IAA-Talk: Die Branche diskutiert über die Bra...
 
IAA-Talk

Die Branche diskutiert über die Branche: befreit, verquer und zukunftsfreudig

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Alle Teilnehmer des neuen IAA-Formats 4x4 Flip - Auflistung am Ende des Artikels.
Alle Teilnehmer des neuen IAA-Formats 4x4 Flip - Auflistung am Ende des Artikels.

Das neue Format „4x4 Flip“ blickt hochkarätig besetzt in die post-Corona Zukunft der Werbe- und Kommunikationsbranche und lädt zum Querdenken ein. Die Ergebnisse im Überblick.

Mit einem neuen, exklusiven und experimentellen Online-Format feiert das IAA Austrian Chapter das 25-jährige Jubiläum der IAA-Institution „Marketer des Jahres“. Vier hochkarätige Persönlichkeiten, die mit dem Titel „Marketer des Jahres“ geehrt wurden, beantworten in vier Gruppen mit jeweils vier weiteren Gästen vier Fragen an die Zukunft.

Für das neue kollaborative IAA Format „4x4 Flip“ teilen Gerhard Fritsch (Spar), Thomas Saliger (XXXLutz), Ulf Schöttl (Manner) und Tanja Sourek (Bank 99) und ihre Gäste ihre Einschätzungen über die kurz- und mittelfristige Zukunft der Werbe- und Kommunikationsbranche in und nach der Krise. Die unfreiwillige große Pause Corona hat nicht nur zum Nachdenken, sondern vor allem zum Vordenken gerufen: Konzentration auf das Wesentliche, Hinterfragen von Gewohnheiten, Ausbrechen aus eingefahrenen Mustern und ein frischer, Blick auf eine Zukunft, die es jetzt aktiv zu gestalten gilt.Was kommt und was bleibt, haben 24 Werber und Kommunikatoren herausgearbeitet.

Weniger Show und mehr Substanz

Die Qualität von Beziehungen gewinnt deutlich an Bedeutung. Ein neues, positives Miteinander nicht ganz ohne Schattenseiten: Der Gap zwischen arm-reich, Bildung – wenig oder keine Bildung und auch der Generationenkonflikt wird größer. Das derzeit vorherrschende subjektive Sicherheitsgefühl: „Der Staat sorgt für alles“ steht im direkten Gegensatz zur tatsächlichen wirtschaftlichen Situation. Die Ambivalenzen nehmen zu und Menschen müssen lernen, damit umzugehen.

Digital ist das neue Normal

Produktivität geht auch ohne Anwesenheitszwang. Home-Office wird nicht mehr nur geduldet, ortsunabhängiges Arbeiten wird zum erwünschten Standard. Damit verbunden ist auch ein weiterer positiver Aspekt: Das Wachstum der Städte wird sich verlangsamen, das bedeutet weniger pendeln, eine Dezentralisierung der Arbeitsprozesse und ein Umdenken in der Städteplanung. Digitalisierung – nicht nur im Marketing, auch in der Produktion – und e-Learning erhalten einen massiven Schub. Der digitale Rückstand Europas gegenüber China und den USA wird jetzt massiv spürbar, eine starke europäische Online-Handelsplattform und auch eine Cloudlösung müssten unmittelbar realisiert werden.

Reisen und Offline-Meetings: Weniger ist mehr

Ein neuer Pragmatismus macht sich breit und was vor Corona nicht möglich schien, wird plötzlich Alltag: Effiziente Face-to-Face Online Meetings statt aufwändiger Sitzungsroutinen. Damit verbunden auch eine Beschränkung der Berufsreisetätigkeit auf ein Minimum, weniger Geschäftsessen und persönliche Treffen werden selektiver und zu etwas Besonderem.

Beim Heurigen mit dem IAA-Präsidenten Sebastian Bayer lieferten fleißig fachliche Inputs (von rechts nach links): Andrea Schmitz-Dohnal (Unicredit Bank Austria), Martin Distl (groupM), Joachim Feher (RMS) und Jürgen Hofer (HORIZONT).
HORIZONT
Beim Heurigen mit dem IAA-Präsidenten Sebastian Bayer lieferten fleißig fachliche Inputs (von rechts nach links): Andrea Schmitz-Dohnal (Unicredit Bank Austria), Martin Distl (groupM), Joachim Feher (RMS) und Jürgen Hofer (HORIZONT).

Marken müssen sich mehr behaupten denn je – Eine Chance für die Kreativwirtschaft

Viele Konsumenten müssen sparen und ihr Kaufverhalten wird sich verändern. Die Aufgabe von Marken ist es jetzt, Unsicherheiten aufzufangen und sich so zu positionieren, dass sie Sicherheit und Effizienz zugleich bieten. Regionalität, Vertrauen, Ehrlichkeit, Authentizität und Transparenz sind neu aufzuladende Werte. Deshalb sollte in der Krisenbewältigung Markenaufbau einen höheren Stellenwert einnehmen, als das schnelle Aufholen von Umsatzrückgängen. Damit bietet sich für mutige Kreativität eine Riesenchance: Werbung muss Lust auf Produkte machen, Freude bringen und unterhalten. Bauchgefühl und rationales Denken, bewusstes Reflektieren und die Besinnung auf die wichtigen Dinge: Werbung kann hier helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Unternehmerische Zuversicht statt Lamentiererei

Die Befürchtung, dass der derzeit vorherrschende Negativismus, zu einer Selektion im Wirtschaftsleben und Unternehmertum führt ist groß. Anhaltende „Lamentiererei“ könnte zur „Self fulfilling prophecy“ werden. Gute Werbung kann hier gegensteuern: Sie hat die Kraft, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Sie muss als Investition in die Zukunft und nicht als Kostenposition gesehen werden. Jetzt gilt es, nicht den Anschluss zu verlieren und es ist auch der richtige Zeitpunkt, um mutige Dinge zu tun und nicht die sichere Seite zu wählen. Bei allem gesunden Konkurrenzdenken: So wie die Menschen trotz körperlicher Distanz zusammenrücken, muss die Werbe- und Kommunikationsbranche Zusammenhalt und –arbeit fördern.

Die „4x4 Flip“-Initiatorinnen und Gastgeberinnen Beatrix Cox-Riesenfelder (ORF), Ursula Arnold (Mindshare), Gabriela Stimpfl-Abele (IAA) und Kristin Hanusch-Linser (IAA Vizepräsidentin, selbst Marketer des Jahres 2011), die das Format moderiert, zeigten sich von den Ergebnissen der ersten Runde und dem positiven Feedback mehr als beeindruckt. “Energy flows, where attention goes! Vertreter des bremsenden, exkludierenden „JA-ABER“-Mindsets dürfen gerne in Quarantäne bleiben. Jetzt sind die positiven, inkludierenden „JA-UND“-Denker am Wort. Diese zu suchen und finden ist jetzt leichter als vorher.“ resümiert IAA Vizepräsidentin Kristin Hanusch-Linser und zeigt sich gespannt auf die nächste Runde, die voraussichtlich noch im Sommer stattfinden wird. 

Die Teilnehmer

Team Tanja Sourek, Leitung Marketing Bank 99
• Tanja Sourek, Bereichsleitung Marketing bank99 AG
• Manfred Gansterer, Partner, Futura GmbH
• Sophie Martzak-Görike, Client Service Director, Dirnberger de Felice Grüber 
• Florian Mott, CEO Hackabu
• Erich Silhanek - &US – Managing Partner

Team Ulf Schöttl, Marketingleiter Manner
• Ulf Schöttl, Manner
• Susanne Koll, CEO OMD Omnicom
• Jana Wiedemann, CEO, PKP BBDO
• Amir Tavakolian, Managing Director, Virtual Identity
• Maximilian Höllerl, Mitglied der GF, Wirz Werbeagentur

Team Gerhard Fritsch, Marketingleiter Spar
• Team Gerhard Fritsch MdJ 2007 Leitung Spar Konzernmarketing
• Sonja Loidl, Leitung Spar Digital Marketing Services
• Christoph Bösenkopf, GF Agentur Wirz
• Markus Kaser, GF Interspar

Team Thomas Saliger, Marketingleiter XXXLutz
• Thomas Saliger, Marketingleiter XXXLutz
• Michael Grecksamer, desig. Nachfolger, Marketingleiter CEE XXXLutz
• Simon Neumüller, Team Grecksamer
• Armin Ulbrich, Digitale Kampagnen XXXLutz

IAA EVENT BOARD
• Ursula Arnold, Mindshare
• Beatrice Cox-Riesenfelder, ORF Enterprise
• Kristin Hanusch-Linser, IAA
• Gabriela Stimpfl-Abele, IAA

PRESIDENT‘S TABLE
• Sebastian Bayer, IAA VP
• Joachim Feher, RMS
• Andrea Schmitz-Dohnal, Unicredit Bank Austria
• Martin Distl, groupM
• Jürgen Hofer, HORIZONT

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