Globale Umfrage: Hohes Boykott-Risiko bei Mar...
 
Globale Umfrage

Hohes Boykott-Risiko bei Marken ohne Klimaschutz

Microsoft, Dentsu
John Cosly, Senior Director of Brand bei Microsoft Advertising, und Peter Huijboom, Global CEO Media & Global Clients bei dentsu International (v.l.), appellieren gemeinsam an die Medien- und Werbeindustrie, den ,branchenweiten Wandel weiter voranzutreiben'.
John Cosly, Senior Director of Brand bei Microsoft Advertising, und Peter Huijboom, Global CEO Media & Global Clients bei dentsu International (v.l.), appellieren gemeinsam an die Medien- und Werbeindustrie, den ,branchenweiten Wandel weiter voranzutreiben'.

Die Frage der Nachhaltigkeit rangiert bei Kaufentscheidungen inzwischen vor bisher maßgeblichen Faktoren wie Preis und Marke. Global sorgen sich Verbraucher:innen insbesondere um den Klimawandel.

Dies hat jetzt dentsu International und Microsoft Advertising in ihrer gemeinsamen Verbraucher:innenstudie ‘The Rise of Sustainable Media’, eine repräsentative Umfrage unter 24.000 Befragten aus 19 Ländern, aufgezeigt. So geben fast 60 Prozent der Befragten an, Marken in Zukunft boykottieren zu wollen, die keine Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen. 91 Prozent wünschen sich, dass sich Marken generell eindeutiger zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit positionieren. 87 Prozent der Befragten wollen mehr zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen.


Der Klimawandel ist unter den Befragten das wichtigste Thema. Dies gibt fast die Hälfte an und würden sogar alternative Marken, Unternehmen oder Dienstleistungen in Betracht ziehen, die umweltfreundlicher sind, als ihre aktuell bevorzugten Produkte. Rund 30 Prozent sind der Auffassung, dass sie auch bereit wären für grünere Produkte tiefer in die eigene Tasche zu greifen.

Wunsch nach Transparenz

84 Prozent sind jedoch bei der Fülle von Informationen und Markenversprechen in diesem Kontext überfordert: Abhilfe würden daher Kennzahlen oder Zertifizierungen schaffen, die nach Meinung der Befragten (42 Prozent) Aussagen zum ökologischen Fußabdruck für Marketingmaßnahmen und Produkten machen könnten. Diese Ergebnisse zeigen, dass der Bedarf an vertrauenswürdigen Ökolabels noch nie so groß war wie heute.

Bisher werden Medien und der Konsum von Werbung in der Öffentlichkeit noch kaum mit CO2-Emissionen in Verbindung gebracht: Nur 15 Prozent wissen, dass das Surfen im Internet negativ für das Klima ist und lediglich 17 Prozent sind der Meinung, dass TV zu mehr CO2 beiträgt, 14 Prozent sagen dasselbe über Games und elf Prozent über Musikstreaming.

Mehr als drei Viertel der Menschen weltweit geben an, dass sie in fünf Jahren nur noch Geld für Marken ausgeben wollen, die nachhaltige Werbung betreiben. Gerade die jüngeren Verbraucher:innen sind es, die diesen Wahrnehmungswandel vorantreiben: 45 Prozent der Baby-Boomer:innen glauben, dass der Konsum von Werbung negative Auswirkungen auf die Umwelt hat, verglichen mit 71 Prozent der Generation Z und 73 Prozent der Millennials.

Erste Fortschritte der Branche

Die internationale Werbe- und Medienbranche mache bereits erste Fortschritte emissionsfrei zu werden und startet Initiativen, wie diese Reduktion beschleunigt werden kann. So werden beispielsweise digitale Ausgaben auf Anbieter mit geringem bis keinen CO2 Emissionen verlagert. OOH-Plakate werden mit Recyclingpapier erstellt, nachhaltige Farben für Mural-Kampagnen verwendet oder Spendings für Search auf Plattformen eingesetzt, die einen CO2-Ausgleich anbieten. Der sinnvollste Schritt wäre aber das gesamte Medien-Ökosystem zusammenzubringen, um eine genaue und transparente Messung über den tatsächlichen CO2-Ausstoß von Medieninhalten während einer Werbekampagne möglich zu machen, heißt es seitens der Agentur. Dadurch wird den Unternehmen eine klare Entscheidung für eine CO2-ärmere Medienwerbung ermöglicht.

'Wahrnehmung entspricht nicht unbedingt Realität'

Peter Huijboom, Global CEO, Media & Global Clients, dentsu International, kommentiert: „Auch wenn laut unserer Studie das Potenzial von möglichen Verbraucher:innen-Boykotten im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit hoch ist, so entspricht die Wahrnehmung eines Unternehmens nicht unbedingt der Realität. Wir wissen, dass sich bereits viele Unternehmen für den Klimaschutz engagieren. Als Marketing-Expert:innen kommt uns hier eine Schlüsselfunktion zu, auch in diesem Zusammenhang Unternehmen dabei zu helfen, ihre Kund:innen besser zu verstehen.“

John Cosley, Senior Director of Brand, Microsoft Advertising, fügt hinzu: „Diese Studie soll dabei helfen, das Bewusstsein zum Thema CO2 in der Medienlieferkette und seinen Auswirkungen auf das zukünftige Kund:innenverhalten weiter zu schärfen. Angesichts der sich rasch abzeichnenden Änderung in der Einstellung unter Verbraucher:innen und des zunehmenden Drucks gegen den Klimawandel vorzugehen, sollten wir gemeinsam die Möglichkeit nutzen, den branchenweiten Wandel weiter voranzutreiben.“

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