Fjord Trends 2022: Lehren aus dem gesellschaf...
 
Fjord Trends 2022

Lehren aus dem gesellschaftlichen Umbruch

Accenture

Fast zwei Jahre des gesellschaftlichen Umbruchs haben dazu geführt, dass sich die Beziehungen der Menschen zu Arbeit, Konsumverhalten, Technologie und dem Planeten grundlegend verändert haben. Unternehmen müssen auf diese Herausforderungen reagieren und neue Geschäftsmodellen entwickeln, heißt es im jährlichen Fjord-Trends-Bericht von Accenture.

Die Fjord Trends von Accenture Interactive erscheinen mittlerweile zum 15. Mal und bieten heuer praxisorientierte Leitlinien für Unternehmen, die ihren Kunden, Mitarbeitenden und der Gesellschaft Mehrwert und Relevanz bieten wollen. Den Trends zufolge werden diese sich wandelnden Verhaltensweisen Unternehmen vor große Herausforderungen stellen, insofern dass sie etwa ihre Design-, Innovations- und Wachstumskonzepte überdenken müssen. Denn die Erwartungen der Mitarbeitenden verändern sich, unterbrochene Lieferketten sorgen für Engpässe und neue virtuelle Umgebungen wie das Metaverse entstehen.


"Das Ausmaß dieses Beziehungswandels, wie wir ihn gerade erleben, ist nicht zu unterschätzen – ebenso wenig wie die Rolle der Unternehmen, die auf die Entwicklung reagieren", glaubt Markus Höfinger, Managing Director Accenture Interactive Österreich. Ihm zufolge könne jede Entscheidung, die Unternehmen als Nächstes treffen, die Welt auf eine Art beeinflussen, die wir uns kaum vorstellen können. "Und alles deutet darauf hin, dass sich unsere Beziehungen – ob zu Kollegen, Marken, der Gesellschaft, Orten oder zu Menschen, die uns wichtig sind – gerade grundlegend verändern. Vor uns liegen herausfordernde Zeiten, aber auch große Chancen. Unternehmen können positive Beziehungen knüpfen und so eine Lebenswelt zum Wohl der Menschen, der Gesellschaft und des Planeten erschaffen", so Höfinger. 
Die Fjord Trends 2022 haben fünf menschliche Verhaltensweisen und Trends unter die Lupe genommen

  • Come as you are: Selbstbestimmung im Kollektiv
    In den letzten beiden Jahren der Pandemie haben viele Menschen zunehmend ein Gefühl der Selbstbestimmung entwickelt. Es wirkt sich auf die Art aus, wie sie arbeiten, Beziehungen führen und konsumieren. Sie fragen sich, wer sie sind und was ihnen wichtig ist. Der Individualismus nimmt zu und äußert sich in einer "Me over We"-Mentalität. Diese Tendenz hat tiefgreifende Auswirkungen darauf, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden anleiten, ihnen neue Wertversprechen bieten und wie sie die Beziehungen zu ihren Kunden pflegen.
  • The end of abundance thinking? Von der Endlichkeit der Dinge
    Im vergangenen Jahr haben viele Menschen leere Regale, steigende Stromrechnungen und Engpässe bei alltäglichen Dienstleistungen erlebt. Engpässe in der Lieferkette mögen zwar eine vorübergehende Herausforderung sein, doch die Folgen werden andauern. Die sogenannte Überflussmentalität – die durch dauerhafte Verfügbarkeit, Bequemlichkeit und Schnelligkeit gekennzeichnet ist – wird einem wachsenden Umweltbewusstsein weichen. Die Unternehmen müssen sich mit der Angst vor einer Versorgungsknappheit auseinandersetzen, die viele Menschen auf der ganzen Welt verspüren.
  • The next frontier: Die Metaverse Expedition
    Das Metaverse ist eine kulturelle Revolution, die kurz vor dem Durchbruch steht. Es sprengt die Grenzen des Internets, wie wir es kennen, und verbindet alle bestehenden Informationsebenen, Schnittstellen und Räume, mit denen Menschen interagieren. Diese erwarten, dass Unternehmen diesen neuen Ort – an dem Menschen Geld verdienen können, neue Berufe geschaffen und Marken sich positionieren können – mitgestalten und lenken. Das Metaverse wird nicht nur durch Bildschirme und Headsets existieren – es wird auch um Erfahrungen und Orte in der analogen Welt gehen, die mit der digitalen Welt verschmelzen.
  • This much is true: Vertrauen in unsicheren Zeiten
    Die Menschen erwarten heute auf Knopfdruck oder durch einen kurzen Austausch mit dem Sprachassistenten, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Dieser Vorgang ist so einfach und schnell, dass die Menschen umso mehr Fragen stellen. Marken erreichen immer mehr Fragen ihrer Kund:innen über eine immer größere Anzahl an Kanälen. Auf welche Weise diese Fragen beantwortet werden, ist eine große Herausforderung an das Design und entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und Wettbewerbsvorteile zu erlangen.
  • Handle with care: Fürsorge als Unternehmensversprechen 
    Im vergangenen Jahr bekam die Fürsorge in all ihren Ausprägungen vermehrte Aufmerksamkeit: Selbstfürsorge, Fürsorge für andere, Fürsorgedienste und Kanäle, die Fürsorge bereitstellen, sowohl digital als auch physisch. Diese neue Perspektive birgt Chancen und Herausforderungen für Arbeitgeber und Marken, unabhängig von ihrer Erfahrung in der Gesundheitsbranche. Die Verantwortung, für uns selbst und andere zu sorgen, wird in unserem Leben weiterhin Priorität haben – und Designer wie Unternehmen müssen den Raum dafür schaffen.

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