudenken. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des ikp, Institutes für Kommunikationsplanung. Gemeinsam mit SORA (Institute for Social Research and Analysis) wurde die Internetnutzung österreichischer und deutscher JournalistInnen untersucht. Befragt wurden dabei Redakteure aus den Bereichen IT/Neue Medien, Wirtschaft und Finanzen, Politik sowie Lifestyle und Gesundheit. Überzeugte Net-Navigatoren sind sie alle.


Medienfachleute zeigen keine Scheu vor dem Internet. Mehr als die Hälfte der befragten JournalistInnen haben mittlerweile elektronische Newsletter abonniert, 80 Prozent benutzen das Internet (fast) täglich, 85 Prozent mailen (beinahe) täglich. Dabei hat sich das World Wide Web als ideales Instrument für die rasche Hintergrund- und Fachrecherche etabliert. Generell beschaffen sich mehr als zwei Drittel (70,3 Prozent) rasch aktuelle Informationen aus dem Internet, wobei JournalistInnen aus den Bereichen IT/Telekom/Neue Medien naturgemäß am häufigsten ins Netz einsteigen. Die Gesundheit- und Lifestyle-Branche am seltensten. Suchmaschinen wie Yahoo! oder Altavista sind die am häufigsten aufgesuchten Webseiten. An zweiter Stelle rangieren Internetseiten verschiedener österreichischer Tageszeitungen, allen voran die des Standard.



Skepsis bei Online-PKs


Die Erfahrungen mit Online-Pressekonferenzen machen allerdings skeptisch für die Zukunft. Offensichtlich stößt in diesem Segment das neue Medium an seine technischen Grenzen und kann die persönliche Kommunikation nicht ersetzen. Zwar haben mit 45,3 Prozent schon fast die Hälfte aller Befragten Redakteure schon einmal online eine Pressekonferenz verfolgt. Darunter sind zu 68 Prozent die IT- JournalistInnen und zu 55 Prozent Vertreter aus dem Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Zwei Drittel der Befragten (67,2 Prozent) räumen diesem Medium auch eine größere Bedeutung für die Zukunft ein. Dennoch sind die häufigsten User, die IT-JournalistInnen, auch die größten Skeptiker in diesem Zusammenhang.
Die Presseinformationen erhält die schreibende Zunft am liebsten per E-Mail. Knapp mehr als die Hälfte (51,5 Prozent) votierte für diesen Informationsweg und damit gegen Fax oder Post. Unter den IT-JournalistInnen stimmten sogar drei Viertel (76 Prozent) für ein E-Mail.



Journalistenkritik


Auch oder gerade weil sich die JournalistInnen so intensiv mit dem neuen Medium beschäftigen und es nutzen, kommt aus dieser Ecke aus deutliche Kritik. Internetgerechtes Service wird vermisst und die mangelnde Zuverlässigkeit der Informationen beklagt.


So ist etwa nur die Hälfte der Befragten der Meinung, dass es genügend spezielle Serviceangebote für JournalistInnen gibt - 16 Prozent halten dies für sehr und weitere 36 Prozent für ziemlich zutreffend. Auch von einer guten Aufbereitung der Informationen im Internet sind nur wenige völlig überzeugt (8 Prozent). Für ikp-Geschäftsführer Alfred Autischer ein deutliches Indiz dafür, daß die "journalistischen Online-Worker ungeduldig sind, Nutzwert orientiert und schnell vertrieben, denn die Aktualität und Zuverlässigkeit der via Internet angebotenen Informationen hat oberste Priorität."


Das größte Manko scheinen jedoch die technische Ausrüstung bzw. die umfangreichen Grafiken und Abbildungen auf Webseiten zu sein - 60 Prozent der befragten Medienfachleute dauert das Laden der Webpages zu lange. Autischer: "Journalisten schätzen den schnellen und leichten Zugang zu den Informationen über das Internet. Störende Werbeeinblendungen und aufwendige grafische Gestaltung von Webseiten mindern die Übersichtlichkeit, Verständlichkeit bzw. Strukturiertheit der angebotenen Informationen."



"Was Journalisten auf Websites schätzen"


-Keine Unterhaltung, sondern Information


-Kurze, übersichtliche, verständliche und hierarchisch strukturierte Information


-Texte die nicht gescrollt werden müssen


-Informationen von aktueller Bedeutung


-Keine unnötigen Zutrittsbarrieren oder geschlossene Benutzergruppen


-Zusammenfassungen: Das Wichtigste auf einen Blick


-Rasches und unkompliziertes Auffinden der gesuchten Information


-Informativen und prägnant formulierten Content


-Inhalte, die nicht zu blumig oder werblich formuliert sind


-Kurztexte mit Volltext zum "Downloaden"


-Einfache Möglichkeiten zu Reaktion, Angabe der Ansprechpartner


-Ergänzende Informationen über Audio und Video


-Weiterführende Links zu ausführlicheren Produktbeschreibungen, Marktstudien, Interviews etc.


-Texte in Landessprache und Englisch




























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