Die Empfehlungen des Weisenrates 2. Teil
 

Die Empfehlungen des Weisenrates 2. Teil

Regelungen über Werbung und Sponsoring

Regelungen über Werbung und Sponsoring



Werbung und Patronanzsendungen



• Die Vergabe von Sendezeiten für Werbung an Medieninhaber, die in einem oder mehreren der angeführten Märkte die nachstehenden Reichweiten überschreiten, ist unzulässig.


1. Hörfunk: mehr als 30% der bundesweiten oder bundeslandweiten Reichweite,


2. Tagespresse: mehr als 30% der bundesweiten oder bundeslandweiten Reichweite,


3. Wochenpresse: mehr als 30% der bundesweiten oder bundeslandweiten Reichweite.



• Die Erhebung der Reichweiten erfolgt durch die KommAustria oder von ihr beauftragte Dritte nach anerkannten wissenschaftlichen Methoden und Analysen. Die Erhebungsergebnisse sind jährlich bis zum 31. März jeden Jahres in geeigneter Weise bekannt zu machen. Für den Fall, dass die Richtigkeit der erhobenen Reichweiten bestritten wird, hat die KommAustria auf Antrag des betroffenen Medieninhabers oder des Österreichischen Rundfunks einen Feststellungsbescheid zu erlassen.



• Kooperationen, die Vertrieb und vertriebsähnliche Maßnahmen zum Inhalt haben, sowie formelle wie formlose Veranstaltergemeinschaften mit in- oder ausländischen Inhabern einer Tages- oder Wochenzeitung oder von Wochen- oder Monatsmagazinen sind nur zulässig, wenn die Reichweite (Marktanteil) der Tages- oder Wochenzeitungen bzw. Wochen- oder Monatsmagazins 30% im Verbreitungsgebiet nicht übersteigt.



Anforderungen an Werbung, Product-Placement, Unterbrecherwerbung



• Werbung darf nicht irreführen und den Interessen der Verbraucher nicht schaden.



• Schleichwerbung ist unzulässig. Schleichwerbung, ist die Erwähnung oder Darstellung von Waren, Dienstleistungen, Namen, Marken oder Tätigkeiten eines Herstellers von Waren oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Programmen, wenn sie vom Österreichischen Rundfunk absichtlich zu Werbezwecken vorgesehen ist und die Allgemeinheit hinsichtlich des eigentlichen Zwecks dieser Erwähnung oder Darstellung irreführen kann. Eine Erwähnung oder Darstellung gilt insbesondere dann als beabsichtigt, wenn sie gegen Entgelt oder ähnliche Gegenleistung erfolgt.



• In der Werbung dürfen weder im Bild noch im Ton Personen auftreten, die regelmäßig in ORF-Programmen mitwirken, dies gilt insbesondere für Nachrichtensendungen und Sendungen zum politischen Zeitgeschehen.



• Ein Werbetreibender oder Auftraggeber einer Patronanzsendung darf keinen redaktionellen Einfluss auf den Programminhalt ausüben.



• Die Erwähnung oder Darstellung von Waren, Dienstleistungen, Namen, Marken oder Tätigkeiten eines Herstellers von Waren oder eines Erbringers von Dienstleistungen gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung, sofern diese nicht geringfügig ist, außerhalb von Werbesendungen (Product-Placement) ist unzulässig. Diese Bestimmung gilt nicht für Kinofilm, Fernsehfilme und TV-Serien.



• Die Erwähnung oder Darstellung von Waren oder deren Herstellern außerhalb von Werbesendungen ist dann kein Product-Placement, wenn es aus überwiegend programm-dramaturgischen Gründen sowie zur Wahrnehmung von Informationspflichten (Sportsendungen) erfolgt. Auch dabei ist durch die redaktionelle Gestaltung die Förderung werblicher Interessen zu vermeiden.



• Fernsehwerbung ist in Blöcken zwischen einzelnen Sendungen auszustrahlen. Einzelne gesendete Werbespots müssen die Ausnahme bilden.



• Das Unterbrechen von Fernsehsendungen in öffentlich-rechtlichen Programmen durch Werbung (Unterbrecherwerbung) ist unzulässig, dies gilt auch für Auftragsproduktionen. Bei Sportsendungen über ähnlich strukturierte Ereignisse und Darbietungen mit pausen darf die Werbung nur in den Pausen eingefügt werden.



Patronanzsendungen (Sponsoring)



• Eine Patronanzsendung im Fernsehen liegt vor, wenn ein nicht im Bereich der Produktion von audiovisuellen Werken tätiges öffentliches oder privates Unternehmen einen Beitrag zur Finanzierung solcher Werke mit dem Ziel leistet, den Namen, die Marke, das Erscheinungsbild, die Tätigkeit oder die Leistungen des Unternehmens zu fördern.



• Patronanzsendungen müssen folgenden Anforderungen genügen.



1. Inhalt und Programmplatz einer Patronanzsendung dürfen vom Auftraggeber auf keinen Fall in der Weise beeinflusst werden, dass die Verantwortung und die redaktionelle Unabhängigkeit des Österreichischen Rundfunks in Bezug auf die Sendungen angetastet werden.


2. Sie sind als Patronanzsendung durch den Namen oder das Firmenemblem des Auftraggebers am Anfang und am Ende eindeutig zu kennzeichnen (An- und Absage). Ankündigungen von Patronanzsendungen sind mit ihrem Firmenwerbeanteil in die Gesamtwerbezeit einzurechnen. Hinweise auf den Auftraggeber während der Sendungen sind unzulässig.


3. Sie dürfen nicht zu Kauf, Miete oder Pacht von Erzeugnissen oder zur Inanspruchnahme von Dienstleistungen des Auftraggebers oder eines dritten, insbesondere durch spezifische verkaufsfördernde Hinweise auf diese Erzeugnisse oder Dienstleistungen, anregen.


4. Themensponsoring und Teleshopping sind untersagt.



• Patronanzsendungen dürfen nicht von Medieninhabern, die in einem der angeführten Märke die nachstehenden Reichweiten überschreiten, in Auftrag gegeben werden:


1. Hörfunk: mehr als 30% der bundsweiten oder bundeslandweiten Reichweite


2. Tagespresse: mehr als 30% der bundsweiten oder bundeslandweiten Reichweite


3. Wochenpresse: mehr als 30% der bundsweiten oder bundeslandweiten Reichweite



• Die Erhebung der Reichweiten erfolgt durch die KommAustria oder von ihr beauftragte Dritte nach anerkannten wissenschaftlichen Methoden und Analysen. Die Erhebungsergebnisse sind jährlich bis zum 31. März jeden Jahres in geeigneter Weise bekannt zu machen. Für den Fall, dass die Richtigkeit der erhobenen Reichweiten bestritten wird, hat die KommAustria auf Antrag des betroffenen Medieninhabers oder des Österreichischen Rundfunks einen Feststellungsbescheid zu erlassen.

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