Halbjahresdaten: Neue Focus-Werbebilanz sieht...
 
Halbjahresdaten

Neue Focus-Werbebilanz sieht Online als 'Profiteur der Krise'

Michael Nivelet / stock.adobe.com

Die aktuelle Entwicklung: zehn Prozent Minus übers gesamte erste Halbjahr bei klassischen Werbeträgern. Nur Online legt zu.

Wenngleich der Werbemonat Juni weniger drastisch ausfällt (Minus zehn Prozent in Relation zum Vorjahr), so präsentiere sich das gesamte erste Halbjahr ernüchternd und stehe ganz im Zeichen von "Covid19", so das Marktforschungsinstitut in seiner aktuellen Werbebilanz. Focus verzeichnet bei klassischen Werbeträgern Einbußen in der Höhe von 10,7 Prozent in den ersten sechs Monaten in Relation zum Vorjahr.

Durch die Bank zweistellige Verluste

Ein Blick auf die einzelnen Werbeträger verdeutlicht die angespannte Situation bei vielen Medien in der klassischen Werbung. Die Rückgänge sind teils deutlich, allen voran Kino – im Grunde gebe es hier keine Werbeaufwendungen im zweiten Quartal – mit einem Minus von über 70 Prozent. "Die Minderung der Werbeaktivitäten auf Basis der Bruttotarife sind ebenso im Bereich der Außenwerbung (die Spendings brechen um ein Viertel ein) dramatisch hoch", so Focus. Österreichs dominierende Werbekanäle TV und Print verlieren ebenso durch die Bank zweistellig.

Auf der anderen Seite steht der gesamte Bereich der Online-Werbung (inklusive Hochrechnung von Social Media oder Suchwortvermarktung), "welcher kumuliert um 5,3 Prozent zulegen kann und somit als Profiteur aus der Corona-Krise hervorgeht". Die Bruttoaufwendungen im Radio wiederum konnten sich seit der jüngsten Bilanz im Mai wieder erholen und liegen somit nahezu auf dem Vorjahresniveau. Der gesamte Lebensmittelhandel sowie der Inlands-Tourismus seien zudem jene Bereiche, die das Werbegeschehen im ersten Halbjahr forcierten.

Prognose für restliches Jahr gedämpft

Die Focus-Prognose für das zweite Halbjahr 2020 bleibt weiter zurückhaltend. Auf Basis von Experteninterviews bei der werbetreibenden Wirtschaft beziehungsweise Werbeagenturen sei von einem weiteren Rücklauf von circa acht Prozent in den nächsten sechs Monaten auszugehen, wobei auch in der zweiten Jahreshälfte die Online-Gattungen von der Corona-Krise noch am ehesten profitieren werden.

24 Millionen vom Kanzleramt

Bemerkenswert sind die Werbeausgaben der öffentlichen Institutionen, also auch jene Werbeaktivitäten, die insbesondere als Informationsdienst rund um Covid19 und die daraus resultierenden Maßnahmen gegolten haben – ein Mehraufwand von 44 Millionen Euro in Relation zum Vorjahr konnte diesem Bereich zugeordnet werden. Von der Sektion III Öffentlicher Dienste des Bundeskanzleramts wurden konkret Bruttowerbeaufwendungen von fast 24 Millionen Euro generiert.

Above the Line werden von Focus in Summe 1,909 Milliarden Euro bilanziert, Below the Line kommt auf 747 Millionen Euro, um 25,3 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Beide Bereiche zusammengenommen rechnen im Vergleich ein Minus von 15,4 Prozent.

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