Für den FC Barcelona in New York
 

Für den FC Barcelona in New York

Roman Zach-Kiesling
Neues Spielfeld für den Sponsoring-Spezialisten Arno Trabesinger: Nach 18 Jahren bei WWP wechselt er zum FC Barcelona, er leitet mit acht Mitarbeitern das Amerika-Marketing.
Neues Spielfeld für den Sponsoring-Spezialisten Arno Trabesinger: Nach 18 Jahren bei WWP wechselt er zum FC Barcelona, er leitet mit acht Mitarbeitern das Amerika-Marketing.

Arno Trabesinger wechselt von der österreichischen Sponsoring-Agentur WWP zum FC Barcelona, um in New York das Amerika-Marketing zu optimieren

HORIZONT: In der Fußballersprache gefragt: Wie kam Ihr Wechsel von WWP zum FC Barcelona zustande? 

Arno Trabesinger: Ein Hintergrund ist die Neuwahl des Präsidenten des FC Barcelona, Josep Maria Bartomeu. Er will den Umsatz des Klubs von in dieser Saison 630 Millionen bis 2018 auf eine Milliarde Euro erhöhen. Die Basis für den Erfolg wird immer kostspieliger, die Konkurrenz im Fußball immer härter, die englische Premiere League hat gerade einen für die Klubs neuen noch lukrativeren TV-Deal abgeschlossen. Um sportlich mitzuhalten, braucht es mehr Geld. 

HORIZONT: Und – bei allem Respekt – da kann man als Österreicher viel mithelfen?

Trabesinger: Offenbar und zum Glück sieht man das so, sonst wäre ich nicht verpflichtet worden … Aber im Ernst: Ich arbeitete 18 Jahre für WWP, davon die letzten 14 Jahre in Spanien. Und wir haben als einzige Agentur sowohl für Real Madrid als auch für den FC Barcelona gearbeitet. 

HORIZONT: Was ist jetzt konkret in New York Ihr Aufgabengebiet?

Trabesinger: Noch arbeite ich für WWP, ab 1. November für den FC Barcelona. Das Büro in New York ist erst im Entstehen, vermutlich wird es daher Anfang 2016 werden, ich übersiedle mitsamt meiner Familie. Es geht um die Internationalisierung der Marke FC Barcelona. In Asien, im Büro in Hongkong, ist das schon seit eineinhalb Jahren im Gange. New York ist das Headquarter für ganz Amerika. Es geht um drei Dinge: Internationale Sponsorenpakete, zum Zweiten steht die Renovierung und Vergrößerung des Stadions in Barcelona, des Camp Nou, an. Weiters entsteht da auch ein „Espai Barça“, als größte innerstädtische Stadionzone der Welt. Für den neuen Camp Nou wird auch ein Namenssponsor gesucht. Zudem, aber das ist keine vordringliche Aufgabe für uns in New York, läuft der Vertrag mit Qatar Airways aus, das Trikot des FCB ist in einem halben Jahr frei. 

HORIZONT: Ist ein Stadion-Sponsor nicht heikel? Der FCB hatte bis vor einigen Jahren aus Traditionsgründen nicht einmal einen Trikotsponsor. 

Trabesinger: Sicher, aber beim FC Barcelona entscheiden alles die Mitglieder selbst. Das Stadion wird dann einen Doppelnamen haben. 

HORIZONT: Das Stadion könnte also „Camp Nou Google“ heißen? 

Trabesinger: In dieser Art, ja. Der FC Barcelona hat schon mit US-Marken wie Gilette, Gatorade oder Black & Decker lokale Sponsorverträge und Promotion-Partnerschaften.

HORIZONT: Was erwartet man von der Lateinamerika-Vermarktung? 

Trabesinger: Sehr viel. Der FC Barcelona ist dort sehr populär, wir wollen mehr territoriale Marken als Partner gewinnen, etwa in Brasilien und Argentinien. In Mexiko gibt es übrigens die meisten FCB-Fans und mit der Biermarke Tecate einen lokalen Partner, das Land ist unser wichtigster Markt in Lateinamerika. 
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