Frische Statistik-Daten: Mikrozensus erlaubt ...
 
Frische Statistik-Daten

Mikrozensus erlaubt Blick auf Zielgruppen im Wandel

imageteam / Stockadobe.com
In absoluten Zahlen hat sich die Zahl der Einpersonenhaushalte seit 1985 verdoppelt.
In absoluten Zahlen hat sich die Zahl der Einpersonenhaushalte seit 1985 verdoppelt.

Das Mikrozensus-Update der Statistik Austria bietet mit seinem "tagesaktuellen" Blick auf den demografischen status quo auch ein Update zu Zielgruppen im Wandel - neben erwartbaren Trends auch mit Entwicklungen, die den Radar mancher Marketer unterflogen haben könnten.

Unter den erwartbaren Trends des aktuellen Mikrozensus, der die Bevölkerungsstruktur per Ende 2019 abbildet, findet sich etwa weiteres Wachstum bei Einpersonenhaushalten: Insgesamt 1.480.000 Österreicherinnen und Österreicher, und damit 17 Prozent der Bevölkerung, leben inzwischen allein. Am höchsten sind die Werte naturgemäß in der Gruppe 65+, in der, oft bedingt durch Trennung oder Todesfälle, ein Drittel aller Personen allein lebt.

In absoluten Zahlen hat sich damit die Zahl der Einpersonenhaushalte seit 1985 verdoppelt. In Rechnung zu stellen gilt es dabei allerdings auch die generelle Zunahme von Privathaushalten (nur diese wurden in der Mikrozensus-Auswertung erfasst) überhaupt: Lag diese 1985 noch bei 2,8 Millionen, gibt es heute 3,95 Millionen Haushalte. Dennoch ist die Haushaltsgröße in dieser Zeit von durchschnittlich 2,67 auf 2,21 Personen geschrumpft. Umgekehrt - und damit bietet die Statistik eine in Österreich möglicherweise noch unterschätzte Entwicklung - wird das Wachsen der Zahl von Einpersonenhaushalten dadurch gedrosselt, dass Kinder inzwischen deutlich länger im elterlichen Haushalt bleiben: 90 Prozent der Personen bis 24 Jahre leben mit ihren Eltern zusammen. Das schlägt offenbar auch auf spätere Familiengründungen durch: Die demografische Spitze des Elterndaseins findet sich inzwischen in der Altersgruppe von 35 bis 54 Jahren.

35 Prozent mehr alleinerziehende Väter

Eltern bedeutet, ebenfalls wenig überraschend, dabei oft genug inzwischen nur einen Elternteil. Gab es 1985 noch 231.000 Haushalte mit Kindern und nur einem Elternteil, sind es inzwischen 276.000. Bemerkenswert dabei ist die Veränderung im Geschlechterspektrum: Alleinerzieherinnen machen davon zwar weiterhin den Löwenanteil von 236.000 Haushalten aus, was ein Wachstum um rund 15 Prozent innerhalb des letzten Vierteljahrhunderts bedeutet. Die Zahl der alleinerziehenden Väter ist im selben Zeitraum allerdings um rund 35 Prozent gestiegen.

Ein ähnlich markantes Wachstum weist darüber hinaus, ebenfalls meist nur am Rande wahrgenommen, die Gruppe von privaten Nichtfamilien-Mehrpersonenhaushalten (etwa Wohngemeinschaften) aus: Lag deren Zahl im Jahr 1985 noch bei 64.000, hat sie heute bereits die Zahl von 82.000 erreicht. Werbebilder im Vater-Mutter-Kind-Setting stimmten demnach vor 25 Jahren noch für über ein Drittel der Bevölkerung (rund eine Million Haushalte von insgesamt 2,8), heute aber nur noch für rund ein Viertel (weiterhin rund eine Million von heute rund 3,95).
stats