Frischer Wind im Westen
 

Frischer Wind im Westen

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FG Vorarlberg: Nach der WK-Wahl übernahm Wolfgang Pendl von der Grünen Wirtschaft das Ruder von Martin Dechant (Vorarlberger Wirtschaft) als neuer Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation

Dieses Interview erschien bereits am 15. Mai in der HORIZONT-Printausgabe 20/2015 im Fokus "Vorarlberg". Hier geht's zur Abo-Bestellung.

HORIZONT: Sie sind seit Kurzem Obmann der Fachgruppe in Vorarlberg, welche Ansätze verfolgen Sie?

Wolfgang Pendl: Wir versuchen nachzuschärfen. Wir haben mit dem AdWin und unserem Veranstaltungsprogramm eine gute Basis für die ­Mitglieder. Wir haben in den vergangenen Jahren die Kommunikation verstärkt und mit der Plattform kommunikation-vorarlberg.at ein gutes Tool aufgesetzt, das auch von Kunden stark genutzt wird und auf rund 50.000 Seitenabrufe im Monat kommt. Neue Akzente wird es in der Weiterbildung geben. Außerdem möchten wir die Mitglieder in unternehmerischen ­Fragen stärker unterstützen.

HORIZONT: Das heißt, Sie wollen mehr auf den unternehmerischen Alltag der teilweise sehr klein struktu­rierten Branche eingehen?

Pendl: Die ganz kleinen Betriebe, die Ein-Personen-Unternehmen, die ­alles selber machen, sind stark gefordert. Eine Veranstaltungsserie, die noch vor dem Sommer startet, soll hier unmittelbaren Nutzen bringen.

HORIZONT: Zählt zu dieser Stärkung der Kleinen und der EPU auch ihr Vorhaben, dass die Grundumlagen nicht mehrfach eingehoben werden sollen?

Pendl: Das haben wir vor, denn das stärkt die ganz Kleinen, ist konkret und das können wir auf Fachgrup­penebene entscheiden. Auch wenn ­jemand mehrere Gewerbescheine hat, soll er in unserer Fachgruppe nur mehr einmal bezahlen.

HORIZONT: Sie haben auch mehr Transparenz angekündigt. Ist sie ein Mittel, die Glaubwürdigkeit und ­Vertretungskompetenz zu erhöhen? Immerhin gilt es, die 30-Prozent-Wahlbeteiligung künftig zu erhöhen.

Pendl: Ziel muss sein, dass sich die Mitglieder aktiv an der Fachgruppe beteiligen, dass sie das Angebot wahrnehmen, mitarbeiten und die FG als ihre Interessenvertretung sehen, die ihren beruflichen Alltag unterstützt. Transparenz spielt dabei eine wichtige Rolle. Wer bisher Auskunft wollte, hat sie erhalten. Für mich ist es ein wichtiges Signal, Information, wie etwa den Rechnungsabschluss, freiwillig und frei zugänglich als Download auf der Website anzubieten. Das ist eine vertrauensbildende Maßnahme.

HORIZONT: Apropos Vertrauen: Wie läuft die Zusammenarbeit mit Ihrem Vorgänger?

Pendl: Nach wie vor sehr gut. Ich habe die Arbeit von Martin Dechant sehr geschätzt und bin froh, dass er mich jetzt genauso unterstützt wie ich ihn in den vergangenen Jahren unterstützt habe. Ich habe das im Wahlkampf auch kommuniziert, dass wir auf Ebene der Fachgruppen keine Meinungsverschiedenheiten hatten und gut zusammengearbeitet haben. Von daher sind aus dem Wahlkampf auch keine Verletzungen entstanden.

HORIZONT: Der Vorarlberger Werbepreis AdWin wurde gerade veranstaltet, soll er verändert werden?

Pendl: Wir werden ihn nun evaluieren, denn der AdWin ist für unsere Fachgruppe sowohl in finanzieller als auch in organisatorischer Hinsicht ein großer Kraftakt. Im Grunde frisst er das frei verfügbare Budget eines ­ganzen Jahres. Deshalb muss man schauen, wie es gelingen kann, die vielen kleinen Dienstleister stärker einzubeziehen. Dazu haben wir heuer die Wildcard eingeführt. Sie hat erstmaligen Teilnehmern eine kostenlose Einreichung ermöglicht. Sie ist auch sehr gut angenommen worden. Wie die Evaluierung ausgehen wird, ist noch offen. Fest steht, der AdWin ist einerseits ein enormer Kraftakt für die Fachgruppe, andererseits bringt er der Vorarlberger Kommunikationsbranche größtmögliche öffentliche Wahrnehmung. In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns gerade.

HORIZONT: Was ist die Besonderheit der Vorarlberger Kommunikationsbranche?

Pendl: Wir gehören zum Bodenseeraum. Die deutschen und Schweizer Nachbarn sehen uns als sehr kreative und lebendige Szene. Wir pflegen ­regelmäßigen Austausch, zum Beispiel bei der Veranstaltungsreihe „regionale k“. Dabei werden wir stets auf unsere Ausbildungsmöglichkeiten an der Fachhochschule, an der Designakademie angesprochen. Auch Initiativen wie das Designforum sind im Bodenseeraum einzigartig.

[Antje Plaikner]
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