California Dreaming
 

California Dreaming

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Das Designstudio Kiska aus Anif wagte jüngst den Sprung über den großen Teich

Quasi zum 25. Geburtstag gönnt sich Kiska seinen ersten Standort außerhalb Österreichs, und zwar in Nordamerika. Das längst europäische und für eine große Vielfalt an Brands in aller Welt kreativ tätige Markenberatungs- und Designunternehmen gründete die Tochtergesellschaft Kiska Inc. in Kalifornien, dem Herzen der nordamerikanischen Motorsportindustrie. Steve Masterson, ein langjähriger Kiska-Partner in Salzburg , wurde zum Vorsitzenden der Gesellschaft ernannt, er hält auch Anteil an ihr. 

Der Sprung der Salzburger nach Temecula, eine 100.000-Einwohner-Stadt im Süden des Bundesstaates, hat aber naturgemäß handfeste wirtschaftliche Gründe. Der „Meilenstein in der Firmengeschichte“ stehe für laufendes Wachstum und Entwicklung eines der größten unabhängigen und eigen­tümergeführten Markenberatungs- und Designunternehmens in ­Europa. „Filialleiter“ Steve Masterson erläutert die Gründung der Tochter so: „Es ist die Mischung aus ­einer geballten Ladung strategischer Logik und Bauchgefühl.“ Auch hätten die internationalen Kunden die Geschäftsführung schon seit Jahren darauf angesprochen, dass man einen weiteren Standort eröffnen sollte, in Asien oder Nordamerika. Besonders in China und den USA konnte Kiska zuletzt viele neue Kunden gewinnen, auch der Umfang der Arbeit für die nordamerikanischen Geschäftsstellen von KTM Sportmotorcycle und Husqvarna Motorcycles sei größer geworden. 

Obwohl, wie Masterson sagt, auch aus dem Bauch ­gefasst, fiel die Entscheidung keineswegs  kurzfristig: Nach mehreren Jahren Marktbeobachtung befand der Vorstand, dass die USA der sinnvollste Standort für Kiska Inc. ist. Nach der Entscheidung dauerte es noch sechs Monate, bis die Kiska-Designer in Temecula ans Werk gehen konnten. Noch ist das Team in Kalifornien klein, erst zehn Personen arbeiten dort, insgesamt hat Kiska 140 kreative Spezialisten aus 27 Ländern unter Vertrag. . Ob, wann und wo die 1990 vom gebürtigen Oberösterreicher Gerald Kiska als ­Ein-Mann-Betrieb gegründete Designschmiede aber weitere Standorte in der Welt eröffnet, ist naturgemäß top­secret. 

Die meisten Kiska-Kreationen wurden bisher für die Konsumgüter-, Industriegüter- und Automobilindustrie ausgeführt. Die Liste der Auszeichnungen für Design Made in Salzburg ist fast ebenso lang und international wie jene der Kunden.  2014  erhielt man für das 747 Mirage Powerboat im Auftrag der österreichischen Frauscher-Bootswerft den renommierten Nautic Design Award auf der Nautic Expo in Paris.
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