Call-Center-Profis in Wien
 

Call-Center-Profis in Wien

DMVÖ ließ internationale Experten über Ehrenkodex für Call-Center-Branche diskutieren. - Mit den Bildern zum Event.

Im Gegensatz zur deutschen und schweizer ist die heimische Call-Center-Branche bisher "ehrenkodexlos". Der Dialog Marketing Verband Österreich (DMVÖ) will mit einer Call-Center-Initiative diesen Zustand bis Ende 2009 ändern. Initiator der Initiative, Milosch Godina: "Die Call center Branch will einheitlich auftreten und seriöse Branchenstandards entwickeln".
Um sich von den deutschen und schweizer Vorbild etwas abschauen zu können, lud der DMVÖ am 13. Mai internationale Call-Center-Experten zu einem Treffen im Marriott Courtyard Messe, im zweiten Wiener Gemeindebezirk. (Die Bilder zum Event finden Sie hier )

Manfred Stockmann, Präsident Call Center Forum Deutschland: "Durch die Zusammenarbeit der Verbände ist nun jedem Call Center in Deutschland klar, was ethischer Standard unserer Arbeit ist. Die Unterscheidung zwischen schwarzen Schafen und redlich arbeitenden Call Centern wird für alle einfacher." Und: "Ein Ehrenkodex schafft Transparenz und liefert Kriterien für ordentliche Call Center Arbeit. Damit der Ehrenkodex nicht ein zahnloser Papiertiger bleibt, bedarf es einer ergänzenden Verfahrensordnung zur Regelung bei Verstößen, die durch ein starkes Gremium auch verfolgt und durchgesetzt wird. So positioniert und umgesetzt, kann der Ehrenkodex die Branche zudem vor gesetzlicher Überregulierung bewahren und als ein Baustein auch zur positiveren Wahrnehmung von Call Centern beitragen", so Stockmann weiter.

Dieter Fischer, Präsident Callnet.ch: "Soll das Thema Ehrencodex für das Telefonmarketing nachhaltig verankert werden, braucht es die Bereitschaft aller Marktteilnehmenden, nicht nur auf Rechte zu pochen, sondern auch Pflichten wahrzunehmen. Ansprüche formulieren ist das eine, Verantwortung übernehmen das andere. gelingt es, dies in Balance zu halten, kann ein bestehender Markt weiter prosperieren."

Dem DMVÖ - und nicht nur ihm - ist jedenfalls der Paragraph 107 des Telekommunikationsgesetzes ein Dorn im Auge. Der Passus, der Anrufe zu Werbezwecken regelt, verbietet nämlich selbige, sofern der Angerufene nicht vorher zugestimmt hat. Was im B2C-Bereich Sinn macht, ist in der B2B-Welt eine hohe Hürde für die Generierung von New Business. Laut Milosch Godina"Nach der aktuellen Rechtslage darf zum Beispiel ein Kleinunternehmer einen Geschäftskunden nicht einmal für eine Terminvereinbarung anrufen ohne dass er sich zuvor dessen Genehmigung holt."

Wie beim DMVÖ üblich wurde nach den Referaten eifrig dem Dialog gefrönt, nicht ohne dabei den einen oder anderen edlen Tropfen der Weinviertler Winzerin Maria Faber-Köchl zu probieren.
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