Coca-Cola und die Fettleibigkeit
 

Coca-Cola und die Fettleibigkeit

Eine neue internationale Kampagne macht aufmerksam - und irritiert ...

Coca-Cola sorgt international für Diskussionsstoff. Grund dafür ist die aktuelle Kampagne des Softdrinkkonzerns. Sie widmet sich in einem zweiminütigen Langspot "Coming Together" dem Thema Übergewicht – Coca-Cola informiert über sein Sortiment von 650 Drinks, 180 davon mit wenig Kalorien, zeigt, dass innerhalb der letzten sieben Jahre der Karlorienverbrauch in Schulen um 90 Prozent gesunken ist – dank gesunder Getränke in den Automaten, präsentiert den Start von Mini-Portionen, die 2013 am amerikanischen Markt eingeführt werden sollen und erklärt, dass alle Kalorien zählen, auch jene des eigenen weltbekannten dunklen Brausegetränks, das 1886 erfunden wurde.

Ein weiterer 30-Sekünder wurde am 16. Jänner den Konsumenten auf einem der teuersten Werbeplätze überhaupt, während der populären Show „American Idol“ auf Fox, kolportierter Kostenpunkt laut der amerikanischen Branchenzeitschrift Advertising Age: 340.825 Dollar (!), präsentiert. Dieser wiederum transportiert wieder eher das Happy Image, das die Coca-Cola-Company so berühmt gemacht hat und zeigt wie leicht es ist die 140 Kalorien einer Coke-Dose wieder loszuwerden – sei es durch tanzen, laufen oder einen Lachanfall.

Die Spots wurden von den Agenturen Bright House und Citizen2 gestaltet.

New York schafft XL-Softdrinks ab

Hintergründe für diese Werbestrategie: Zunächst hat es der New Yorker Bürgermeister Bloomberg geschafft für seine Stadt ein Verbot besonders großer sogenannter XL-Softdrink-Portionen durchzusetzen, das in Kürze in Kraft tritt – die Debatte in den USA hat damit einen Höhepunkt und auch die Getränkehersteller selbst erreicht, Gesundheitsthemen funktionieren immer gut zu Jahresbeginn und Mitbewerber könnten den Kürzeren ziehen, ob der Direktheit des Gegners …

Denn so hat Pepsi in Kürze seinen großen Auftritt bei der Super Bowl, dem größten Sportereignis der USA. Das Endspiel der National Football League findet am 3. Februar in New Orleans statt - die San Francisco 49ers werden gegen die Baltimore Ravens um den Cup spielen, parallel dazu findet in den Spielpausen das Werbeevent schlechtin statt - für alle Unternehmen, die es sich wirklich leisten können (und wollen).

Hier ist Pepsi Titelsponsor samt Auftritt mit dem neu gewonnenen (Anfang Jänner) Testimonial Beyoncé, was Pepsi im Vergleich zu Coca-Cola, das seinen 2-Minuten-Spot zum besten geben wird - vielleicht zum ordinären Marketer macht.

Taylor Swift ist Diet Coke Testimonial

Apropos, kleiner Sidestep im großen Werbebusiness: auch bei Coke gibt es seit dieser Woche News (siehe AdAge): Die Sängerin Taylor Swift ist seit dieser Woche Diet Coke also Coca-Cola Light Brand Ambassador, allerdings ist sie erst ein rising star im Vergleich zu Beyoncé, wobei auf Twitter liegt sie deutlich voran (23,5 Millionen Follower zu sieben Millionen) und auf Facebook hat die 23-Jährige ähnlich viele Likes (38,7 Millionen) wie Pop-Queen Beyoncé (42 Millionen).

Im Hinblick auf Gewichtskontrolle gibt es ein weiteres Projekt in den Staaten: Sowohl Coca-Cola als auch PepsiCo werden an einem „Calories Count“ Projekt teilnehmen - in Chicago und San Antonio werden umgebaute Kassenmaschinen Kalorien von Getränken zählen und auch Getränke mit weniger Kalorien vorschlagen. Wenn es in Amerika zur Sache geht dann ordentlich.

Geteilter Meinung



Jedenfalls scheiden sich die Geister, was Coca-Colas Kampagne angeht, die übrigens von einer eignen Homepage livepositively.com/comingtogether/ begleitet wird. Die einen finden Coca-Cola macht es genau richtig, wie Thomas Koch, Reporter der Wirtschaftswoche, denn die weltweit bekannteste Marke übernehme Verantwortung und zelebriere Ehrlichkeit im Zeitalter von Social Media. Wieder Brian Steinberg finden die Kampagne gehe zu weit und verlasse das sichere Terrain eines erfolgreichen Images als Marke, die Menschen glücklich macht, andere wiederum wie Jonathan Salem Baskin meinen sie gehe nicht weit genug, siehe .

Zu den Hard Facts in Österreich: „Seit 2001 ist Coca-Cola Trademark, alle Coca-Cola Flavours, zweistellig gewachsen. Sogar der ‚große Tanker’ Coca-Cola ist um mehr als fünf Prozent größer geworden. Der Mix hat sich jedoch stark verändert. Während 2001 alle kalorienfreien Coca-Colas noch 17 Prozent des gesamten Coca-Cola-Kuchens ausgemacht haben sind sie seither um über 60 Prozent gewachsen machen nun, ein Jahrzehnt später, rund 26 Prozent des Mixes aus. Ein wichtiger Grund war der Launch von Coca-Cola Zero 2007 in Österreich“, informiert Philipp Bodzenta, Director Public Affaires & Communications Alpine & Hungary.

Und einen Punkt wirft Bodzenta noch ein, „wir unterstützen jährlich mehr als 200 Sportveranstaltungen insbesondere im Jugendbereich, um einen aktiveren Lebensstil zu ermöglichen – diese würden ohne Coca Cola vielleicht nicht stattfinden“. Von den internationalen Veranstaltungen wie Olympiaden mit Coca Cola-Präsenz nicht zu sprechen. Am Ende des Jahres werden Zahlen sprechen, wenn man weiß wie sich die Strategie auf den Getränkekonsum ausgewirkt hat.
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