Bain-Studie: Coronakrise macht Edelmarken zu ...
 
Bain-Studie

Coronakrise macht Edelmarken zu schaffen

Olivier Le Moal / stock.adobe.com
Das weltweite Geschäft mit Luxusgütern soll wegen der Lockdown-Maßnahmen laut Studie 2020 um bis zu 35 Prozent zurückgehen.
Das weltweite Geschäft mit Luxusgütern soll wegen der Lockdown-Maßnahmen laut Studie 2020 um bis zu 35 Prozent zurückgehen.

Der Onlinevertrieb hat den Einbruch des Luxusgeschäfts teilweise abgefedert.

Obwohl viele Luxusmarken ihre Ladengeschäfte erst Mitte März 2020 schließen mussten, ist der Umsatz weltweit bereits im ersten Quartal dieses Jahres um rund ein Viertel eingebrochen. Auf das Gesamtjahr betrachtet wird der Luxusgütermarkt je nach Dauer und Umfang der jeweiligen Lockdown-Maßnahmen um 20 bis 35 Prozent schrumpfen. Das prognostiziert die internationale Unternehmensberatung Bain & Company gemeinsam mit dem italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagamma im Frühjahrsupdate ihrer "Luxury Goods Worldwide Market Study".

Der Studie zufolge ist mit einer nur langsamen Erholung zu rechnen. Frühestens 2022 soll der Umsatz demnach wieder das Niveau des Jahres 2019 erreicht haben. Damals hatte sich dieser auf rund 281 Milliarden Euro belaufen. "Der Luxusgütermarkt wird sich zweifelsohne erholen", ist Bain-Partner und Luxusgüterexperte Oliver Merkel überzeugt. "Allerdings wird sich die Branche tiefgreifend verändern."

Besonders hart von der Corona-Krise getroffen seien die Hersteller hochwertiger Uhren, da ihre Produkte überwiegend in Fachgeschäften verkauft werden. Als robuster erweisen sich laut den Studienautoren bislang die Kategorien Kosmetik und Accessoires. Diese würden häufiger online gekauft.

Luxus-Online-Shopping im Kommen

Apropos online: Online-Shopping hat seit der Corona-bedingten Schließung der Geschäfte auch im Luxusartikel-Segment zugenommen. Die Studie erwartet zudem eine weitere Steigerung, "da vor allem die junge Generation bevorzugt online shoppt". Bis 2025 sollen auf den Onlinevertrieb demnach voraussichtlich rund 30 Prozent des gesamten Branchenumsatzes entfallen.

"Es hängt nicht zuletzt von den strategischen Entscheidungen der Markenhersteller ab, wie schnell der Markt zu seiner alten Dynamik zurückfindet", betont Bain-Partner Merkel. Die Unternehmen müssten jetzt nicht nur kurzfristig im Krisenmodus funktionieren, sondern auch Strategien für die Zeit nach Corona vorbereiten. "Das reicht von der Produktkreation bis hin zum Vertrieb und schließt die Lieferketten ebenso ein wie das Marketing und die Interaktion mit den Kunden", so Merkel. So könne es den Luxusmarken gelingen, die Kunden wieder zurück in die Geschäfte zu locken.
stats