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Grüne gegen Übernahme des Compress Verlags durch die Wien-Holding

Ablehnung führt zu direkten Auswirkungen: Laut "Presse" wurden 80 Mitarbeiter beim AMS angemeldet

Die Wiener Grünen werden der geplanten Übernahme des Compress Verlags durch die Wien-Holding nicht zustimmen. Das hat der Budgetsprecher der Partei, Martin Margulies, im Gespräch mit der "Presse" angekündigt. Compress betreibt die Auslandsbüros (insgesamt elf Stadt-Wien-"Verbindungsbüros", Anm.) der Stadt. Schon vor Jahren gab es Kritik an der Dotierung der Außenstellen.

"Wir haben die Auslandskommunikation der Stadt immer kritisiert. Die gewählte Konstruktion begünstigt Freunderlwirtschaft und versteckte Parteienfinanzierung", wird Margulies in dem Bericht zitiert. In einer Aussendung verwies der Grün-Politiker darauf, dass man die Vergabe des Kommunikationsauftrags schon in den Jahren 2000 und 2005 abgelehnt habe. Vor zehn Jahren betrug das Auftragsvolumen übrigens mehr als 146 Mio. Euro.

Margulies beklagte, dass man keinen ausreichenden Einblick in die Bücher erhalten habe. Seines Erachtens seien mehr als 40 Mio. Euro in den vergangenen Jahren "versickert": "Ohne inhaltliche Neuausrichtung der Auslandskommunikation und einer deutlichen Reduktion der bisherigen Kosten werden wir einem Ankauf durch die Wien-Holding und einer damit verbundenen Verlängerung des Vertrages nicht zustimmen."

Anders als in der Vergangenheit hat die Ablehnung der Grünen nun direkte Auswirkungen. Da die Zustimmung des Koalitionspartners fehlt, kann der Deal nicht vollzogen werden. Laut "Presse" wurden 80 Mitarbeiter beim AMS angemeldet.
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