Inhouse scheint’s oft am schönsten
 

Inhouse scheint’s oft am schönsten

ANA 2018
78 Prozent der ANA-Mitglieder verfügen 2018 über eine Inhouse-Agentur. Befragt: 412 Marketingabteilungen von Auftraggebern / ANA-Mitglieder in den USA
78 Prozent der ANA-Mitglieder verfügen 2018 über eine Inhouse-Agentur. Befragt: 412 Marketingabteilungen von Auftraggebern / ANA-Mitglieder in den USA

Immer mehr Werbebereiche werden im Vorreiterland USA ins eigene Unternehmenshaus geholt. In Europa geht Programmatic verstärkt zu Inhouse.

Dieser Artikel ist bereits in der HORIZONT-Ausgabe 47/2018 erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken.

Die USA gelten bekanntlich als Trendsetter für die Werbewelt. Und geht es nach dem Trend der Inhouse-Agenturen, so dürfte der im starken Vormarsch sein, wie schon der Name der im Oktober veröffentlichten Studie „The Continued Rise of the In-house Agency“ der US-amerikanischen Association of National Advertisers (ANA) vermuten lässt.

Verfügten 2008 noch 42 Prozent der Werbetreibenden über eine eigene Agentur, waren es fünf Jahre später bereits 58 Prozent. Derzeit liegt der Anteil bei 78 Prozent. Ins Haus geholt werden dabei vorwiegend die Bereiche Content Marketing, Kreativ-Strategie, Daten- und Marketing-Analyse sowie Mediastrategie, Programmatic Media und Social Media. Befragt wurden dazu 412 Marketingabteilungen von Auftraggebern – und diese sehen nun einmal einige Vorzüge darin, so viel wie möglich „zuhause“ zu erledigen.

Den größten Nutzen verorten sie in der Kosteneffizienz; aber auch die bessere Kenntnis der eigenen Marken und Unternehmensgeschichte sowie Flexibilität und Geschwindigkeit spielen eine Rolle. Als weiteren Punkt nennen die Marketer „Dedicated staff“, also die Hingabe der eigenen Mitarbeiter. Ein Aspekt, der die externen Agenturen aufhorchen lassen dürfte. Diese müssen sich wohl (nicht nur in den USA) verstärkt darauf einstellen, nicht mehr nur mit dem Marketingverantwortlichen, sondern mit einer ganzen Kunden-Agentur zusammenzuarbeiten. 90 Prozent der von ANA befragten Unternehmen arbeiten nämlich nach wie vor auch mit externen Agenturen, wobei 58 Prozent der Arbeit jedoch auf Inhouse entfällt. Der größte Shift von extern zu intern fand bei Content sowie Influencer Marketing und Social Media statt.

Die Erfolgsmessungen der Werber orientieren sich vorwiegend an Kosteneinsparungen, Speed to Market und Business Performance. Bei all den Vorzügen haben sie aber auch mit Herausforderungen zu tun – mit diesem Wachstum muss man erst einmal umgehen können. Insbesondere die steigende Projektanzahl und das resultierende Ressourcenmanagement stellt die Unternehmen laut Studie durchaus auf die Probe.

Programmatische Investments

Auch in Europa zeigt vor allem im programmatischen Bereich vieles Richtung Inhouse. Gemäß dem aktuellen IAB Europe Report erfolgen bereits 40 Prozent des Programmatic Trading in den eigenen vier Unternehmenswänden. Tendenz steigend, denn Investments werden weiterhin erwartet. Die positiven Folgen für die Werber wie Transparenz und mehr Kontrolle liegen auf der Hand. Unter den Publishern ist es mittlerweile die Hälfte, die ein Inhouse-Modell aufgebaut hat. Inhousing hat sich zu einer der prägendsten Entwicklungen im weltweiten Werbesektor gemausert. Was nicht Inhouse bleiben wird, sind jedenfalls die Auswirkungen auf die Agenturen außer Haus.

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