Die Krise achtet nicht auf die Marke
 

Die Krise achtet nicht auf die Marke

Bei der Präsentation der Österreichischen Markenwert Studie 2010 wurde erstmals eine schwindende Markenkraft der Austro-Brands aufgezeigt.

Das European Brand Institute Vienna präsentierte im Le Méridien Wien heute zum siebenten Mal die wertvollsten österreichischen Marken. Der kontinuierliche Markenwertzuwachs der letzten Jahre ist 2010 vorbei, selbst der mit 11,97 Milliarden Euro Markenwert unangetastete Spitzenreiter im Ranking, Red Bull, verzeichnet erstmals Rückgänge. Wie bei der zweitplatzierten Swarovski Gruppe führt Gerhard Hrebicek, Vorstand des European Brand Institute, den Markenwertrückgang vor allem auf den zunehmenden Wettbewerb und Substitutionsprodukte zurück.

Gegen den allgemeinen Trend legt die Raiffeisen Gruppe auf Platz drei geringfügig an Markenkraft zu; auf den Plätzen vier und fünf folgen die Telekom Austria Gruppe und die Casinos Austria Gruppe. Zu den Gewinnern kann sich Spar Österreich auf Platz sechs zählen, die Einführung von Handelsmarken wie S-Budget und Spar Vital brachten 2,8 Prozent Markenwertzuwachs. Auch die Novomatic Group of Companies verzeichnet ein leichtes Plus und landet auf Platz sieben, die Plätze acht bis zehn belegen die Erste Bank Gruppe, die ÖBB Gruppe und die Vienna Insurance Group.

Die Branchenanalyse zeigt, dass außer den Bereichen Retail, Utilities und Pharma alle Branchen an Markenwert verloren haben, besonders deutlich sind die Verluste bei IT & Technology, Luxury und Automotive. „Der Kunde ist in der Krise kritischer geworden“, resümiert Hrebicek. Einerseits werde vermehrt zu günstigeren Alternativen gegriffen, anderseits kämen durch das Internet als Informations- und Handelsplatz neue Herausforderungen auf die Markenunternehmen zu. Wer hier Antworten und Angebote für die Kunden gefunden hat, wie etwa Spar, konnte auch an Wert zulegen.



Die Österreichische Marken Wert Studie – eurobrand Austria 2010 ermittelte aus dem News & Trend Ranking der „TOP 500 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs“ vom Juni 2010 jene heimischen Unternehmensmarken, die sich zu mehr als 45 Prozent im österreichischen Eigentum befinden. Die ausgewählten Markenunternehmen wurden anhand der Kriterien Branche, Markenstärke, Trendentwicklung, Markenpotenzial und Umsatz bewertet.

Lisa Kriechhammer

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