‚Commerce ohne Analyse ist wie Fischen im Trü...
 

‚Commerce ohne Analyse ist wie Fischen im Trüben‘

Die dreitätige Fachveranstaltung etailment Wien widmete sich aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen des E-Commerce

Von 23. bis 25. Februar fand die neue Fachveranstaltung etailment Wien gemeinsam mit der vierten Google Analytics Konferenz im Austria Trend Hotel Savoyen in Wien statt. Mehr als 500 Besucher konnten sich vor Ort zwischen 30 Panels mit Vorträgen zu den Themen Strategie, Payment, Digital Experience, Convenience, Everywhere Commerce, Data Driven Commerce und Social Commerce wählen.

Eröffnet wurde die etailment von Bernd Platzer, Initiator und Geschäftsfüher als auch Herausgeber von Werbeplanung.at: "Über den Kunden Bescheid zu wissen und die Vertriebskanäle danach auszurichten, entscheidet heute über den Erfolg von Händlern. Zu den Vorteilen, zwei Konferenzen in Kooperation gleichzeitig auszurichten, meinte er: "Commerce ohne Analyse ist wie Fischen im Trüben, Analyse ohne Commerce nur Selbstzweck."

Macht in den Händen des Konsumenten

Im Anschluss hielt Michelle Beeson, Analystin bei Forrester Research, die Opening Keynote mit dem Titel "Get ready for a multi-touchpoint retail future". Sie verwies darauf, wie stark sich die Customer Journey durch die steigende Anzahl an Devices in den letzten Jahren verändert hat: "E-Commerce hat den Browser verlassen." Sie sprach vom "empowered customer". Die Macht liege heute in den Händen des Konsumenten und das habe sich auf die gesamte Wertschöpfungskette im Commerce ausgewirkt. Heute sei entscheidend, dieses neue Konsumentenverhalten zu verstehen und ein positives Usererlebnis auf allen Kanälen zu ermöglichen.

"Customer Journey ist heute ein verschlungener Pfad"

Weiter ging es mit einem Impulsvortrag von Michael Nitsche (Gallup Institut) und einer Diskussionsrunde mit Johannes Weinzierl (Hartlauer), René Tritscher (WKO) und Hanna Bomba (RegionPlan): Unter dem Titel "Der Weg zum Kunden im 21. Jahrhundert" ging es darum, wie sich stationärer Handel und Online-Handel beeinflussen und ob die beiden Vertriebswege überhaupt noch voneinander getrennt betrachtet werden können. "Online Einkaufen wird immer beliebter und geschieht zunehmend mobil" resümierte Nitsche. Außerdem sei die Customer Journey 2015 kein gerader Weg, sondern ein verschlungener Pfad. "Es gilt zu analysieren, wo ich den Kunden abholen kann und was er an den verschiedenen Touchpoints braucht", so Nitsche weiter.

Hanna Bomba sprach von einem zweiten Strukturwandel im Handel. Ersterer trat ein, als man zur Selbstbedienung überging, der zweite kam mit den neuen Technologien. Laut einer Studie von RegioPlan seien außerdem Umsätze, die online gemacht werden, zusätzliche Umsätze. Von Kannibalismus könne man laut Bomba also nicht sprechen. Auch sie misst Multichanneling eine hohe Bedeutung bei: "Botschaften an die Konsumenten müssen unglaublich klar sein und zwar auf allen Kanälen. Multichanneling bedeutet in erster Linie eine Erhöhung meiner Kontaktpunkte mit dem Kunden." Wichtig sei auch, dass kommunizierte Inhalte eingehalten werden, so Weinzierl. Alles in allem dürfe der menschliche Einfluss beim Kaufen nicht unterschätzt werden, so Nitsche: "Eine automatisierte Empfehlung vom Computer ist einfach etwas anderes, als persönliche Beratung." René Tritscher sprach von gleichbleibenden Umsätzen im stationären Handel, und dynamischem Wachstum im Online-Handel. Dabei müsse man aber bedenken, dass Online nur etwa fünf Prozent der Umsätze ausmacht.

Ergänzt wurde die Veranstaltung durch eine Fachausstellung: Die Expo bot einen Überblick über die wichtigsten E-Commerce- und Online-Marketing-Player. Insgesamt 19 Aussteller aus dem deutschsprachigen Raum präsentierten ihre Dienstleistungen und Produkte.

In der HORIZONT-Ausgabe 9/2015, die am 27. Februar erscheint, lesen Sie mehr zur Veranstaltung.
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