Eine Legende wird neu
 

Eine Legende wird neu

Das Allianz Stadion des SK Rapid Wien wird 53 Millionen Euro kosten, neue Maßstäbe setzen, bis zu 28.000 Besuchern Platz bieten und das Business ankurbeln

Der populärste Fußballverein des Landes erhält nach langen Überlegungen ein neues Stadion, das mit der Saison 2016/17 eröffnet werden wird. Das Allianz Stadion wird anstelle des 1977 erbauten Gerhard-Hanappi-Stadions neu entstehen und für den SK Rapid eine moderne Heimstätte mit vielen besonderen Features sein.

„Der Startschuss erfolgte 2011, damals prüfte man eine Sanierungsvariante, bis man 2013 zu dem Schluss kam: Wir bauen ein völlig neues Stadion“, erinnert sich Werner Kuhn, General Manager des SK Rapid Wien.

Ein hoher Bedarf an Dienstleistungen für Fans und Besucher, der Wunsch, neue Zielgruppen anzusprechen und auch den Vorstellungen der Anrainer nachzukommen, sowie das Ziel, neue Einnahmequellen zu kreieren, führten zu dieser Entscheidung. „Wir werden wettbewerbsfähiger sein und die Ertragskraft verbessern“, glaubt Kuhn, „da entsteht ein neuer Wert für den gesamten Verein.“

60 Sponsoren freuen sich

Umgesetzt wird das Projekt von den deutschen Architekten Sylvia Staudte und Guido Pfaffhausen von ARC Architektur Concept sowie der Strabag. So wird das Stadion, das 24.000 Sitzplätze und bis zu 4.000 Stehplätze fassen soll, um 90 Grad gedreht und es werden alle Ränge des Stadions von vorne zu begehen sein.

Die Trainingsplätze werden erneuert, ein neues Verkehrskonzept wird umgesetzt, und Räumlichkeiten für Präsentationen, Schulungen, Events der rund 60 Rapid-Sponsoren oder auch für Kongressveranstalter werden zur Verfügung stehen.

Um die Vergabe von Ausschank- und Drittverwertungsrechten zu ermöglichen, wird das Stadion in einer eigenen KG geführt werden. „Ich bin überzeugt, auch die Spieler werden hoch motiviert sein.“

Das Stadion erhält ein in grünem Makrolon schimmerndes außergewöhnliches Dach und ein Museum im Eingangsbereich. „Die Legende Rapid wird spür- und sichtbar ­gemacht“, freut sich Kuhn.

2.600 Business Seats für VIP-Gäste


40 Skyboxen mit jeweils zwölf Plätzen und einige noch größere sollen Raum für Hospitality und VIP-Gäste bieten. „Da ergeben sich bis zu 2.600 Business Seats für VIP-Gäste mit einer Voll-Ser­vicierung durch die Gastronomie in ­unterschiedlichen Preiskategorien“, schwärmt Kuhn – eine neue Einnahmequelle, von der man sich Erfolg verspricht.

Weiters, erzählt Kuhn, habe man sich in der Schweiz, etwa in Bern, inspirieren lassen – dort steht das Stadion an 200 Tagen im Jahr für Drittnutzungen zur Verfügung – sei es für Meetings, ­Seminare oder Kongresse – eine neue Event-Location für die ganze Stadt also.

Klar erfüllt das Stadion die Vorgaben der UEFA und wird auch Raum für größere internationale Spiele bieten.

Rapid rechnet mit einer Summe von 47,5 Millionen Euro für den Neubau inklusive Abriss des Gerhard-Hanappi-Stadions. Die Abrissparty für echte Rapid-Fans fand Anfang Oktober statt, von Sesseln über Rasenteile wurde hier einiges versteigert und gerne mitgenommen.

Mit Kosten im Zusammenhang mit der Begründung des Baurechtes, den Grundbuchgebühren diverser Gutachten, etwaigen Einrichtungskosten und einer Reserve liegt das Gesamtbudget für dieses Projekt bei rund 53 Millionen Euro.

Am 3. September beschloss der Wiener Gemeinderatsausschuss für Bildung, Jugend, Sport und Information einstimmig, dass die Stadt Wien den SK Rapid mit 26,4 Millionen Euro subven­tioniert, der übrigens nun auch Eigen­tümer der Spielstätte ist. Knapp 20 Mil­lionen Euro davon werden in den Stadion-Neubau fließen, der Rest in das Trainingszentrum sowie die Akademie.

Weitere 33 Millionen werden auf 25 Jahre über ein Bankenkonsortium finanziert. „Untermauert durch das En­gagement der Allianz Gruppe in Österreich als Naming-Right-Partner des neuen Stadions des SK Rapid ist die gesamte Finanzierung weiter gefestigt“, erklärt Kuhn.

Der Vorplatz vor dem Allianz Stadion und damit auch die zukünftige Vereinsadresse wird den Namen Gerhard-Hanappi-Platz 1 tragen – und in zwei Jahren wird wieder lautstark zu hören sein: „Hier regiert der SCR!“

Dieser Artikel erschien bereits am 17. Oktober in der HORIZONT-Printausgabe 42/2014. Hier geht's zur Abo-Bestellung.
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