Erste-Kampagne: Erst im Sommer
 

Erste-Kampagne: Erst im Sommer

HORIZONT traf Young & Rubicam-EMEA-CEO Massimo Costa, den internationalen Etat-Direktor Martin Beck und Erste-Group-Marketingleiter Philip List zum Frühstück.

Montag früh, Frühstückstermin in dernoblen Erste-Lounge im Penthouse amWiener Graben. Philip List, Marketingleiterder Erste Group, MassimoCosta, CEO und Chairman für die EMEA-Region, und Martin Beck, ExecutiveVice President von Young & Rubicamund gleichzeitig der oberste Etat-Direktor, treffen HORIZONT, um die Entscheidung im Megapitch um den Werbe-Etat der Erste Group Revue passierenzu lassen und Einblicke zu geben,wie die in acht Ländern aktive Retailbankkünftig von Young & Rubicam betreutwerden soll. Den Anfang machtPhilip List, für das Marketing der gesamtenGruppe verantwortlich. Auf dieFrage, was den Ausschlag für die Entscheidungzugunsten Young & Rubicamgegeben habe, meint er schlicht: „Zweisehr solide Auftritte bei den beiden Präsentationsrunden.“

Rubicam– der Etat kam über die Fusion

Und tatsächlich hatte Young & Rubicam alles aufgeboten– bis hinauf zu WPP-Chairman Sir Martin Sorrell himself –, um die Rivalen auf der Shortlist – DDB und Jung von Matt – auszustechen und den 80-Millionen-Euro-Etat (Kreativ- und Mediabudget kumuliert) zu verteidigen. Der Startvorteil aus der rund ein Jahrzehnt andauernden Kooperation zwischen der Erste Bank und Young &von Young mit Bárci & Partner in WPP Gefilde– konnte genutzt werden.

Das bestätigt auch Massimo Costa, Chairmanund CEO von Y & R für Europa, den Mittleren Osten und Afrika (EMEA). „Young & Rubicam hat diesen Kunden auf dem Weg von einer österreichischen Bank hin zu einem echten europäischen Player begleitet. Die Erste ist als österreichischer Kunde aufgewachsen und heute ein internationaler Klient“, sagt Costa und verrät damit auch, wieder Kunde ab sofort seitens Y & R betreut werden wird. Gab es früher ein „duales System“ (Costa), in dem der Österreich-Etat der Ersten von Young & Rubicam in Wien betreut wurde, während die übrigen Länder von Y & R international über die lokalen Büros gesteuert wurden, so befindet sich nun die Gesamtbetreuung des Etats in internationalen Händen – Young & Rubicam Vienna steht bei der Betreuung des Österreich-Etats auf einer Stufe mit den Niederlassungen in Prag, Budapest oder Bukarest.

Der „Global Account Leader“ heißt Martin Beck: Er ist Tscheche, lebt in Wien und trägt bei Young & Rubicam Brands den Titel Executive Vice President Europe. Einen Tschechen als Etat-Direktor zu haben, ist für die Erste Group insofern passend, als der Expansionsmarathon mit dem Erwerb der tschechischen Sparkasse Ceska Sporitelna 2001 erst so richtig an Dynamik gewonnen hat. Martin Beck koordiniert also den Etat, ihm liegt – so Costa – „die gesamte Power der Y & R Brands-Familie zu Füßen“, also auch Spezialagenturen wie Wunderman, Landor oder Burson Marsteller.

Noch viele Fragen offen

Und wann bekommt man etwas von der neuen internationalen Werbelinie der Erste Group zu sehen? „Vermutlich erstim Sommer“, sagt List, „derzeit sind wir noch mit sehr grundsätzlichen Überlegungen befasst. Wir wissen auch noch gar nicht, ob es eine länderübergreifende Kampagne mit regionalen Mutationen oder mehrere Kampagnen geben wird.“ Am Mediamix der Erste Group wird sich nicht viel ändern – mit der wenig überraschenden Ausnahme, dass Online eine Aufwertung erfährt. Zulasten welcher klassischer Medien? List: „Fernsehwerbung ist billiger geworden, sodass wir mehr für Online ausgeben können.“
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