Die Werbebranche und ihre Herausforderungen
 

Die Werbebranche und ihre Herausforderungen

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Steuern und Abgaben, Bürokratie, Vorschriften und Umsatzentwicklung sowie Planung und Vertrieb stellen laut Mitgliederbefragung der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der WKO Wien die größten Herausforderungen dar.
Steuern und Abgaben, Bürokratie, Vorschriften und Umsatzentwicklung sowie Planung und Vertrieb stellen laut Mitgliederbefragung der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der WKO Wien die größten Herausforderungen dar.

Die vergangene Mitgliederbefragung der WK Wien zeigt: Die wirtschaftliche Lage wird als sehr verhalten eingeschätzt. Positiv angenommen wurde eine Senkung der Kosten.

Dieser Artikel erschien ebenso in der HORIZONT-Ausgabe 42/2016 vom 21. Oktober. Hier geht's zum Abo.

Die aktuelle Mitgliederbefragung der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Wien in Kooperation mit IFES, dem Institut für Empirische Sozialforschung, zeigt ein durchwachsenes Bild. Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen wird sehr verhalten eingeschätzt.

Nur etwa jedes dritte Unternehmen bezeichnet die aktuelle Lage als sehr gut (sieben Prozent der Befragten) oder gut (30 Prozent). Im Vergleich mit den Erhebungen der vergangen Jahre ist damit ein Tiefpunkt erreicht. Zusätzlich wird auch die Situation der gesamten Branche pessimistisch gesehen.

Während im Jahr 2006 noch 77 Prozent der Befragten optimistisch in die Zukunft sahen, liegt der Anteil derzeit nur noch bei rund 56 Prozent. Die Mitglieder der Fachgruppe bestehen zu 43 Prozent aus Werbeagenturen und Mediaagenturen, 29 Prozent aus Werbearchitektur und Grafikdesign, 17 Prozent der Unternehmen arbeiten im Bereich PR-Beratung und Lobbying, zwei Prozent fungieren als Werbemittelverteiler und -hersteller, drei Prozent als Ankündigungsunternehmen, sechs Prozent sind in der Marktforschung und etwa ein Prozent bilden die Werbungsvertreter.

Hürden der Branche

Die aktiven Mitglieder nennen Steuern und Abgaben, Bürokratie und Vorschriften und Umsatzentwicklung, Planung und Vertrieb als die größten Herausforderungen. Bei den Steuern und Abgaben reicht die Themenpalette von zu hohen Lohnnebenkosten bis zu Steuervorauszahlungen bei gleichzeitig schwankender Auftragslage. Den hohen administrativen Aufwand erleben viele als belastend.

Auch die schwankende Auftragslage ist ein Umstand, mit dem die Branche zu kämpfen hat. Sie mache eine längerfristige Planung schwierig. Dabei werden rund 85 Prozent des Umsatzes mit Kunden aus Österreich erzielt, 13 Prozent stammen aus dem EU-Raum und nur drei Prozent aus dem übrigen Ausland. Dabei habe sich der Anteil an nicht-österreichischen Umsätzen seit 2006 auf neun Prozent, also deutlich erhöht.

Nur ein Fünftel der Befragten hat das Gefühl, Stundensätze über dem Marktniveau erzielen zu können, mehr als die Hälfte, also 56 Prozent, meint, darunter zu liegen. Hinzu komme der Trend, dass Kunden mehr und mehr zu günstigen Onlineangeboten greifen oder zum Teil versuchen, Dinge selbst zu machen.

Größtes Manko: Es gebe kein adäquates Kundenverständnis für angemessene Honorare. Diese Debatte betrifft auch die zuletzt heiß diskutierte Pitch-Kultur. 

Frische Ansätze als Chance?

Positives gab es dann doch noch zu vermelden: Ab 2017 müssen Mitglieder innerhalb der Fachgruppe für mehrfache Mitgliedschaften die Grundumlage nicht mehrfach bezahlen müssen. Mit dieser Änderung entfallen für Unternehmen die zusätzlichen Kosten der Grundumlage für weitere Gewerbescheine innerhalb der Fachgruppe.

„Die Wirtschaftskammer fordert immer finanzielle Erleichterungen für die Unternehmer. Mir ist wichtig, dass sie auch selbst damit anfängt. Deshalb haben wir jetzt die nächste Gebührensenkung vorbereitet“, so Stephan Gustav Götz, Obmann der Fachgruppe. 
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