Heinzlmaier über "Eine Jugend"…
 

Heinzlmaier über "Eine Jugend"…

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…"der die Alten die Ideale abgewöhnt haben". Leseempfehlung: Jugendkulturforscher Bernhard Heinzlmaier legt Traktat „Performer, Styler, Egoisten“ vor

Bernhard Heinzlmaier, Gründer und Gesicht des (Jugend-) Trendforschungsinstituts t-factory und des Jugendkultur-Forschungsinstituts Jugendkultur.at hat zieht eine Zwischenbilanz: Der studierte Soziologe, Jahrgang 1960, legt den Band "Performer, Styler, Egoisten - Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben" (Verlag Archiv der Jugendkulturen) vor.

Damit keine Irritation entsteht: Heinzlmaiers geistige (und kulturelle) Sozialisation ist eindeutig durch den Geist der Aufklärung, Säkularisierung und die Tugenden sozialdemokratischer Wertvorstellungen geprägt, mit einem kräftigen Schuss ´68er Rebellions- und Revolutionsemphase. Seine Erkenntnis als Forscher fußt auf der Beobachtung, dass die Jugendphase sich ausdehnt - Heinzlmaier nimmt eine Zeitspanne von 10 bis 35 Jahre an, in der Menschen von jugendkulturellen Stilistiken beeinflusst sind.

Der Buch-Titel ist ein kleine Irreführung: Naturgemäß schreibt der Jugendkulturforscher über die Jugend - "Vielleicht wird noch einmal eine Zeit kommen, wo wir uns vor den gut ausgebildeten, aber ungebildeten Mitmach-Maschinen fürchten und uns den umfassend, im Hinblick auf ein ganzheitliches Menschsein gebildeten Menschen zurückwünschen werden" - sondern um Entwürfe, um Vorstellung und die Mächte eines (ökonomisierten) Faktischen: Heinzlmaier reflektiert "die Jugend" als Spiegel der "Älteren". Denn sie sind, was ihre Vorgeher als Generation ihnen lassen und ermöglichen.

Das ist eine auf knapp 200 Seiten mehr als nur lesenswerte Reflektion über Gesellschaft, Arbeit, Generationensein und -entwürfe - Heinzlmaier befragt die Verhältnisse und analysiert Trugbilder: "Der Mensch unserer Zeit ist zur Freiheit verdammt, wie sie die ökonomisch produktivste Existenzweise ist".

Also: Eine Leseempfehlung für "die Älteren" sowieso - und die technikfreudigen Jungen. Damit sie erahnen, was ihnen entgeht.

Heinzlmaiers t-factory präsentierte das Buch erstmals am 23. Mai - die Veranstaltung war ausgebucht, sodass ein zweiter Termin am 12. Juni angesetzt wurde - da gibt´s noch Plätze.

Das Buch selbst gibt´s auch hier .
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