‚Es geht bei jeder Bewerbung um die Glaubwür...
 

‚Es geht bei jeder Bewerbung um die Glaubwürdigkeit‘

Eva Heindl/www.ehffekt.at
Kathrin Schneider ist Vorstandsmitglied des Verbandes österreichischer Werbemittelhändler (VÖW) und Geschäftsführerin des eigenen Werbemittelunternehmens The Five Elements.
Kathrin Schneider ist Vorstandsmitglied des Verbandes österreichischer Werbemittelhändler (VÖW) und Geschäftsführerin des eigenen Werbemittelunternehmens The Five Elements.

VÖW-Vorstand Kathrin Schneider über Werbeartikel, die in Erinnerung bleiben, worauf es dabei ankommt und wie sich die Branche gesamt entwickelt.

HORIZONT: Was war das beste Werbegeschenk, das Sie persönlich je erhalten haben?

Kathrin Schneider: Das war eine rote Kaffeetasse, die ich von einer Eventagentur bekommen habe und die ich (ungelogen) mehr als zehn Jahre in meinem Küchenkästchen hatte, bevor ich sie bei einem Umzug zu Bruch ging! Die Tasse selbst hatte ein einfaches Design – doch der einfarbige weiße Spruch der aufgedruckt war, brachte mich oft am letzten Arbeitstag der Woche zum Schmunzeln. Der Spruch lautete „Vergiss mich am Freitag!“ Der Hintergrund: Er passte perfekt zu der Agentur, die donnerstagabends immer tolle Veranstaltungen und Clubbings organisierte.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Regeln/Kriterien zur Auswahl des passenden Werbeartikels?

Unternehmenskonformität: der Werbeartikel soll zum Geschäftsfeld passen. Nützlichkeit: je nützlicher der Werbeartikel, desto höher die Sympathiewerte. Originalität: je ausgefallener der Werbeartikel, desto mehr Aufmerksamkeit erregt man. Qualität: Die Qualität des Werbeartikels spiegelt die Qualität des Unternehmens und in weiterer Folge der Unternehmensleistung wider.

Von welcher Preisspanne sollten Unternehmen ausgehen, um sich bei Kunden beliebt zu machen?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Der Preis ist immer vom Artikel, der eingesetzt wird, abhängig. Wie überall gibt es auch im Werbemittel-Segment völlig verschiedene Preisgruppen. Wichtig ist, einen Werbeartikel auszuwählen, der auch zu dem Produkt, das beworben wird, passt. Das heißt: Habe ich selbst ein hochwertiges Produkt, muss ich einen qualitativ hochwertigen Werbeartikel einsetzen, damit die Markenbotschaft transportiert werden kann und ich glaubwürdig bin.

Und was ist ein absolutes No-Go bei Werbeartikeln?

Der Einsatz eines Werbeartikels, der weder einen Nutzen hat, noch zum Unternehmen passt, ist verlorene Liebesmüh‘. Eine hochwertige Marke mit einem im Vergleich dazu billigen Streuartikel anzupreisen, hinterlässt eher einen negativen Eindruck bei der Zielgruppe. Und genau das Gegenteil soll durch den Einsatz von Werbemitteln ja erreicht werden. Die aktuelle Entwicklung geht dahin, dass zwar weniger Mengen bestellt werden, dafür aber mehr Wert auf Originalität und Nützlichkeit gelegt wird. Es geht bei jeder Bewerbung um die Glaubwürdigkeit – die Werbeaussage muss mit der Produktaussage übereinstimmen.

Wie schätzen Sie die Branchenentwicklung für 2017 ein?

Ein Blick in die Zukunft ist natürlich schwierig. Da sich die Umsätze in der Branche aber seit Jahren konstant positiv entwickeln, gehe ich auch für 2017 davon aus. Die in allen Lebensbereichen eindringenden Themen „online und digital“ haben für unser Segment eine sehr große Bedeutung: Je digitaler/visueller und somit „sensorisch ärmer“ die Welt wird, desto mehr sehnen sich die Menschen nach realen Erfahrungen und „echtem Erleben“. Ein Werbeartikel macht durch die Berührung die Marke erlebbar und spürbar. Durch die Berührung entsteht Vertrauen und durch die Berührung erinnern wir uns besser an das Produkt (sprich das werbende Unternehmen). Die haptische Komponente, die den Werbeartikel im Marketingmix so einzigartig macht, wird immer bedeutender – und somit auch der Werbeartikel selbst.
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