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"FAZ": Weltbild vorerst vor Insolvenz gerettet

Gesellschafter geben angeblich frisches Geld

Eine Insolvenz der von der katholischen Kirche in Deutschland getragenen Verlagsgruppe Weltbild ist nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vorerst abgewendet. Aus dem Kreis der Gesellschafter seien Zusagen über frisches Kapital in Höhe von etwa 60 Millionen Euro gekommen, schreibt die Zeitung (Montagsausgabe). Die Gesellschafter von Weltbild sind zwölf Bistümer, die Soldatenseelsorge Berlin und der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD).

Kurzfristig soll das Geld dem in Augsburg ansässigen Unternehmen, das seit längerem keine Gewinne mehr erwirtschaftet, im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft Liquidität verschaffen. Auch mittelfristig solle das Geld die Verlagsgruppe in die Lage versetzen, eine strukturelle "Liquiditätslücke" zu schließen und 2015 wieder profitabel zu arbeiten, schreibt die "FAZ". Im Gegenzug hätten die Geschäftsbanken einschließlich der beiden kirchlichen Institute Liga und Pax dem Unternehmen zugesagt, ihre Geschäftsbeziehungen fortzuführen.

Vor dem Sommer hatten die Banken gedroht, ihre Kredite binnen weniger Monate fällig zu stellen. Sie waren laut "FAZ" seit längerem mit dem Gebaren der Geschäftsführung unzufrieden und drangen auf ein stärkeres Engagement der Gesellschafter.

Vor allem aus konservativen katholischen Kreisen gab es immer wieder Kritik an Weltbild, weil es dort auch weltliche Literatur über Erotik und Esoterik zu kaufen gibt. Die Verlagsgruppe, die auch Anteile an Buchketten wie etwa Hugendubel und Wohlthat hält und zu dem die Vertriebsmarken Weltbild, Jokers, KIDOH und buecher.de gehören, setzte fast 1,6 Milliarden Euro im Jahr um. Damit ist Weltbild in Deutschland der zweitgrößte Online-Buchhändler hinter Amazon.

(APA/AFP)
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